42 LBV MAGAZIN 1|26 LBV-PROJEKTE FOTOS: FLORIAN LANG (2) Projektstart 2023 in Lohr a. Main (v.l.n.r.): Sabine Sitter (Landrätin Main-Spessart), Ulrike Strohmeier (Bay. Naturschutzfonds), Kai Frobel (BN), Hartwig Brönner (LBV), Dr. Mario Paul (BGM Lohr a. Main) Straßenbegleitfläche Kommunale Biodiversität Keine Kohle, kein kommunaler Biodiversitätsschutz? Mitnichten! Kommunen können viel zum Schutz der Biologischen Vielfalt beitragen, auch wenn sich vielerorts die finanziellen Spielräume verengen. Mit guter Planung, Anpassung von Pflegestandards und Nutzung der Förderoptionen lässt sich immer etwas tun. Das bayernweite kommunale Biodiversitätsprojekt „KomBi“ begleitet Kommunen noch bis März 2028 bei ihren spezifischen Anliegen. Kreis- und Ortsgruppen des LBV können sich ebenfalls an das Projekt wenden und gemeinsam auf Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen zugehen. „KomBi“ berät und begleitet seit 2023 Kommunen beim Schutz der lokalen Biologischen Vielfalt. Über 50 Städte, Märkte und Gemeinden nutzten das Angebot bereits. Zahlreiche Maßnahmen sind mit geringen Kosten umsetzbar. Bei Sanierungen und Neubauten können Nisthilfen für Gebäudebrüter mitgeplant werden. Der Erhalt von Bäumen sollte hohe Priorität bei allen Bauvorhaben einnehmen. Bereits durch die Anpassung der Grünflächenpflege mit bestehendem Gerät kann der kommunale Bauhof den Insektenschutz verbessern. Ganzjährige Altgrasbereich sind hierbei ein wichtiger Baustein. Im Offenland bilden dauerhafte Brachen auf ungenutzten Kommunalflächen strukturreiche Lebensräume aus. Im Wald hilft der konsequente Schutz von Biotopbäumen sowie das Anreichern von Totholz einer Vielzahl von Vögeln, Käfern und Pilzen. Fördermöglichkeiten vorhanden Für kostenintensive Maßnahmen stehen außerdem einige Landes- und Bundesförderungen zur Verfügung. So können Entsiegelungen und die Anlage naturnaher Grünflächen über das Programm des Bundes „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ gefördert werden. Der Freistaat Bayern stellt auf unterschiedlichen Wegen finanzielle Unterstützung unter anderem für Streuobstpflanzungen, Strukturanreicherungen in der Agrarlandschaft sowie ökologische Verbesserungen an Fließgewässern zur Verfügung. Städte, Märkte und Gemeinden, die eine konzeptionelle Grundlage für ihr Engagement erarbeiten möchten, können eine Förderung über das „Bundesprogramm Biologische Vielfalt“ erhalten. Die Erfahrung zeigt, dass Kommunen eine ideale Handlungsebene sein können, um den gesetzlichen Zielen im Biodiversitätsschutz näher zu kommen und die Umsetzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie zu befördern. Je nach Ausgangssituation können lebensraum- oder artenspezifische Umsetzungsmaßnahmen bis hin zu umfassenden kommunalen Biodiversitätsstrategien der richtige Ansatz sein, um Gemeinden, Märkte und Städte für diese freiwillige Aufgabe zu gewinnen. Die Kommunalwahl 2026 bietet für Orts- und Kreisgruppen die Chance bzw. Notwendigkeit, frühzeitig Anliegen des Naturschutzes im kommunalen Fokus zu platzieren. Als LBV sind wir, zusammen mit der Stadt Lohr am Main und dem BN, in einer Trägergemeinschaft. Hartwig Brönner, stellvertretender LBV-Vorsitzender und Kreisgruppenvorsitzender LBV Main-Spessart, vertritt darin unsere Anliegen. FLORIAN LANG, HARTWIG BRÖNNER Projekt „KomBi“ unterstützt Kommunen Autor und Projektmanager Florian Lang M.SC. Geoökologie Projektmanagement „KomBi“ E-Mail: flang@lohr.de Mobil: 0151-70591313
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