VOGELSCHUTZ_1_18
BIRK- UND ALPENSCHNEEHUHN Das bundesweit bedeutsamste Vorkommen von Birkhühnern findet sich im Alpenraum. Er ist damit auch von großer Wichtigkeit für eine Wiederaus- breitung der Art. Birkhühner sind primär Bewoh- ner des Waldrandes und besiedeln in den Alpen die Latschen-, Zwergstrauch-, Matten- und Alm-/ Alpwiesenregion. Die Bestände galten bislang als stabil, doch weisen aktuelle Bewertungen aus Ma- nagementplänen sowie Art- und Gebietskenner auf lokale Bestandsrückgänge und verwaiste Le- bensräume hin. Der LBV führt daher im Auftrag des Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) eine Bestandserfassung des Birkhuhns in den Alpen durch. Hierbei erfolgt auch eine Bewertung der Le- bensräume in den bekannten Revieren bezüglich des Einflusses von Infra- und Freizeitstrukturen in ihrem Umfeld. Sämtliche Erkenntnisse fließen in ein Maßnahmenpaket zum Schutz der Birkhühner ein. Etwas höher, oberhalb der Baumgrenze befin- det sich der Lebensraum der Alpenschneehühner. Er reicht von den mehr oder weniger steinigen alpi- nen Rasen bis an die vegetationsarmen Kalkschutt- felder in Höhenlagen. Ihre Reviere befinden sich in einem Mosaik aus Schneetälern, Graten, Kuppen und Hängen. Dieser Lebensraumtyp ist in den Bay erischen Alpen eher selten anzutreffen, weshalb sich die Verbreitungsschwerpunkte in den Allgäu- er Alpen, im Wetterstein- und Karwendelgebirge sowie in den östlichen Chiemgauer und Berchtes- gadener Alpen befinden. Bestandsrückgänge bzw. Verwaisung der am tiefsten gelegenen Brutterrito- rien wie in der Schweiz und den Ostalpen sind auch in Bayern zu erwarten. Auch für diese bedrohte Vogelart führt der LBV im Auftrag des LfU Lebens- raumanalyse, -bewertung und Bestandserhebung durch, um bei einer künftigen Einstufung der Art in der Roten Liste gefährdeter Arten in Bayern auf eine fundiertere Datengrundlage zurückgreifen zu können. BRIGITTE KRAFT UND BERND RAAB Aktiver Artenschutz – machen Sie mit! Sie können uns bei der Bestandserfassung un- terstützen, indem Sie uns Sichtungen von Birk- und Alpenschneehühnern melden unter: www.lbv.de/birkhuhn-melden 1|18 VOGELSCHUTZ 15 SEE- UND FISCHADLER Erste Ansiedlungen in der Oberpfalz in den 1990er Jahren wurden zur Keimzelle für die Wiederbe- siedlung, die sich aber nur langsam vollzieht: Noch sind unsere bayerischen Fisch- und Seeadlerpopulationen sehr klein – sie umfas- sen jeweils nur ein gutes Dutzend Paare – und klein heißt empfindlich. Der LBV bemüht sich, die weitere Ausbreitung zu unterstützen. ORTOLAN Eine der seltensten Vogelarten Bayerns und we- gen der fortschreitenden Intensivierung der Landwirtschaft akut vom Aussterben bedroht. In Bayern brütet der Ortolan nur noch in Main- franken. Die letzten Zählungen ergaben rund 240 Reviere – in den 1980er Jahren waren noch an die 900 bekannt. Mittlerweile scheint sich die Population zu stabilisieren. SCHLEIEREULE Der LBV sichert seit Jahrzehnten den Bestand der Schleiereule. Nach einer deutlichen Zunahme dank vieler Nistkastenangebote hat sich dieser in den letzten Jahren wieder halbiert. Hauptur- sachen sind mangelnde Vielfalt und Nahrung im Lebensraum durch eine zu intensive Landwirt- schaft. Der Schleiereule fehlt es an mardersicheren Nistplätzen und unvergitterten Kirchtürmen. GROSSE ROHRDOMMEL Die Große Rohrdommel ist in Bayern vom Aus- sterben bedroht, da die von ihr benötigten großflächigen und strukturreichen Röhrichte sehr selten geworden sind. Der Erhalt und die Wiederherstellung dieser Habitate ist eine Grundvoraussetzung, um ihre Bestände dau- erhaft zu sichern und ihre Wiederausbreitung zu ermöglichen. AUCH UM DIESE ARTEN KÜMMERN WIR UNS GANZ BESONDERS Das Alpenschneehuhn
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