Uhuschutz: Aktuelles aus den Projekten

Alles über Monitoring, Bruterfolge oder andere Ereignisse

Kein gutes Jahr für den Uhu: Nahrungsmangel und Nässe lassen Nachwuchs ausbleiben

Die Brutsaison bei den bayerischen Uhus geht erst zu Ende und die Meldungen unserer Aktiven laufen noch ein. Aber ein Trend zeichnet sich schon eindeutig ab - leider ein ziemlicher negativer: 2013 ist eines der schlechtesten Brutjahre seit dem Beginn unserer systematischen Kontrollen im Jahr 2001! In manchen Regionen Bayerns - etwa im Frankenjura - trennt uns nicht mehr viel von einem Totalausfall, und selbst aus Regionen mit günstigeren Bedingungen für den Uhu - etwas an Main und Lech -, die sonst auch in schlechten Jahren meist noch recht gute Brutergebnisse erzielen, erreichen uns heuer alarmierende Meldungen: Überall fehlt es an Nachwuchs...

Zwei Gründe gibt es offenbar für das schlechte Abschneiden: Mäuse und andere Kleinsäuger waren schon im Winter und über das ganze Frühjahr in vielen Regionen absolute Mangelware - wohl wegen der fehlenden Buchenmast im Vorjahr. Damit fehlt eine wichtige Nahrungsgrundlage. Viele Paare haben daher gar nicht erst mit der Brut begonnen. Und von den wenigen Bruten, die wir dann doch entdeckt haben, sind viele dann noch ein Opfer des ungewöhnlich nasskalten Frühjahrs geworden.

Nur was wir kennen, können wir schützen: Uhuerfassung an Inn und Salzach startet

In Gebieten, die im Artenhilfsprogramm Uhu seit Jahren intensiv kontrolliert werden, kennen wir (fast) jedes Uhuvorkommen - und jedes Vorkommen das wir kennen, können wir auch schützen. Egal, ob es um Maßnahmen zur Lebensraumgestaltung geht, die dem Uhu bessere Jagdbedingungen und ein besseres Nahrungsangebot sichern. Ob um die Sicherung von Brutplätzen aus zweiter Hand in Steinbrüchen oder anderen Abbaustätten. Oder um den Schutz des Uhus vor Eingriffen, vor Bauvorhaben zum Beispiel die wichtige Jagdgebiete entwerten würden oder um die Errichtung von Windkraftanlagen, die - so wichtig und fördernswert diese Technologie am richtigen Standort auch ist - in zu enger Nachbarschaft zu einem Uhuvorkommen dessen Ende bedeuten kann.

Aber es gibt auch die berühmten "weißen Flecken" auf der Verbreitungskarte des Uhus in Bayern: Gebiete, wo wir wissen, dass der Uhu vorkommt, wir aber keine Details kennen und vor allem nicht die genaue Lage von Brutplätzen und Jagdgebieten - und wo wir deshalb nicht so für den Schutz des Uhus sorgen können, wie wir das gerne möchten. Einen solchen "weißen Fleck" wollen wir in diesem und dem nächsten Jahr tilgen: In den Flußtälern von Inn und Salzach vermuten wir bedeutende Uhuvorkommen. Eine Erfassung, die dazu Näheres ans Licht bringen soll, ist 2013 angelaufen. Auch Sie können mit ihrem Wissen oder auch mit praktischem Wissen dazu beitragen, dass wir den Uhu dort bald besser schützen können. Näheres erfahren Sie hier.

Ein Erfolgsmodell findet Nachahmer: Steinbruchpakt wird ausgeweitet

Steinbruchpflege für den Uhu | © Salzmann © Salzmann
Anbringung des neuen Uhu Nistkastens in einem Steinbruch.

Die Hälfte aller bayerischen Uhus ist in Steinbrüchen und anderen Abbaustätten zuhause. Aber viele dieser wertvollen Lebensräume aus zweiter Hand sind gefährdet. Um ihre Vernichtung durch die oft drohende Verfüllung zu verhindern, um Störungen laufender Bruten zu verhindern und um auch in Steinbrüchen, die derzeit noch nicht für den Uhu nutzbar sind, noch im Abbau Brutmöglichkeiten für die Zukunft zu schaffen, kooperiert der LBV seit Jahren mit Steinbruchbetreibern in Unterfranken: In einem "Steinbruchpakt" konnten bislang mit rund einem Dutzend kleiner und großer Unternehmen Vereinbarungen getroffen werden, innerhalb derer diese wichtige Schutzmaßnahmen unterstützen, zum Teil sogar selber umsetzen und so mithelfen, die Uhuvorkommen in ihren Steinbrüchen dauaerhaft zu sichern. Auch die Dachverbände, der Bayerische Industrieverband Steine und Erden e.V. (BIV) sowie die Arbeitsgemeinschaft bayerischer Bergbau- und Mineralgewinnungsbetriebe (ABBM) unterstützen diese Zusammenarbeit.

Diese vorbildhafte Zusammenarbeit wird in Zukunft Schritt um Schritt auf andere Regionen ausgeweitet. Einzelne Nachahmer gibt es bereits in Oberfranken und für 2013 und 2014 planen wir im Artenhilfsprogramm nun den Aufbau ähnlicher Kooperationen im Landkreis Neumarkt mit seinen zahlreichen Uhuvorkommen, fast durchweg in Steinbrüchen.

Neues Zuhause für den Uhu

Der LBV und die Hartsteinwerke Schicker haben eine neue Nistplattform für den Uhu im Landkreis Bayreuth angebracht. Ziel der Kooperation zwischen Abbaubetrieb und Naturschutz ist es, Betriebsabläufe und Ansprüche seltener Arten in Einklang zu bringen. Darüber hinaus wird die Wertschätzung seltener Lebensräume gefördert. 

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Christiane Geidel

0 91 74 / 47 75 - 74 33

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