VOGELSCHUTZ_2_18

38 VOGELSCHUTZ 2|18 BFD BEIM LBV Beim Bundesfreiwilligendienst (BFD) kann jeder ab 16 bis ins Seniorenalter Gutes für die Gesell- schaft tun, so auch Naturschutzarbeit oder Umweltbildung beim LBV. Jetzt ist die richtige Zeit, um sich zu bewerben. Wir haben uns mit Melissa Kellner (23) unterhalten, die als Bundesfrei- willige in der LBV-Vogel- und Umweltstation Regenstauf gearbeitet hat undmittlerweile studiert. VOGELSCHUTZ: Wie bist du auf den Bundesfreiwilligendienst aufmerksam geworden? Melissa Kellner: Ich wusste nach der Schule noch nicht ge- nau, was ich später tun wollte. Auf jeden Fall etwas Natur- wissenschaftliches. Insofern wollte ich die Zeit nach dem Abitur sinnvoll für die Berufsfindung nutzen. VS: Warum hast du dich in der Vogel- und Umweltstation be- worben? Melissa: Ich habe mich auf der Internetseite www.freiwil- lige-im-naturschutz.de umgesehen, welche Stellen es in der Region gibt. Dann bin ich auch über einen Zeitungsartikel auf die LBV-Station Regenstauf gestoßen. VS: Wie sieht dort ein normaler Arbeitstag aus? Melissa: Es gibt täglich anfallende Arbeiten, wie etwa die Annahme und das Füttern von Vögeln. In die Umweltstation kommen viele Besucher über feste Veranstaltungen, z. B. Vorträge, Aktionen und Kindergeburtstage. Aber natürlich ist hier auch „Laufkundschaft“ dabei, die einfach mal vorbei- schaut und die wir dann durch die Station führen. Daneben gibt es Verwaltungstätigkeiten wie das Ausfüllen von Doku- mentationen und Eingabe von Teilnehmerlisten. VS: Was ist anstrengender? Jungvögel aufpäppeln oder Kin- dergeburtstage betreuen? Melissa: Ohh (lacht)! Anstrengend ist das falsche Wort. Es macht beides viel Spaß. Bei der Jungvogelaufzucht haben wir aber noch weitere ehrenamtliche Helfer, mit denen wir uns die Arbeit teilen. VS: Warum wird man überhaupt Bundesfreiwillige? Du hast ja nur ein Taschengeld bekommen. Melissa: Ich mache das nicht wegen der Vergütung. Wenn es nur darum ginge, gäbe es lukrativere Jobs. Attraktiv wa- ren für mich die verschiedenen Seminare, die ich während- dessen besucht habe. Und natürlich bekam ich Einblicke in ein spannendes Aufgabenfeld, wie z. B. die Arbeit mit Greif- vögeln. VS: Was war dein persönliches Highlight während des Frei- willigenjahres? Melissa: Das war kurz nach Dienstbeginn ein verletzter Ha- bicht, den ich von Anfang an bis zur Freilassung begleiten durfte. Ich erinnere mich auch gerne an einen Familientag, bei dem ein kleiner Junge vorbeikam. Es stellte sich heraus, dass der Schüler zwei Tage zuvor einen Vortrag über den Vogel des Jahres von mir gehört hatte. Dies hat sein Interes- se an unserer Arbeit geweckt, sodass er mit seinen Eltern am Sonntag extra aus Regensburg zu uns gefahren kam. VS: Du hilfst auch heute noch neben deinem Studium in Re- genstauf mit. Was machst du dort? Melissa: Ich helfe am Wochenende beim Füttern in der Vo- gelstation mit. Ebenso ziehe ich mit meiner Familie jedes Jahr viele Entenküken auf. Bei den Ferienprogrammakti- onen, Kindergeburtstagen oder dem Tag der offenen Türe bin ich auch gerne dabei. VS: Was nimmst du aus deinem BFD-Jahr für dein Leben mit? Melissa: (Überlegt.) Ich nehme viele Einblicke aus der Arbeit mit: Das Freilassen von Vögeln etwa. Das sind Momente, die man nicht vergisst. Ich habe auch heute noch Kontakt zu vie- len Menschen aus dem Naturschutz, die ähnliche Ansichten teilen wie ich. Ich habe unglaublich viel gelernt, ohne dass ich mich zum Pauken mit einem Buch hinsetzen musste. Und durch die vielen Vorträge zum Beispiel an Schulen fällt es mir viel leichter, auch vor großen Gruppen zu sprechen. INTERVIEW: CHRISTOPH BAUER E NG A G EME N T FOTO: FELIX LEHNFELD

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