LBV magazin 3-26

LBV MAGAZIN 3|26 11 se, Wälder, Agrarflächen und Meeresgebiete schrittweise zu renaturieren und ihren ökologischen Zustand bis 2050 deutlich zu verbessern. Eigentlich nichts Neues. Bei Mooren haben wir bereits jetzt viel ambitioniertere Ziele. Und unser Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“ zahlt an vielen Stellen auf die Ziele der EUNaturwiederherstellungsverordnung ein. Es sollte eigentlich in unserem Interesse sein, dass die in Bayern vereinbarten Ziele jetzt auch EU-weit verpflichtend sind. Doch weit gefehlt: Seit Monaten läuft eine intensive Kampagne von Waldbesitzerverbänden und der Bayerischen Staatsregierung gegen die Verordnung. Interessant ist, dass die Ziele eigentlich von allen getragen werden, nur der Weg dahin entzündet die Gemüter. „Zu teuer, zu bürokratisch, technisch nicht gut gemacht“, so lautet die Kritik. Meine Antwort: Die Kritik an der Vorgehensweise ist vielleicht in Teilen berechtigt – aber dann muss man diese Punkte konstruktiv angehen und Lösungen finden, und nicht in Brüssel die gesamte EU-Naturwiederherstellungsverordnung in Frage stellen. Bayern muss wieder, wie damals nach unserem erfolgreichen Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen!“, zu einem Motor im Natur- und Artenschutz werden und nicht zu einem Bremsklotz. Hitzewelle in Europa Während ich diese Zeilen schreibe, liegt die Hitzewelle Ende Juni, Anfang Juli unmittelbar hinter uns. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) befürchtet schon jetzt eine neue Hitzewelle. In Frankreich und Spanien fressen sich gigantische Feuer durch das Land und bringen Leid und Vernichtung. In Deutschland, auch in Bayern, wurden Temperaturen jenseits der 40 Grad Celsius gemessen, Temperaturen, die es bei uns noch nie vorher gab. An einem dieser heißen Tage stand ich auf einem Parkplatz in Hilpoltstein in der sengenDr. Norbert Schäffer den Sonne. Die Hitze strahlte zurück vom Teer. Ein Stück weiter standen ein paar Bäume auf einem kleinen Stück offenen Boden. Wie in einem Selbstversuch habe ich mich unter diese Bäume gestellt. Mir sind die segensreiche Fähigkeit dieser Bäume, Schatten zu spenden, und der fast frische Boden noch nie so bewusst geworden. Die EU-Naturwiederherstellungsverordnung fordert für Städte und Vororte, dass es bis 2030 keinen Nettoverlust an städtischer Baumüberschirmung geben darf. Bis zum Jahr 2050 müssen alle Städte und Vororte eine Mindest-Baumkronenbedeckung von zehn Prozent aufweisen. Klingt bürokratisch? Mag sein. Aber an diesem Tag wurde mir bewusst, wie wichtig vor allem innerstädtisch jeder einzelne Baum für unsere Lebensqualität ist. Und lassen Sie uns nicht vergessen: Die Bäume, die wir heute pflanzen, werden erst in frühestens zwanzig oder dreißig Jahren ihre Wirkung entfalten. Dann aber wird man uns für jeden heute gepflanzten Baum und die Umsetzung der EU-Naturwiederherstellungsverordnung dankbar sein! LBV-LANDESGESCHÄFTSSTELLE HILPOLTSTEIN | FOTO/BILDMONTAGE: ALBERT KRAUS | FOTOS MAUERSEGLER: ZDENEK TUNKA Seit Monaten läuft eine intensive Kampagne der Staatsregierung gegen die wichtige EU-Verordnung Folgen Sie mir auf LinkedIn unter Dr. Norbert Schäffer

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