VOGELSCHUTZ 1-19

1|19 VOGELSCHUTZ 19 lichen Pflegeeinsätzen der Kreisgruppe werden aufwach- sende Weiden und Schilf beseitigt, um den offenen Cha- rakter der Flächen zu erhalten, den Kiebitz und Brachvogel so schätzen. Als Flächenbesitzer kann der LBV außerdem durch Auflagen im Pachtvertrag die Mahd der Wiesen op- timal auf die Wiesenbrüter abstimmen. So gibt es künftig zum Beispiel eine Höchstgeschwindigkeit für Mähfahrzeu- ge, und die Verwendung von Messerbalkenmähwerken ist vertraglich vorgegeben. Flächen-Infos Das Naturschutzgebiet Stöcklwörth umfasst über 68 Hektar, die Pfatterer Au 346 Hektar. Sie liegen im FFH-Gebiet „Donau und Altwässer zwischen Regensburg und Straubing“ und im gleichnamigen Europäischen Vogelschutzgebiet. Gekenn- zeichnet sind sie durch Stromtalwiesen, Altwässer mit Ver- landungsbereichen und charakteristische Gehölze der Auen. Bei der Ausweisung als Naturschutzgebiete wurde versucht, durch Modellierung die Auewiesen als Lebensraum für die seltenen dort lebenden Arten zu optimieren. Es wurde ein Relief mit feuchten Senken und trockenen Hügeln gestal- tet und die Flächen in eine extensivere Nutzung überführt. Schon 1987 konnte der LBV in Stöcklwörth mit finanzieller Unterstützung der EU über 13 Hektar ankaufen, 2004 folg- ten weitere 12 Hektar in der Pfatterer Au. Die leichten Re- liefunterschiede innerhalb der Flächen sorgen für eine kleinräumige Diversität. Die erhabenen Teilflächen sind magerer, in den Seigen kommen seltene Wasser- pflanzen vor wie die Schwa- nenblume. Heimat eines Brachvogels mit Rucksack Und nicht nur den großen Wiesenbrütern soll es hier gut ge- hen: Hans Kolbinger von der Kreisgruppe Regensburg bringt seit dem letzten Jahr künstliche Singwarten für Braunkehl- chen nach dem Vorbild der LBV-Projekte in Oberfranken an, damit auch sie hier wieder regelmäßig brüten. Im Sommer hat der LBV ferner die Trägerschaft für eine neue Gebiets- betreuerstelle mit dem Schwerpunkt Wiesenbrüter über- nommen, die in enger Zusammenarbeit mit den örtlichen Naturschutzbehörden den Wiesenbrüterschutz zwischen Regensburg und Deggendorf betreut. Und auch hier im Do- nautal ermöglicht das LBV-Telemetrieprojekt einen Einblick in das tägliche Leben „unserer“ Brachvögel. So konnten wir Brachvogel „Wieland“ aus demDonautal diesen Winter live in Marokko verfolgen. Für das nächste Jahr haben wir mit den Landwirten bereits die wiesenbrüterfreundliche Mahd ab- gestimmt. Nun muss er sich nur noch auf den Weg machen und sicher wieder hier im Donautal ankommen.  Mehr zu den Naturschutzgebieten Stöcklwörth und Pfatterer Au finden Sie unter: www.lbv.de/pfatterer-au www.lbv.de/schutzgebiete N S O W Den besenderten Großen Brachvogel „Wieland“ live in Marokko verfolgen FOTOS: HERBERT HENDERKES, EVA SCHUBERT, HARTMUT SCHMID (3) VERENA RUPPRECHT LBV-Gebietsbetreuerin E-Mail: verena.rupprecht@lbv.de Die Schutzzäune wurden 2013 Opfer des Hochwassers; der Abbau erfolgte in Wathosen (1). Einige der jungen Brachvögel, die dem Hochwasser im Deichvorland hilflos aus- geliefert waren, wurden in letzter Sekun- de gerettet und per Hand aufgezogen (2). Durch das Ausbaggern der Seigen werden die Ufer wieder zugänglich für unsere Wiesenbrüter (3). 1 2 3 Großer Brachvogel Auf weiten, offenen Feuchtwiesen mit genügend Nahrung und vielfältigen Bodenstrukturen fühlt sich der Große Brachvogel besonders wohl.

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