Anlage von Nahrungsflächen für die Wiesenweihe

Geeignete Jagdhabitate gehen zunehmend verloren

Besonders in Jahren geringer Feldmausvorkommen ist die Wiesenweihe auf die wenigen noch vorhandenen Grünland-, Luzerne-/Kleegrasflächen und vielfältige Randstrukturen angewiesen, denn dort ist ihre Hauptbeute – die Feldmaus – besonders gut erreichbar (Kracher 2008, Elhardt 2010).

Durch Intensivierung der Landwirtschaft und Flurbereinigungen nehmen diese Areale jedoch zunehmend ab. Dies ist ein möglicher Grund für die in den letzten Jahren zurückgegangene Reproduktion fränkischer Wiesenweihen. Die Anlage geeigneter Nahrungsflächen für die Wiesenweihe kann die Menge und Verfügbarkeit der Beute wieder erhöhen, und wird als wichtige Maßnahme angesehen, um eine positive oder zumindest stabile Populationsentwicklung zu fördern.

Im April 2016 wurde somit die erste Probefläche im Landkreis Würzburg angelegt (siehe Grafik unten). Wichtig bei der Anlage von Wiesenweihen-Nahrungsflächen ist eine Kombination aus Blüh- und Luzerne- oder Kleegrasstreifen. Diese Flächen sollten zunächst mindestens zwei bis drei Jahre bestehen können.

Vor allem Feldmäuse können sich in einem unbearbeiteten Blühstreifen gut ansiedeln und weisen im zweiten und dritten Standjahr die höchsten Bestände auf. Eine jährlich dreimalige Mahd der Luzerne-/Kleegrasflächen von Mai bis August gewährt die Erreichbarkeit der Beute für die Wiesenweihe und fungiert somit als Jagdfläche. Ein positiver Nebeneffekt ergibt sich für Bodenbrüter und Insekten durch den neu gewonnenen Lebensraum.

In den Jahren 2018 und 2019 werden weitere Gelder des Landesamts für Umwelt (LfU) für die Vermittlung und Entschädigung von Wiesenweihen-Nahrungsflächen zur Verfügung stehen. Dank der hervorragenden Kooperationsbereitschaft örtlicher Landwirte ist es möglich, eine größere Anzahl an Nahrungsflächen in diesen Jahren anzulegen und dadurch auch zu mehr Biodiversität in der Agrarlandschaft beizutragen.

Norma Rudat

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