VOGELSCHUTZ 3-18

20 VOGELSCHUTZ 3|18 och knapp 500 Brutpaare des unscheinbar gefärbten Vogels mit dem langen, gebogenen Schnabel sind in Bayern zuhause. Eigentlich eine ganz beachtliche Zahl, aber tatsächlich nimmt der Bestand des Wiesenbrüters deutschlandweit seit den 1970er Jahren stetig ab – besonders stark in Süddeutschland. Dass der Rückgang nicht noch dra- matischer ausfällt, liegt einzig daran, dass Brachvögel sehr alt werden können. Ihr Bruterfolg hingegen ist in vielen Gebieten besorgniserregend niedrig. So brachten beispielsweise 2015 im Wiesmet bei Gunzenhausen 37 Paare des Wiesenbrüters lediglich einen einzigen Jungvogel zum Ausfliegen. Die Ursa- chenforschung der geringen Reproduk- tion ist aber nur eine von vielen Frage- stellungen. Wenig bekannt waren bislang bei- spielsweise auch das Zugverhalten und die Gefahren, denen Brachvögel unter- wegs ausgesetzt sind.Wo liegendieWin- terquartiere unserer bayerischen Brut- vögel und wo verbleibt der Nachwuchs? Aber selbst über die Flugbewegungen vor Ort und wie die Vögel ihren heimischen Lebensraum in den Brutgebieten nutzen, wissen wir noch zu wenig. Daher konnte bisher auch der Schutz der Vögel nicht optimal gesteuert werden. Seit 2016 stattet der LBV nun er- Der Große Brachvogel steht wie kaum ein anderer Vogel für das Problem der Wiesenbrüter in Bayern. Diese verlieren zunehmend geeignete Brut- und Nahrungsflächen und die inten- sive Bewirtschaftung der Wiesen und Felder gefährdet ihren Nachwuchs. Seit zwei Jahren versucht der LBV durch die Besenderung mehr über das Leben dieser Art herauszufinden, um ihren Schutz zu verbessern. N FOTOS: GÜNTHER VON LOSSOW (2), WOLFGANG NERB (3), ANDREAS HARTL R E P O R T A G E wachsene Große Brachvögel und Jungvögel mit GPS-Loggern, also winzigen GPS-Geräten, aus. Dabei kommen dem Projekt, in Kooperationmit der Vogelschutzwarte amBayerischen Lan- desamt für Umwelt (LfU) und den Naturschutzbehörden und gefördert vom Bayerischen Naturschutzfonds, die bisherigen Erfahrungen aus dem LBV-Satellitentelemetrie-Projekt zum Kuckuck aus den Jahren 2013-2016 zugute. Bis auf wenige Me- ter genau übermitteln die solarbetriebenen Hightech-Sender die Position der Vögel regelmäßig über das Mobilfunknetz. Bereits seit 2017 auf Sendung sind sechs Altvögel und zwei Jungvögel aus dem Vorjahr. Vier Brachvögel tragen erst seit diesem Jahr ihren Sender-Rucksack auf dem Rücken und im Frühsommer sollen einige weitere der diesjährigen Jung- vögel einen GPS-Sender erhalten. Dies passiert genau dann, wenn sie kurz vor dem Flüggewerden das geeignete Alter und die entsprechende Größe erreicht haben. Mithilfe der gewonnenen Daten sollen bisherige Schutzmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit ge- prüft und weiterführende Maßnahmen entwickelt werden. Mittlerweile hat der intern als Numenius 6 bezeichnete Alt- vogel bereits sein Brutgebiet im Unteren Isartal verlassen und ist in seinem angestammten Überwinterungsgebiet an der Besenderte Brachvögel geben wichtigen Einblick in das Leben der vom Aussterben bedrohten Art MIT HIGH- TECH-SOLAR- RUCKSACK AUF REISEN N S O W Mithilfe der GPS-Daten werden die Schutzmaßnahmen auf ihre Wirksamkeit geprüft

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