Ein Rückkehrer braucht Hilfe

Wir bringen den Fischadler zurück nach Bayern

Fischadler startet mit Beute | © Zdenek Tunka © Zdenek Tunka

Im 19. Jahrhundert war der Fischadler hierzulande noch ein verbreiteter Brutvogel. Mitte des 20. Jahrhunderts war er in Bayern ausgerottet. Die Gründe: Menschliche Verfolgung und über die Nahrungskette angereicherte Umweltgifte. Anfang der 1990er Jahre siedelte sich erstmals wieder ein Paar in der Oberpfalz an - diese Keimzelle leitete die Rückkehr des Fischadlers nach Bayern ein. Gelingen kann sie aber nur, wenn wir ihn dabei unterstützen. 

Der Fischadler war in Bayern einmal ein verbreiteter Brutvogel. Aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erreichte die schon Jahrzehnte währende Verfolgung eine bis dahin nicht gesehene Intensität und führte zu einem rapiden Bestandsrückgang. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Fischadler in Bayern ausgerottet, und in anderen Regionen Mittel- und Westeuropas sah seine Situation kaum besser aus.  

Ab den 1920er Jahren leitete ein besserer rechtlicher Schutz die langsame Erholung des Fischadlers in Deutschland  Arten ein. Aber schon in den 1950er Jahren erwuchs alle Spitzenprädatoren unserer Vogelwelt eine neue Bedrohung aus der zunehmenden Belastung mit Umweltgiften und deren fatalen Auswirkungen auf Überlebensraten, Fruchtbarkeit und Fortpflanzungserfolg: Insbesondere die Belastung mit DDT machte die ersten zarten Erholungstendenzen zunichte und ließen die Bestände des Seeadlers bis in die 1970er Jahre auf niedrigem Niveau stagnieren, während die des Fischadlers sogar noch weiter zurückgingen. Erst von da an - nach dem DDT-Verbot und in Folge intensiver Schutzmaßnahmen - nahmen der Bruterfolg und nachfolgend auch die Bestände von Fisch- und Seeadler in Europa wieder zu (HAUFF 2009, SAUROLA 1997, SCHMIDT-ROTHMUND et al. 2014, WEBER et al. 2003).
Diese Entwicklung hat sich seither fortgesetzt, hält in vielen europäischen Ländern noch an und hat in weiten Teilen des europäischen Brutareals zur Erholung der Fisch- und Seeadlerbestände geführt. Den letzten Erhebungen für die europäische Rote Liste zufolge belaufen sich diese derzeit auf 8.400 - 12.300 Fischadlerpaare (davon 5.800 - 7.500 in der EU) und 9.000 - 12.300 Seeadlerpaare (davon 3.500 - 4.200 in der EU)
(BIRDLIFE INTERNATIONAL 2015).

 

Ulrich Lanz

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