VOGELSCHUTZ 3-20

VOGELSCHUTZ 3|20 39 M I T G L I E D E R S E R V I C E FOTOS: MAX KUGLER, PIXABAY Für die Sensation bei der Stunde der Gartenvögel sorgten dieses Jahr die Teilnehmenden selbst. Über 25.500 Bayern und Bayerin- nen haben Anfang Mai in über 17.400 Gärten, Parks und Balkonen ihre Vögel gezählt und dem LBV gemeldet. Eine Rekordteilnahme, die das bisherige Rekordergebnis des Vorjahres sogar verdoppelt hat. Wie erhofft schlug sich das gestiegene Interesse an der Natur vor der Haustüre in Corona-Zeiten direkt nieder. Leider hat sich der an- fängliche Trend, dass das bundesweite Blaumeisenster- ben in Bayern nur eine Randerscheinung bleibt, im End- ergebnis nicht bestätigt. Auch im Freistaat wurden wie im Bundesdurchschnitt 22 Prozent weniger Blaumeisen pro Garten gemeldet als im Vorjahr. Bereits vor der großen Vogelzählung erreichten LBV und NABU mehr als 1.500 bayerische Verdachtsfälle von toten oder kranken Blaumeisen. Für ganz Deutschland wurden knapp 40.000 betroffene Vögel gemeldet. Als Aus - löser des Blaumeisensterbens wurde das Bakterium Sut- tonella ornithocola bestimmt. Mit den Ergebnissen aus der Vogelzählung kann nun ein sehr wahrscheinlicher Zusam- menhang zwischen der Anzahl der Meldungen kranker Meisen und einem Rückgang der Bestandszahlen herge- stellt werden. Je mehr tote Meisen von einem Ort gemel- det wurden, umso größer waren dort auch die Rückgänge der Meisenzahlen. Wir können davon ausgehen, dass zu- mindest ein Teil des Bestandsrückgangs mit dem diesjäh- rigen Blaumeisensterben zu erklären ist. Für Bayern trifft dies vor allem auf die Landkreise Neustadt an der Aisch -Bad Windsheim, Weißenburg-Gunzenhausen, Dillingen an der Donau, Unterallgäu und Main-Spessart zu. Weitere Arten wie die Goldammer oder das Rotkehl- chen, die im Rahmen des Meisensterbens häufig von Vogelfreunden ebenfalls mitge- meldet wurden, verzeichnen auch einen Rückgang. Auch für diese Vo- gelarten könnte ein Zusammenhang von Verdachtsmeldungen und Bestandsrückgängen beste- hen. Ein Labornachweis des Bakteriums liegt bei diesen Arten jedoch noch nicht vor. Der Haussperling 1 ist nicht nur im Winter, son- dern auch im Sommer der häufigste Gartenvogel in Bay - ern mit über vier Vögeln pro Garten. Der Spatz stagniert jedoch auf dem schlechten Niveau der Vorjahre und kommt schon seit einigen Jahren nur noch in zwei Drit- tel der bayerischen Gärten vor. Die Amsel 2 erholt sich von den Bestandsrückgängen durch das Usutu-Virus in den Vorjahren und den letzten beiden Dürresommern. Sie ist als am weitesten verbreiteter Gartenvogel, der in über 90 Prozent der Gärten gezählt wurde, zurück auf ihrem angestammten zweiten Platz. Dahinter rangiert der Feldsperling 3 vor dem Star 4 . Auf Platz fünf folgt die Kohlmeise 5 vor der Blaumeise 6 . Verlierer dieses Jahr ist wie in den Vorjahren der Grünfink (8.). Er setzt seinen Abwärtstrend fort und wird mittlerweile nur noch halb so oft in den Gärten gezählt wie zu Beginn der Zählung 2005. Auch der Buchfink (11.) stürzt auf einen niedrigeren Rang ab, den er zuletzt vor acht Jahren belegte. Mauersegler (12.) und Mehlschwalben (9.) wurden dieses Jahr erfreulicherweise wieder häufiger gezählt. Als Jäger von Luftplankton, also Luftinsekten, sind beide Arten jedoch durch das Insektensterben gefährdet. Das zeigt auch der Vergleich der Meldedatenmit vergangenen Jahren. So wurden vor einem Jahrzehnt deutlich mehr der Insektenfresser gezählt. Landkreisgenaue Ergebnisse fin - den Sie unter www.stunde-der-gartenvoegel.lbv.de Überwältigende Rekordteilnahme an der Stunde der Gartenvögel Die Blaumeise Die Corona-Krise zwingt uns, viel Zeit zuhause zu verbringen. Für viele Menschen waren die letzten Wochen die Gelegen- heit, um ihre Steuererklärung zu erledigen. Auch wir haben uns über den Prozess beim LBV Gedanken gemacht. Der LBV verschickt seine Spendenbescheinigungen Ende Februar. Sie listen alle Beiträge und Spenden an den LBV des vergangenen Kalenderjahres auf. Bei 100.000 Mitgliedern und Spendern sind das Unmengen an Papier und Porto. Wir haben deshalb den Prozess hinterfragt. Seit 2017 sind Einkommensteuerer- klärungen beleglos. Das heißt, dass man die Steuererklärung ohne Belege und Nachweise abgeben kann. Bei Spenden bis zu 200 Euro ist keine Spendenbescheinigung notwendig. Müssen in Einzelfällen trotzdemNachweise erbracht werden, genügt als Beleg beispielsweise ein Kontoauszug. WICHTIGER HINWEIS | STEUERBESCHEID Mit der Jahresspendenbescheinigung Porto und Papier sparen 09174 -47 75 -7119 | mitgliederservice@lbv.de Für das Kalenderjahr 2020 bedeutet das: Wir schicken nicht mehr automatisch eine Spendenbe- scheinigung, sondern nur an Mitglieder und Spender mit einer kumulierten Jahressumme ab 200 Euro . So- mit können wir jede Menge Papier und Porto sparen – Geld, das wir viel lieber in unsere Naturschutzarbeit stecken. Auf Wunsch können Sie selbstverständlich trotzdem für jede Spende eine Spendenbescheini- gung anfordern. Eine kurze Info an den Mitgliederser- vice genügt.

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