VOGELSCHUTZ_1_18

ANSAAT ODER PFLANZUNG Bei der Verwendung von heimischen Wildpflanzen hat man die Wahl zwi- schen der Aussaat auf eine gut vor- bereitete Fläche frei von Wurzelun- kräutern mit in der Regel möglichst magerem Substrat (die schönsten Blüten haben die Arten der Mager- standorte) oder einer Pflanzung vor- gezogener Setzlinge. Bei der Aussaat zwei- oder mehrjähriger Pflanzen wie beispielsweise Königskerzen, Natternkopf oder Fingerhüten hat sich eine Einsaat mit Initialpflanzung bewährt: So blüht im ersten Jahr die gepflanzte Generation und samt sich aus, im zweiten Jahr blüht die Ansaat. Oder man entscheidet sich für eine Saatmischung aus ein- und mehr- jährigen Arten. Dann werden die Einjährigen (Mohn, Kornblume) nach und nach von den Zwei- und Mehr- jährigen (Natternkopf, Färberkamille) abgelöst. Bunte Insektenweide mit gelb blühender Färberkamille (Anthemis tinctoria) (3) Der Braune Storchschnabel (Geranium phaeum) wächst praktisch überall und samt sich willig aus (1). Die Kuckucks- lichtnelke (Silene flos-cuculi) blüht ab Ende April am feuchten Teichufer (2). WOHER KOMMEN DIE PFLANZEN UND DAS SAATGUT? Wildpflanzen dürfen nicht der Na- tur entnommen werden. Saatgut kann man aber bei Spaziergängen sammeln, wobei es sich von selbst versteht, dass man nicht ganze Be- stände aberntet, sondern nur eini- ge reife Samen oder Samenkapseln mitnimmt. Auch Saatgutbörsen oder der Internetversand sind eine gute Möglichkeit. Pflanzen werden in gro- ßer Auswahl von Spezialgärtnereien kultiviert, oft in Bioqualität. Sie las- sen sich schnell im Internet finden. Aber Vorsicht – sind Sie einmal dem Charme der schönen Wilden erlegen, gibt es kein Zurück mehr. Und dann sieht man die Kornrade vielleicht auch bald in Ihrem Garten. Eine nützliche Adresse für Recherchen ist die Webseite des Naturgarten e.V. Ist man einmal dem Charme der schönen Wilden erlegen, gibt es kein Zurück! BIRGIT HELBIG Freie Referentin für Natur im Garten E-Mail: birgit.helbig@yahoo.de 1 2 3 1|18 VOGELSCHUTZ 31 Bei der Violetten Königskerze (Verbascum phoeniceum) ist der Status „heimisch“ nicht ganz klar, eventuell ist sie auch aus Gärten verwildert.

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