VOGELSCHUTZ 1-19

1|19 VOGELSCHUTZ 9 INSEKTENVIELFALT | FOTO: OLIVER RICHTER ist der Doppelhaushalt 2019/20, der Mitte Februar vom Ka- binett vorgelegt wurde. Darin finden sich tatsächlich einige vielversprechende Punkte, wie beispielsweise die Ausdeh- nung des Vertragsnaturschutzes. Es muss aber noch viel, viel mehr passieren, wenn wir den Verlust der Biologischen Vielfalt in Bayern aufhalten wollen. Und gesetzliche Vorgaben und Geld allein werden nicht reichen: Wir brauchen unbedingt mehr Personal in den Unteren und Höheren Naturschutzbehörden sowie im ange- kündigten Artenschutzzentrum am Landesamt für Umwelt, um Gelder auch sinnvoll verwalten zu können. Wir brauchen zudem genügend Biodiversitätsberater, damit alle landwirt- schaftlichen Betriebe beraten werden können, wie sie Ar- tenvielfalt auf ihre Flächen zurückbringen. Hierzu aber steht kein Wort im Doppelhaushalt. 40 Jahre EU-Vogelschutzrichtlinie In diesem Jahr feiern wir 40 Jahre EU-Vogelschutzrichtlinie. Ursprünglich entwickelt, um die grausame Verfolgung von Zugvögeln zu unterbinden, ist die Vogelschutzrichtlinie zu ei- nem Rückgrat des Natur- und Artenschutzes in der gesamten EU geworden. Es ist noch ein langer Weg, bis alle unsere Vo- gelarten und Schutzgebiete in einem sogenannten günstigen Erhaltungszustand sind, die Fortschritte aber sind durchaus beachtlich. Schauen Sie doch einmal nach, wo das nächst- gelegene EU-Vogelschutzgebiet ist. Eigentlich sollte jeder ein Lieblings-Vogelschutzgebiet haben. Meines ist das Murnauer Moos, diese Perle im Voralpenland. Wenn dort in einer Früh- sommernacht die Wachtelkönige rufen – Weltklasse! Rolle des LBV im Volksbegehren – und dessen Zukunft Viele der gewichtigen Gesetzesänderungen fordert der LBV schon lange. Aus diesem Grund haben wir uns nach der Zu- lassung durch das Innenministe- rium im November vergangenen Jahres mit sehr viel Herzblut beim Volksbegehren engagiert. So ha- ben wir zusammen mit ÖDP und Bündnis 90/Die Grünen im Träger- kreis des Volksbegehrens die Strategie der Kampagne fest- gelegt, einen Großteil der Öffentlichkeitsarbeit übernommen und uns finanziell stark engagiert. Sehr viele Kreisgruppen haben eine große Rolle in den Aktionskreisen vor Ort ge- spielt. Was wir in den vergangenen Wochen gesehen haben, war der LBV – auf allen Ebenen – von seiner besten Seite. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie stolz ich auf diesen LBV bin! Ganz herzlichen Dank an alle, die in den letzten Wochen das Volksbegehren zu einem so spektakulären Erfolg geführt, und an alle, die es finanziell unterstützt haben. Eine Stern- stunde für den Natur- und Artenschutz in Bayern und eine Sternstunde für den LBV! Wir werden bald sehen, wie Regierung und Landtag auf das Volksbegehren reagieren. Fest steht für den LBV: Unser Gesetzesentwurf ist die Messlatte. Sollte die Regierung einen eigenen Gesetzesentwurf entwickeln, bieten wir gerne eine konstruktive Zusammenarbeit an. Und sollte als Ergebnis des von Ministerpräsident Dr. Markus Söder angekündigten Runden Tischs ein eigener Gesetzesentwurf präsentiert wer- den, sehen wir uns diesen sehr genau an. Wenn der neue Entwurf besser sein sollte als unser vorliegender Text, wer- den wir ihn unterstützen. Gemessen wird jedoch am vorlie- genden Gesetzesentwurf, den 1.745.383 Menschen in Bay- ern unterstützen. Doppelhaushalt 2019/20 Eine erste Chance zu zeigen, dass die Regierung den Arten- schutz in Bayern tatsächlich substanziell voranbringen will, Folgen Sie mir auf Twitter unter @N_Schaeffer Eine Sternstunde für den Natur- und Artenschutz in Bayern

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