LBV MAGAZIN 1|26 47 FOTOS: FRANK DERER, DR. LISA GILL, ORNIWELT BirdMic, Smartphone und VogelstimmenApp helfen beim Hinhören und Bestimmen. Das neue BirdMic im Praxistest Ein Fernglas für die Ohren Ob im lauten Stimmengewirr eines Vogelkonzerts oder beim Lauschen leiser Soziallaute: Das Mikrofonsystem BirdMic kann einzelne Vogelstimmen gezielt verstärken und helfen, sie besser wahrzunehmen. Damit eröffnet es neue Möglichkeiten, unterschiedlichen Interessensgruppen Vogelstimmen näherzubringen – für den Gebrauch zuhause im Garten, beim Birden oder unterstützend bei Exkursionen oder beim Monitoring. Das Prinzip von BirdMic ist einfach. Tonsignale werden mit einer Parabolschüssel eingefangen und in einem mittig liegenden Mikrofon gebündelt. Eine Kopfhörer-Buchse erlaubt das direkte Mithören und Verstärken der Signale. Die Besonderheit: Über eine Audioschnittstelle lässt sich ein Smartphone anstecken, das auf der Rückseite der Parabolschüssel befestigt werden kann. In Kombination mit geeigneten Apps wie Merlin oder BirdNET lassen sich Vogelstimmen so kinderleicht darstellen, bestimmen und aufzeichnen. Im Rahmen eines Tests haben Personen im Alter von 5 bis 78 Jahren das Gerät ausprobiert. Die Handhabung ist einfach und das Gerät nicht zu schwer. Die Kombination aus Natur und Technik bereitete schon den Kleinsten viel Vergnügen. Für ältere oder hörgeschädigte Menschen wurden Vogelstimmen teilweise wieder live hörbar und in Kombination mit Apps sichtbar. Beim Einsatz von BirdMic sollte man drei Dinge beachten. Besonders für Kinderohren gilt: Laute Geräusche vermeiden! Diese entstehen auch durch Berühren des Mikrofons oder An- und Abstecken der Kabel. Aufgrund des kleinen Durchmessers ist BirdMic für tiefstimmig rufende Arten wie Uhu oder Rohrdommel nicht geeignet (Verstärkung laut Hersteller oberhalb von 1.500 Hz). Und nicht vergessen: Vor dem Einsatz den Akku der Audioschnittstelle aufladen. In der ornithologischen Forschung werden deutlich größere Parabolschüsseln mit hochsensiblen Mikrofonen und leistungsfähigen Audiorekordern eingesetzt. Allerdings ist Vogelstimmen ganz aus der Nähe erleben, ohne kiloschweres und hochpreisiges Equipment? Das verspricht das BirdMic von BIRDFOX. Es wurde speziell für das Erleben von Vogelstimmen im Hobbybereich entwickelt und hilft, Gesänge und Rufe vieler Vogelarten besser wahrzunehmen. Dabei passt es gerade noch in den Rucksack und lässt sich ideal mit dem Smartphone kombinieren. dieses Setup recht unhandlich und schwer – und mit Preisen im vierstelligen Bereich kaum für den Einstieg und Privatgebrauch geeignet. Analog zum Vergleich zwischen hochwertigen Spektiven und einfachen Ferngläsern entspricht das BirdMic einem handlichen „Fernglas für die Ohren“: deutlich günstiger, leicht mitzunehmen und ideal, um Menschen die Vogelwelt näherzubringen, insbesondere in Kombination mit geeigneten Apps. Lieferumfang und Preis Empfehlenswert ist der Kauf als Bundle (ca. 300 EUR) mit Parabolschüssel, Mikrofon und Smartphonehalterung inklusive rutschfestem Griff, Audioschnittstelle und diversen Adaptern zum Anschließen an Smartphones, Tablets, Audiorekorder oder Camcorder. TEST DR. LISA GILL Bioakustik, Referat Artenschutz E-Mail: lisa.gill@lbv.de Das Erfassen von Vogelstimmen mit dem BirdMic macht Spaß und Lust auf neue Entdeckungen in der Natur. Fazit Das BirdMic kann an verschiedene Geräte angeschlossen werden, um Tonsignale zu verstärken.
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