VOGELSCHUTZ_1_18

Der Flussuferläufer ist eine vom Aussterben bedrohte Charakterart der Wildflüsse. Seit 1975 wird der Bestand dieser Watvögel an der Isar zwi- schen Landesgrenze und Wolfratshausen jährlich mindestens abschnitts- weise vom LBV erfasst. Etwa 30 Paare ziehen hier an der Isar aktuell ihre Jungen auf. Schwankungen sind in diesem dynamischen Lebensraum normal, doch sind die Bestände seit Anfang der 1980er Jahre spürbar zurückgegangen. Die Gründe liegen unter anderem in der geänderten Flussdynamik: Wegen des Sylvensteindamms kann der Kies, der aus dem Karwendel kommt, nicht mehr isarabwärts transportiert werden. Zudem wird die Isar stark von Erholungssuchenden genutzt. Verluste auf dem Zug nach Afrika verstärken möglicherweise den Rückgang. Der LBV ver- sucht hier zusammen mit den Behörden, Besucherlenkungskonzepte zu entwickeln. 2018 startet ein auf drei Jahre angelegtes Projekt zur Besu- cherlenkung von der Tiroler Achen bis ins Allgäu, bei dem der Flussufer- läufer eine große Rolle spielt. Die Große Moosjungfer ist eine Libellenart der Moore und moorähnlicher Gewässer. Diese gehen durch Entwässerung und Eutrophierung (Nähr- stoffeintrag) zunehmend verloren. Dadurch ist die Art in Bayern vom Aussterben bedroht. Sie ist zudem im Anhang II der FFH-Richtlinie aufge- führt. Im Rahmen eines von der GlücksSpirale geförderten Projektes wur- den 2014 ihr Vorkommen und die Habitatbedingungen an ausgewählten Weihern in zwei FFH-Gebieten in der Oberpfalz erfasst. Sie fand sich an vier der acht untersuchten Gewässer. Um ihren Lebensraum zu erhalten und zu verbessern, bedarf es einer ausreichenden Wasserversorgung sowie Entfernung des Gehölzaufwuchses in diesen Bereichen. Weitere notwendige Maßnahmen sind eine Verminderung von Nährstoffeinträ- gen, ein angepasster Fischbesatz sowie der Erhalt oder die Schaffung von Flachwasserzonen mit strukturreicher Vegetation. Ursprünglich war die Wechselkröte in dynamischen Flussauen und Tro- ckensteppen beheimatet. Waren in Nordbayern immer nur verstreute Vorkommen bekannt, fanden sich früher große Populationen entlang der südbayerischen Flüsse. Die größten Bestände gab und gibt es im Bereich der Münchner Schotterebene, deren steppenähnliche Heidegebiete frü- her großflächig mit Schafen beweidet wurden. Heute haben diese Flüsse durch Stauwerke ihre Dynamik verloren und die Münchner Heiden sind weitgehend überbaut. Daher ist die Wechselkröte mittlerweile in Bayern vom Aussterben bedroht. Kiesgruben und Truppenübungsplätze stellen die wichtigsten Ersatzlebensräume dar. Der LBV arbeitet seit vielen Jah- ren zum Beispiel im Rahmen des Artenhilfsprojekts Wechselkröte erfolg- reich mit Grubenbetreibern zusammen, um Laichgewässer und Landle- bensräume zu schaffen. Flussuferläufer Große Moosjungfer Wechselkröte 1|18 VOGELSCHUTZ 17 TEXTE: BERND RAAB, CHRISTIAN KÖBELE, ANNE SCHNEIDER, MICHAEL SCHÖDL, SABINE TAPPERTZHOFEN

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