LIFE EUROKITE

Internationales Schutzprojekt für den Rotmilan

Der Rotmilan ist für Ornithologen und Vogelfreunde eine besondere Art. Er ist, bis auf einige ganz wenige Ausnahmen, ausschließlich in Europa heimisch und hat seinen Verbreitungsschwerpunkt zudem auch noch hier bei uns, in Deutschland. Daher haben wir auch eine besonders hohe Verantwortung für den Schutz dieses Greifvogels. Mit dem internationalen und von der EU geförderten Projekt LIFE EUROKITE wollen wir in Bayern den Schutz des gefährdeten Rotmilans weiter voranbringen.

Rotmilan im Landeanflug | © Josef Baumgartner © Josef Baumgartner
Die Laufzeit des Projekts wird in etwa sieben Jahre dauern

Worum geht's?

Logo des Projekts LIFE EUROKITE
Logo des Projekts LIFE EUROKITE

Der Rotmilan schafft es auch des Öfteren in das Blickfeld der breiten Öffentlichkeit, etwa beim Thema Windenergie. Doch nicht nur Windkraftanlagen stellen eine Gefahr für diese Art dar. Sehr unterschiedliche Populationstrends in Europa legen nahe, dass der Rotmilan vor allem unter der illegalen Nachstellung und hier insbesondere unter Vergiftungen leidet.

Das nun startende Projekt LIFE EUROKITE soll hier etwas Licht ins Dunkel bringen und in gewissem Maß auch Abhilfe schaffen, sprich, durch menschliche Einwirkung bedingte Verluste zumindest eindämmen.

Entwickelt und „angeschoben“ wurde LIFE EUROKITE von der Mitteleuropäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Greifvögel (MEGEG) zusammen mit dem Technischen Büro Rainer Raab, beide mit Sitz in Österreich.

Beteiligt sind an dem internationalen Projekt aber zahlreiche weitere Projektpartner in insgesamt 8 europäischen Ländern – und einer davon ist der LBV: Wir wollen dieses Projekt nutzen, um auch in Bayern den Schutz des Rotmilans voranzubringen.

Ziele und Maßnahmen des Projekts

Rotmilan sitzt auf einem gebogenen Ast | © Rosl Rößner © Rosl Rößner
Im Laufe des Projekts sollen 80 Rotmilane beringt und besendert werden um herauszufinden, wo und wie ein Vogel umkommt

Das erste Ziel des Projekts ist es, in vielen Staaten West-, Mittel- und Osteuropas die Gründe für die nicht-natürliche Mortalität des Rotmilans zu untersuchen. Hierfür sollen europaweit hunderte Rotmilane (und z.T. auch andere Greifvögel) mit GPS-Sendern ausgestattet werden, und natürlich soll auch Bayern hier einen Beitrag leisten.

In den Landkreisen Memmingen/Unterallgäu, Augsburg, Aichach-Friedberg, Weißenburg-Gunzenhausen, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen und Main-Spessart – also in bayerischen Dichtezentren des Rotmilans – sollen in den nächsten Jahren insgesamt 80 junge Rotmilane im Nest beringt und mit den entsprechenden Sendern ausgestattet werden.

Diese Sender erlauben uns, während der Lebensdauer dieser besenderten Vögel, alle ihre Bewegungen zu verfolgen und vor allem (und das ist für das zentrale Ziel des Projektes entscheidend) erfahren wir durch die Sender sofort, wenn einer dieser Vögel umkommt und wo er umkommt – fast auf den Meter genau.

Das wiederum ermöglicht uns den umgekommenen Vogel zeitnah aufzuspüren, ihn zu bergen, die Todesursache festzustellen und im Umfeld der Fundstelle auch Beweise für eventuelle Handlungen sicherzustellen, also zum Beispiel Giftköder, Fallen oder ähnliches.

Mit diesem Wissen können wir dann Gegenmaßnahmen einleiten, wenn der Vogel wirklich an menschlicher Einwirkung gestorben ist – lokal etwa durch Öffentlichkeitsarbeit, die juristische Verfolgung z.B. illegaler Nachstellung, Schutzmaßnahmen gegen Vogelschlag und Verluste an Stromtrassen, aber auch überregional, z.B. indem wir das Interesse der Medien und der Öffentlichkeit auf solche Risiken für den Rotmilan lenken und großräumig für das Anliegen seines Schutzes werben.

Hintergrund LIFE

Das LIFE Programm ist das Finanzierungsinstrument der EU für Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen. Der aktuelle Förderzeitraum 2014-2020 verfügt über ein Budget von 3,4 Mrd. EUR. Innerhalb der 2 verschiedenen Unterprogramme werden Projekte für verschiedene Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen finanziert.

Im Rahmen des Unterprogramms Umwelt werden Projekte für Naturschutz und biologische Vielfalt, Umwelt- und Ressourceneffizienz, Umweltgovernance und Information finanziert. Das Unterprogramm Klimaschutz finanziert Projekte zur Eindämmung des Klimawandels, zur Anpassung an den Klimawandel, zur Steuerung des Klimas und zur Information.

Das LIFE-Programm begann 1992 und hat bisher über 5.400 Projekte kofinanziert. Bis 2013 hatte LIFE rund 3,1 Mrd. EUR zum Umweltschutz beigetragen. Auch der LBV führte einige Life-Natur-Projekte durch, die Sie hier finden.

Förderer & Partner

Logo NATURA 2000
Bayerischer Naturschutzfonds

Die Koordination vom LIFE EUROKITE Projekt übernimmt die Mitteleuropäischen Gesellschaft zur Erhaltung der Greifvögel (MEGEG) welche die Umsetzung des Projekts an das Technische Büro Rainer Raab ergeben hat.

Das LIFE EUROKITE Projekt hat viele Partner in ganz Europa sowie Kooperationen mit verschiedenen Institutionen.

Das Projekt vernetzt sich auch mit anderen LIFE Projekten die ähnliche Ziele verfolgen.

Mehr Infos erhalten Sie auf der offiziellen Projektwebseite

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