LBV MAGAZIN 3|26 47 FOTOS: ALF PILLE (2) Spektiv trifft Fernglas: das BTX von Swarovski Optik im Einsatz TEST Mit dem Swarovski Optik BTX im Gebirge Geier im Blick Ich hatte nicht gedacht, dass ich so viel auf Felsblöcke starren würde. Ich hatte mich eigentlich für ein Praktikum im Bartgeierprojekt von LBV und Nationalpark Berchtesgaden gemeldet, weil ich majestätische Vögel sehen wollte, Auseinandersetzungen mit Steinadlern, große Bergmomente aus dem Bilderbuch. Doch als ich leicht aufgeregt und vom Aufstieg außer Atem meine erste Schicht am Beobachtungsstand in der Halsgrube im Klausbachtal antrete, sitzen da Veit und Astrid, zwei andere Ehrenamtliche, und strahlen eine sehr große Ruhe aus. Eingehüllt in alte Schlafsäcke, Erfassungsbogen auf den Knien, begrüßen sie mich zwar freundlich, heben aber kaum die Köpfe von den Okularen ihrer Spektive. Denn eins lerne ich sofort: Beim Bartgeiermonitoring muss man jede Bewegung der Vögel notieren. Und damit meine ich wirklich jede: fressen (wie viel), herumsitzen, nach links oder rechts rücken, sich putzen, koten, abfliegen, landen, erneut fressen, und das ganze wieder von vorne. Nur so lässt sich nachvollziehen, ob sich die Tiere gut entwickeln. Und darum geht’s hier schließlich. Nach einer kurzen Einarbeitung fällt die Übergabe durch die beiden dann knapp aus: „Vinzenz sitzt links auf der Felskanzel. Ist im Spektiv eingestellt. Er ist kaum geflogen, naja, bei dem Wetter … Wir sehen uns morgen. Servus.“ Und dann sitze ich da und mache das, was ich die nächsten sechs Tage mache: Durchs Spektiv schauen und stundenlang Bartgeier beobachten. Diese sind allerdings manchmal hinter einem Felsblock oder tief in einer Nische Wenn stundenlange Vogelbeobachtung unter erschwerten Bedingungen gefordert ist, ist der Nutzende für jeden Komfort seines Spektivs dankbar. Das LBV-Bartgeierprojekt ist so ein Extrembeispiel. Ein Erfahrungsbericht. versteckt, was dazu führen kann, dass man den Moment verpasst, in dem sie ihr „Versteck“ verlassen. So behält man vielleicht über Stunden eine Stelle im Auge, an der schon lange kein Geier mehr hockt. Dann heißt es, den schwarzgrauen Vogel in der riesigen grauen Felswand wiederfinden. Bei einem solchen Beobachtungsmarathon macht Komfort bei der Optik einen echten Unterschied. Deswegen bin ich froh über das BTX, das Swarovski Optik uns hier im Rahmen der LBV-Kooperation zur Verfügung stellt. Es ist ein Spektiv mit Fernglaseinblick. Man hat also eine 35-fache Vergrößerung, beobachtet aber mit beiden Augen, was deutlich weniger anstrengend ist, als ständig eines zukneifen zu müssen. Dazu entlastet eine Stirnstütze den Nacken. Die einfache Schärfeneinstellung, das perfekte Bild, das große Sehfeld, all das erwartet man natürlich bei den Österreichern. Dennoch bin ich unter diesen Bedingungen besonders froh drum. Und dann hebt Vinzenz plötzlich ab und gleitet majestätisch an den Felsen entlang. Seine imposante Größe wird sichtbar. Für diese paar Sekunden hat sich alles gelohnt. Er wird langsamer, setzt zur Landung an und – verschwindet hinter ein paar Felsblöcken. Schneeregen setzt ein. Die Schicht dauert noch dreieinhalb Stunden. Tee ist alle. Ich starre auf Felsblöcke – und weiß genau, warum. ALF PILLE Geschäftsführer, Landesgeschäftsstelle Hilpoltstein E-Mail: alf.pille@lbv.de
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