32 LBV MAGAZIN 1|26 LBV AKTIV IM GESPRÄCH Mir ist schon früh der besorgniserregende Artenschwund aufgefallen LBV: Was hat dich dazu inspiriert, dich für den Naturschutz zu engagieren, und wie begann deine Reise? Peter Heinzlmeier: Ich bin auf dem Land aufgewachsen und schon als Kind hat mich die Fauna der umliegenden Fluren und Wälder sowie im eigenen Garten fasziniert. Auch später habe ich als Jäger unzählige Stunden in der Natur verbracht und hierbei ist mir früh der besorgniserregende Artenschwund aufgefallen. In meinem Revierteil im Paartal verschwanden Bekassine und Wachtel und bei den wenigen Brachvögeln beobachtete ich Nachwuchsprobleme. Über die Brachvögel lernte ich dann auch aktive Naturschützer des LBV kennen, wurde angeworben und alsbald in die Vorstandsrunde aufgenommen. Seit 15 Jahren kümmere ich mich nun mit Siegfried Plank hauptsächlich um den Brachvogel- und Kiebitzschutz im Paartal zwischen Hohenwart und Freinhausen. Welches Erlebnis im Naturschutz hat dich bisher besonders begeistert oder geprägt? Da die Fluren in unserem Schutzgebiet hauptsächlich intensiv bewirtschaftet werden, haben wir damals mit den ersten Einzäunungen der Gelege begonnen, damit sie nicht angemäht wurden oder Fressfeinden zum Opfer fielen. Nach wie vor begeistert mich, dass sich der Schlupferfolg durch diese Maßnahme bei etwa 80 Prozent verfestigt hat. Unseren kleinen Brachvogel-Bestand von sechs bis sieben Brutpaaren konnten wir so gut stabilisieren. Auch wenn es herausfordernde Jahre im Brachvogelschutz gab: Was gibt dir Kraft und Motivation, weiterzumachen? Es ist natürlich frustrierend, wenn in manchen Jahren trotz aller Bemühungen kein Bruterfolg verzeichnet werden kann. Es besteht dennoch eine große Motivation, solange es dazwischen immer auch erfolgreiche Brutsaisonen gibt. Ein besonderes Highlight war, als 2020 aus sieben Gelegen acht Jungvögel flügge wurden. So etwas gibt mir Kraft weiterzumachen, solange es das Alter noch zulässt. Die Zusammenarbeit mit Landwirten ist entscheidend für den Schutz der Brachvögel. Welche positiven Erfahrungen hast du dabei gemacht? Wir arbeiten sehr intensiv mit den betroffenen Landwirten zusammen. Anfangs war eine gewisse Distanz gegenüber dem Naturschutz spürbar, welche inzwischen längst verfolgen ist. Dazu mag beigetragen haben, dass wir von Anfang an Nestprämien ausbezahlt und uns persönlich kennengelernt haben. Ferner haben wir das Vertrauensverhältnis gefördert, indem wir Naturschutzpreise und die Plakette „Wiesenbrüterfreundlicher Betrieb“ verleihen. Welche Entwicklungen wünschst du dir für die kommenden Jahre im Umwelt-, Arten- und Naturschutz? Wir arbeiten sehr eng mit unserer Unteren Naturschutzbehörde zusammen und werden von dieser materiell und personell unterstützt. Dort ist ein unglaublich engagierter Wiesenbrüterbeauftragter angestellt. Daher wünsche ich mir, dass diese fachliche Arbeit in der Naturschutzbehörde zukünftig trotz finanzieller Einsparmaßnahmen weitergeführt werden kann. Mich bedrückt die Vorstellung, dass der Frühling im Paartal irgendwann ohne die klangvollen Flötentriller des Großen Brachvogels verstreichen könnte. Peter Heinzlmeier von der LBV-Kreisgruppe Pfaffenhofen Bei der Flächeneinteilung für die BirkhuhnKartierung FOTOS: DOROTHEE BORNEMANN (2) Wer sind die Menschen, die im LBV aktiv sind? In jeder Ausgabe lernen Sie einen von ihnen näher kennen und bekommen so spannende Einblicke in die vielfältige ehrenamtliche Naturschutzarbeit. INTERVIEW: DOROTHEE BORNEMANN
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