LBV magazin 3-26

FOTOS: DR. OLAF BRODERS, DR. CHRISTOPH MONING, ZDENEK TUNKA IM WINTER ANDERS Die Vögel, die man im Winter im Garten an der Futterstelle beobachten kann, sind nur teilweise dieselben Vögel, die auch hier brüten. So sind Bergfinken, Erlenzeisige und – seltener – Seidenschwänze Wintergäste, die zu uns kommen, weil sie vor dem Nahrungsmangel in ihren Brutgebieten flüchten. Doch auch nordeuropäische Rotkehlchen, Buchfinken oder Amseln ziehen und können so zusätzlich zu unseren Standvögeln – also Vögel, die ganzjährig am selben Ort bleiben – unsere Gärten aufsuchen. ELF TAGE OHNE PAUSE Pfuhlschnepfen, die in Alaska brüten, fliegen ohne Pause über den Pazifik, bis sie ihr Überwinterungsgebiet in Neuseeland erreichen. Den Rekord für den längsten Zug ohne Pause hält eine vier Monate alte Pfuhlschnepfe. Sie flog 13.500 km in elf Tagen, legte also täglich ca. 1.227 km mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 51 km/h zurück. Im Gegensatz zur Küstenseeschwalbe nehmen die Pfuhlschnepfen beim Flug über das Meer keine Nahrung auf. Um diesen Kraftakt zu überstehen, fliegen sie deshalb nur bei günstigem Rückenwind los. KLEIN UND OHO! Der Steinschmätzer, ein Singvogel mit gerade einmal 28 Gramm Gewicht, brütet von Nordostkanada bis Grönland und von Europa bis nach Alaska. Erstaunlicherweise ziehen alle Steinschmätzer zum Überwintern nach Afrika in Gebiete südlich der Sahara. Für die Brutvögel Alaskas bedeutet dies einen 14.500 km langen Zug über Asien nach Ostafrika. Die Brutvögel aus Nordostkanada fliegen zunächst 3.500 km nonstop über den Atlantik nach Westeuropa und von dort weiter nach Westafrika, wo auch die bei uns heimischen Steinschmätzer überwintern. Bergfink (l.) und Buchfink (r.) Pfuhlschnepfe Steinschmätzer LBV MAGAZIN 3|26 19

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