Werde laut! - Neue Agrarpolitik zum Schutz der Artenvielfalt

Der Feldhase verschwindet aus Europas Agrarlandschaft - die EU muss handeln - mit einer neuen Agrarpolitk

Der Feldhase verschwindet aus Europas Agrarlandschaft. Die EU muss jetzt handeln – mit einer neuen Agrarpolitik, die den Schutz der Artenvielfalt in den Mittelpunkt stellt. Das Europa-Parlament wird dazu in den kommenden Monaten abstimmen. Schick deshalb jetzt eine Nachricht an deine EU-Abgeordneten.

Werde Laut für Mich! Neue Agrarpolitik Jetzt |© NABU © NABU
Werde Laut für Mich! Die neue Kampagne des Nabu zum Thema Agrarpolitik.

Der Bestand des Feldhasen geht in Europa seit Jahrzehnten zurück, in Deutschland steht er als gefährdete Art auf der Roten Liste. Besonders die industrielle Landwirtschaft macht ihm zu schaffen. In einer immer intensiver genutzten Agrarlandschaft findet er kaum noch Verstecke vor Fressfeinden und für die Aufzucht seiner Jungen.
Auch seine Nahrungsgrundlage aus Wildkräutern, Gräsern und Blüten geht durch den Einsatz von Pestiziden und Düngern stark zurück.

Es ist dringend Zeit zu handeln, wenn wir Feldhase, Rebhuhn und Co. retten wollen. Gib ihnen deine Stimme mit deiner Nachricht an die Abgeordneten des EU-Parlaments. Die EU muss jetzt handeln – mit einer neuen Agrarpolitik, die den Schutz der Artenvielfalt in den Mittelpunkt stellt.

Es ist wichtig, dass wir jetzt laut werden, denn das Europa-Parlament wird dazu in den kommenden Monaten abstimmen.

Forderungen für eine naturverträgliche Landwirtschaft in der EU

  • Space for Nature - Mehr Platz für Feldhasen, Vögel und Insekten – mindestens 10 Prozent der Betriebsfläche für die Artenvielfalt.

  • Money for Nature - Naturschutzleistungen von Europas Landwirt*innen belohnen – mit 15 Milliarden Euro pro Jahr.

  • Change for Nature - Umbau statt Stillstand in der Landwirtschaft fördern – umweltschädigende Subventionen beenden.
Feldhase |© Herbert Henderkes © Herbert Henderkes
Der Feldhase ist stark bedroht.

Vorkommen des Feldhasen in Deutschland

Feldhase im Dunst |© Andreas Hartl © Andreas Hartl
Der Feldhase wird in der bundesweiten Rote Liste als „gefährdet“ geführt.

Noch in den fünfziger Jahren waren Feldhasen in großer Zahl auf unseren Feldern und Wiesen zu finden. Heutzutage gibt es von dem einstmaligen Allerweltstier nur noch etwa zwei bis drei Millionen Tiere über ganz Deutschland verteilt.

Exakte Bestandszahlen von früher gibt es kaum. Über die Anzahl der auf Jagden getöteten Hasen, lassen sich Rückschlüsse auf das Ausmaß der Bestandseinbrüche ziehen. Wurden im Jahr 1980 noch rund 825.000 Feldhasen geschossen, ging diese Anzahl im Jahr 2017 auf etwa 185.000 zurück. Das ist ein Rückgang von 77 Prozent. Grob geschätzt kann man also sagen, dass die damaligen Feldhasenbestände auf ein Viertel geschrumpft sind.

Die Anzahl der überfahrenen und tot aufgefundene Tiere ist in den letzten fünf Jahren um weitere zehn Prozent zurückgegangen. Das könnte darauf hinweisen, dass die Bestände des Feldhasen immer noch abnehmen. Allerdings sind die Bestandsdichten bei sogenannten Scheinwerferzählungen seit etwa zehn Jahren mehr oder weniger stabil, wenn auch auf niedrigem Niveau.

Aufgrund des starken Rückgangs wird der Feldhase in der bundesweiten Rote Liste als „gefährdet“ geführt.

Werde laut für mich!

2.500 Sprachnachrichten fürs EU-Parlament

Knapp 2.500 Sprachnachrichten für eine naturverträgliche Landwirtschaft haben uns in den letzten Monaten erreicht in der ersten Phase der "Werde laut für mich!"-Kampagne – die meisten davon aus Deutschland.

Auch aus sechs anderen EU-Ländern von Irland bis Zypern wurden hunderte von Nachrichten aufgenommen.

Einen Riesen-Dank an alle, die an dieser Aktion mitgemacht haben! Wir sind begeistert und spielen die Sprachnachrichten zusammen mit unseren BirdLife-Partnern weiter an die Europa-Abgeordneten aus.

Alle Sprachnachrichten 

 

Wir brauchen eine neue Agrarpolitik - Jetzt!

Voraussichtlich am 20. Oktober 2020 ist es soweit: Dann nämlich entscheiden die Europaabgeordneten über das Schicksal unserer Artenvielfalt bis ins nächste Jahrzehnt – mit einem Beschluss zur EU-Agrarpolitik bis 2027.

Um das dramatische Artensterben bei Vögeln, Insekten und Pflanzen im ländlichen Raum zu stoppen, müssen wir dringend unsere Landwirtschaft umgestalten. Alle Betriebe müssen ihren Teil zum Naturschutz beitragen. Und besondere Naturschutzleistungen sollen besser als bisher belohnt werden. Die Agrarmilliarden, die derzeit pauschal per Gießkanne verteilt werden, müssen wir in den Aufbau einer umweltverträglichen Landwirtschaft investieren.

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