LBV magazin 3-26

LBV MAGAZIN 3|26 29 NEUKIRCHEN | OBERPFALZ 1.650 Stunden für die Natur BAYREUTH | OBERFRANKEN Kleine Tümpel, große Wirkung LANDSHUT | NIEDERBAYERN Gemeinsam gegen das Zackenschötchen Die LBV-Ortsgruppe Neukirchen rund um Ernst Luber, Peter Luly, Gerhard Horn und Uwe Heck (v.l.n.r. im Bild) blickt auf ein intensives Naturschutzjahr 2025 zurück. Im Mittelpunkt standen zahlreiche Arbeitseinsätze auf zwölf Flächen: Es wurde gemäht, Gehölze wurden gepflegt, Beweidung organisiert und wertvolle Lebensräume erhalten. Dazu kamen regelmäßige Treffen, Wanderungen und Bildungsangebote. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf Kartierungen. Insgesamt erfassten die Aktiven 104 Vogelarten, darunter seltene Gäste und Brutvögel wie Rosenstar, Bienenfresser, Wiedehopf, Nachtigall, Kornweihe und Schwarzstorch. Mit Grau- und Nilgans konnten zudem neue Brutvögel nachgewiesen werden. Auch Heuschrecken- und Orchideenstandorte wurden dokumentiert und kontrolliert. Rund 1.650 ehrenamtliche Arbeitsstunden zeigen eindrucksvoll, wie breit und engagiert die Ortsgruppe aufgestellt ist. GERHARD HORN Wenn Frühjahre immer trockener werden, geraten heimische Amphibien zunehmend unter Druck: Für ihre Fortpflanzung sind sie auf Wasser angewiesen. Umso wichtiger ist es, Niederschläge möglichst lange in der Fläche zu halten und neue Laichgewässer zu schaffen. Im Gemeindegebiet von Gesees wurden dafür zwei Feuchtwiesen mit insgesamt rund 6.500 Quadratmetern gesichert. Anfang März 2026 entstanden dort drei neue Laichtümpel mit jeweils etwa 50 Quadratmetern Fläche und 80 Zentimetern Tiefe. Sie füllten sich rasch mit Wasser und bieten nun nicht nur Amphibien wertvolle Fortpflanzungsplätze, sondern auch Wasserinsekten, Pflanzen und vielen weiteren Arten neuen Lebensraum. Finanziert wurde die Maßnahme von der Heidi-Götzl-Wildtierstiftung, der LBV Bayreuth begleitet Pflege und Umsetzung fachlich. DR. ANDREAS VON HESSBERG Der LBV Landshut nimmt eine bislang wenig beachtete Problempflanze ins Visier: das Orientalische Zackenschötchen. Die rapsähnlich blühende Art kann sich besonders auf mageren, extensiv gepflegten Standorten stark ausbreiten und dort dichte Reinbestände bilden – mit Folgen für heimische Pflanzen und die auf sie angewiesene Tierwelt. Im Bereich des Naturschutzgebietes an den Mittleren Isarstauseen will die Kreisgruppe nun verhindern, dass sich die Art weiter in wertvolle Trockenbiotope ausbreitet. Langfristiges Ziel ist es, die Zackenschoten-Bestände in der Region vollständig zurückzudrängen. Dafür setzt der LBV auf Zusammenarbeit: Gemeinsam mit Flächeneigentümern, Gemeinden, Behörden und engagierten Ehrenamtlichen soll eine Aktion starten, um die invasive Pflanze gezielt zu entfernen und die Artenvielfalt vor Ort zu stärken. CHRISTIAN BRUMMER LBV AKTIV VOR ORT Rund 150 Besuchende feierten am 14. Juni das 20-jährige Bestehen des LBV-Vogellehrpfads in Friesenried. In ihren Grußworten hoben die Ehrengäste die Bedeutung des beliebten Ausflugsziels für Umweltbildung und Naturschutz in der Region hervor. Brigitte Kraft, Leiterin der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Schwaben, blickte auf die Geschichte des Lehrpfads zurück. Entstanden war er aus einer Idee des LBV-Ehrenamtlichen Robert Mecklinger, der ihn mit ansprechenden Vogelmodellen aus Ton in Schaukästen gestaltete und über die Jahre um viele Elemente erweiterte. Zum Jubiläum gab es neben Theater und Liedern des Grundschulchores auch abseits der Bühne viel zu entdecken: Glücksrad, Mikroskopierstation und Bastelangebote luden zum Mitmachen ein. Am Infostand der LBV-Kreisgruppe kamen Gäste und Aktive ins Gespräch. DR. LENA HEUSS OSTALLGÄU | SCHWABEN Ein Vogellehrpfad wird 20 FOTOS: ARMIN HOFMANN, CHRISTIAN BRUMMER, ANDREAS VON HESSBERG, MICHAEL GRITSCH

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