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Masterarbeit: Ursachen für den Bestandsrückgang des Ortolans in Mainfranken

Der LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.) ist der älteste unabhängige Naturschutzverband Bayerns und setzt sich mit zahlreichen Programmen für den Erhalt der Artenvielfalt ein. Im Rahmen des Artenhilfsprogramms Ortolan wird eine Masterarbeit
ausgeschrieben, die die Ursachen für den Bestandsrückgang des Ortolans (Emberiza hortulana) im mainfränkischen Verbreitungsgebiet untersuchen soll.


Der Ortolan kommt im gesamten süddeutschen Raum nur noch in Mainfranken vor. In den Brutgebieten ist sein unverkennbarer und melodischer Gesang während der Paarungszeit weithin zu hören. Der Bayerische Ortolan-Bestand ist seit den 1980er Jahren jedoch stark zurückgegangen: mit geschätzten 100 Brutpaaren steht der etwa sperlingsgroße Singvogel in Bayern aktuell am Rande des Aussterbens. Der Ortolan ist ein Bewohner offener Agrarlandschaften, benötigt aber kleinstrukturierte Lebensräume mit geeigneten Bruthabitaten, Nahrungshabitaten und Singwarten sowie Singgemeinschaften mit anderen Ortolanen in nächster Umgebung. Durch die steigende Intensivierung unserer Agrarlandschaften und die resultierende Abnahme an struktureller Diversität werden geeignete Habitate zunehmend seltener.


Seit 2006 wird das Artenhilfsprogramm Ortolan durch den LBV koordiniert und im Auftrag des Bayerischen Landesamtes für Umwelt umgesetzt. Zwar konnte die Bayerische Ortolan-Population auf dem aktuellen, niedrigen Niveau stabilisiert werden. Der erhoffte Aufschwung und eine Vergrößerung der Population blieben bisher jedoch trotz intensiver Schutzbemühungen aus und die Ergebnisse der letzten landesweiten Kartierung sind alarmierend.

Um die Schutzmaßnahmen zukünftig noch weiter optimieren zu können, sollen deshalb z.B. folgende Fragen beantwortet werden:

  • Wie hoch sind Verpaarungsgrad und Weibchen-Unterschuss?
  • Was sind die wichtigsten Nahrungsressourcen?
  • Welche Bruthabitate nutzt der Ortolan vorzugsweise?
  • Wie hoch ist der Bruterfolg?
  • Welchen Einfluss haben Störungen, z.B. durch Erholungssuchende?
  • Wie hoch ist der Prädationsdruck einzuschätzen?

Um die sensiblen Bayerischen Populationen zu schonen, ist vor allem intensive, aber störungsarme Beobachtung geplant. Die Freiland-Arbeit beginnt Anfang/Mitte April 2022, wenn die Ortolane in den Mainfränkischen Bruthabitaten ankommen, und sollte im Idealfall bis Juli 2022 anhalten, um Beobachtungen zu Verpaarung, Brutgeschehen, Jungenaufzucht sowie zur anschließenden Mauser
zu ermöglichen. Die Erfassungen werden zwischen Schweinfurt, Kitzingen und Würzburg stattfinden.

Ein zweiter wichtiger Teil der Arbeit ist die Untersuchung des Landschaftskontexts im Rahmen einer GIS-Assoziationsanalyse. Hierbei sollen Zusammenhänge z.B. zwischen Bodentypen, angebauten Feldfrüchten oder Veränderungen in der Landschaftsstruktur über die letzten Jahre und der Besiedlung sowie dem Bruterfolg des Ortolans untersucht werden. Den Einfluss dieser Faktoren genauer zu analysieren ist dringend notwendig, um dem Ortolan zukünftig optimale Brutbedingungen bieten zu können.

Die Abdeckung beider Bereiche ist wünschenswert. Allerdings kann die GIS-Assoziationsanalyse auch als separate Arbeit durchgeführt werden. Bewerben Sie sich also gerne auch, falls Sie nur einen der genannten Bereiche abdecken können.

 

AUF EINEN BLICK

Diese Tätigkeiten erwarten Sie:

  • Intensive Beobachtungen und Dokumentation aller Ortolan-Aktivitäten während der Brutsaison, vor allem in den Stunden um Sonnenaufgang und -untergang, wie z.B.
    • Gesangsaktivitäten
    • Nestbauaktivitäten
    • Fütterungsverhalten
    • Ausflug von Jungvögeln
    • Beobachtung von Prädation und anderer Störungen
  • GIS-Assoziationsanalyse
  • Statistische Auswertung und grafische Aufbereitung der Ergebnisse

Das bieten wir interessierten Master-Studierenden:

  • Die Möglichkeit, einen Beitrag zum Schutz einer vom Aussterben bedrohten Art zu leisten
  • Einarbeitung und Unterstützung durch einschlägige Expert*innen
  • Zuarbeit von mehreren Praktikant*innen, die bei der Datenerhebung unterstützen
  • Hochwertige Optik wird gestellt
  • Einblick in Monitoring und angewandten Artenschutz
  • Falls benötigt: Organisation einer Unterbringung vor Ort

Das bringen Sie mit:

  • gute ornithologische Grundkenntnisse (sichere Bestimmung häufiger Feldvogelarten und ihrer Stimmen)
  • Erfahrung im Umgang mit Fernglas und/oder Spektiv
  • gute GIS-Kenntnisse
  • gute Statistik-Kenntnisse
  • eigenes KFZ ist wünschenswert
  • Begeisterung für den Naturschutz, sowie Ausdauer, Geduld und die Bereitschaft, bei jedem Wetter draußen zu arbeiten
  • Bereitschaft auch an Wochenenden und Feiertagen zu arbeiten

Die ausgeschriebene Masterarbeit verbindet praktischen Artenschutz mit wissenschaftlicher Qualifikation und schafft die Möglichkeit, ganz unmittelbar zum Erhalt einer Rote-Liste-Art beizutragen. Wenn Sie Interesse an der Bearbeitung dieser spannenden, vielfältigen und herausfordernden Fragestellung haben, freuen wir uns über Ihre aussagekräftige Bewerbung per E-Mail an: . Auch bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.


Falls Sie das Thema lieber in einem kleineren Umfang bearbeiten möchten, beachten Sie bitte auch unsere aktuelle Ausschreibung eines Freiland-Praktikums im Rahmen des Artenhilfsprogramms Ortolan.

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