LBV MAGAZIN 1|26 43 LBV-PROJEKTE FOTOS: CHRISTOPHE PAPKE - STOCK.ADOBE.COM, CHRISTOPH BOSCH Wildtierschutz vor Mährobotern Grenzübergreifender Schutz der Schleiereule Im Herbst 2025 hat der LBV den Förderbescheid für das Projekt „Schleiereulenschutz im Salzachtal und angrenzenden Gebieten“ erhalten. Es wird von der LBVRegionalgeschäftsstelle Inn-Salzach, BirdLife Österreich und dem Haus der Natur in Salzburg durchgeführt. Dabei soll eine Bestandsverbesserung der Schleiereule entlang der Salzach erzielt werden. Die Basis wird ein von den Partnern erarbeiteter Managementplan bilden. Die Schleiereule nistet im Winter meist in unmittelbarer Nähe zu landwirtschaftlichen Gebäuden, überwiegend in extra angebrachten großen Nistkästen. Sie ist eine Zeigerart für hohe Biodiversität in der Agrarlandschaft. In Deutschland steigen die Verkäufe und der Einsatz von Mährobotern stark an. Gleichzeitig nimmt die Anzahl toter und verletzter Igelfunde mit Schnittverletzungen zu, die in Pflegestationen abgegeben werden. Mähroboter stellen eine erhebliche Gefahr für verschiedene Tiere wie Igel, Amphibien und andere Kleintiere dar. Entgegen manchen Bildern aus der Werbung gibt es nach aktuellem Stand keine Mährobotermodelle, die für Igel nachweislich sicher sind. Um das Tötungs- und Verletzungsrisiko vor allem für Wirbeltiere zu verringern, hat der LBV im August 2025 in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) ein Projekt gestartet. Ziel ist die Verabschiedung einer technischen Richtlinie, die Herstellern die Entwicklung und den Nachweis igelsicherer Mähroboter ermöglicht. Der LBV bringt dafür seine langjährige Expertise zum Igel in einem Gremium mit Vertretungen aus Wissenschaft, Technik, Tierschutz und Behörden ein. Zwar lehnen wir den Einsatz von Mährobotern im Privat- und GartenIm Rahmen des Projekts sollen eine gemeinsame digitale Erfassungsmöglichkeit mit Schnittstellen zu den Datenbanken der Landesbehörden und eine Datenbank erstellt werden. Der grenzüberschreitende Managementplan soll von Behörden, Landwirtschaft und Naturschutzverbänden getragen werden. Durch den Aufbau einer ehrenamtlichen „Kümmererstruktur“ für die bestehenden Nistplätze soll die Nachhaltigkeit gewährleistet werden. Hierbei spielt der gute Kontakt zu den Landwirtinnen und Landwirten eine wichtige Rolle. Die Projektdauer beträgt drei Jahre, die Förderung erfolgt aus EU-Mitteln „INTERREG Bayern-Österreich“ und die Kofinanzierung übernimmt der Bayerische Naturschutzfonds. DORIS THURAU bereich weiterhin ab, doch angesichts der Marktentwicklung möchten wir durch das neue Projekt zumindest für Schadensbegrenzung sorgen und mehr Wildtierschutz in Gärten, auf Golf- und Sportplätzen erreichen. Das Projekt läuft bis Juli 2027 und wird durch das BfN gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. DORIS THURAU
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