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FLÄCHENVERBRAUCH DURCH STRASSENBAU I FOTO: THOMAS STAAB durch diese Form der Bürgerbeteiligung können wir unsere Landschaft vor weiterer Verschandelung bewahren und der Naturzerstörung Einhalt gebieten. Interessant ist, dass fast niemand das Problem bestreitet und die meisten Menschen flächensparendes Bauen, eine Revitalisierung von Ortskernen oder die Entsiegelung von Flächen für sinnvoll erachten. Wenn dies aber freiwillig nicht geschieht, müssen neben finanziellen Anreizen auch gesetzliche Vorgaben gemacht werden. Dass es nun endlich eine Initiative gibt, die diese Not- wendigkeit auf die politische Agenda bringt, wurde von vielen Menschen mit Freude begrüßt: Das Volksbegehren konnte die erste Hürde von 25.000 Stimmen (notwendig, um den Antrag einzureichen) um das Doppelte überbieten! Schon jetzt wurde das Thema nicht nur ins Bewusstsein vieler Menschen geru- fen, sondern auch im Landtag auf die Tagesordnung gesetzt. Wir werden uns weiter dafür stark machen, dass den alten Versprechen auch endlich wirksame Regeln und Instrumente folgen. NATUR- UND ARTENSCHUTZ BEGINNT VOR DER EIGENEN HAUSTÜRE Bei aller großen Politik dürfen wir aber nicht vergessen, dass der Natur- und Artenschutz vor unserer eigenen Haustüre be- ginnt. Wer gegen Glyphosat auf landwirtschaftlichen Flächen ist, darf auch im heimischen Garten keine Chemie einsetzen, wer Igel mag, sollte seinen Garten in keine Steinwüste verwan- deln, und wer Schmetterlinge liebt, muss auch Brennnesseln zulassen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wunder- baren lebendigen Frühling – und bitte nicht vergessen: Wir haben ein Recht auf dieses Leben um uns herum! dies nun der Fall. Auch der Heimatminister und designierte Ministerpräsident Markus Söder hat in seinem 10-Punkte-Pro- gramm vom Januar ein „Naturpaket“ mit Komponenten wie „Vertragsnaturschutz, Landschaftspflege und Ausweitung des Kulturlandschaftsprogramms KULAP“, einer „Exitstrategie für den Einsatz von Glyphosat“ sowie den Aufbau eines „Natio- nalen Referenzzentrums für Artenschutz“ erwähnt. Das sind durchaus bemerkenswerte Punkte. Selbstverständlich höre ich viele von Ihnen zu Recht sa- gen: „Was zählt sind nicht Worte, sondern Taten!“ Das ist voll- kommen richtig; die Enttäuschungen vieler Jahre haben uns im Natur- und Artenschutz desillusioniert und sehr skeptisch gemacht. Aber wir haben jetzt, gerade vor der Landtagswahl, die einmalige Chance, unsere Forderungen klar und deutlich zu formulieren und an Politiker heranzutragen. Sprechen Sie Ihre Kandidaten auf Themen wie Alpenplan, Flächenver- brauch, Insektensterben und dritter Nationalpark in Bayern an! Fordern Sie mehr Natur und Artenvielfalt in unserer ba- yerischen Heimat, im vollen Bewusstsein, dass Sie dies für die breite Mehrheit der Gesellschaft tun. Der Naturschutz war seit Langem nicht mehr in einer so guten Ausgangsposition wie jetzt – nutzen wir diese Möglichkeit! VOLKSBEGEHREN FLÄCHENFRASS Ein Volksbegehren ist eine gewichtige Angelegenheit. Der LBV-Vorstand hat sich die Entscheidung, ein Volksbegeh- ren gegen den Flächenfraß zu unterstützen und damit den Druck auf Regierung und Kommunen zu erhöhen, nicht leicht gemacht. Nach vielen Jahren erfolgloser Versuche, den Flä- chenverbrauch in Bayern durch freiwillige Maßnahmen ein- zudämmen, sehen wir aber keine andere Möglichkeit: Nur Wer gegen Glyphosat ist, darf auch im Garten keine Chemie einsetzen Folgen Sie mir auf Twitter unter @N_Schaeffer 1|18 VOGELSCHUTZ 9

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