LBV magazin 1-26

DAFÜR BRAUCHEN WIR IHRE HILFE Die sensibelste Phase für das Kiebitzweibchen beginnt Ende März mit der Eiablage. Solange das Gelege noch nicht vollständig ist, sind Störungen fatal. Meistens wird das Nest aufgegeben. Auch während der Brutzeit können Störungen dazu führen, dass das Gelege verlassen wird. Zusammen mit den Landwirten schützen wir die Küken. Wir unterstützen sie bei der Gelegesuche und helfen ihnen, die Nester bei der Feldarbeit zu umfahren oder sie bei der Nutzung auszulassen. Zusammen legen wir „Kiebitz-Inseln“ an. Die kleinen Flächen, die innerhalb von Äckern oder Grünland liegen, sollen den Vögeln Flächen zum Brüten und zur Nahrungsaufnahme bieten. Die „Kiebitz-Inseln“ sind von der landwirtschaftlichen Nutzung ausgeschlossen. Damit die jungen Kiebitze vor Räubern wie Fuchs und Marder geschützt sind, werden sie zusätzlich mit einem Zaun gesichert. Der Große Brachvogel ist in Bayern vom Aussterben bedroht. In den letzten 40 Jahren haben sich die Bestandszahlen halbiert. Es gibt nur noch rund 530 Brutpaare. Von 2017 bis 2024 haben wir diese Vogelart mit GPSTechnologie erforscht. So konnten wir mehr darüber erfahren, wo die Vögel brüten, welchen Gefahren sie ausgesetzt sind und welche Zugrouten sie nutzen. Über 40 Brachvögel haben wir mit kleinen, leichten Sendern ausgestattet. Dadurch konnten wir die nächtlichen Schlafplätze der Vögel entdecken und schützen. Die Nacht birgt besondere Gefahren, weil Füchse und Marder dann auf der Jagd sind. Das Projekt wurde zusammen mit dem Landesamt für Umwelt (LfU) und dem Bayerischen Naturschutzfonds durchgeführt. Mit den Ergebnissen können wir nun lokale Schutzprojekte umsetzen. Dafür benötigen wir finanzielle Unterstützung. In Bayern gibt es endlich wieder rund 220 Wiesenweihenpaare. Das ist ein großer Erfolg unserer langjährigen Schutzmaßnahmen. Hier bilden wir jährlich zahlreiche Helferinnen und Helfer aus, die uns bei der Arbeit vor Ort unterstützen. Ab Mitte April beginnen wir mit der Suche nach möglichen Nistplätzen. Diese befinden sich vor allem in Getreidefeldern und sind dort von Zerstörung durch Erntemaschinen bedroht. Deshalb beobachten wir im Mai die balzenden Paare und grenzen die Nistplätze weiter ein. Mit Hilfe einer Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, spüren wir die Gelege auf. Ab Ende Juni kontrollieren wir die Nester zur Altersbestimmung der Jungvögel, um den Ausflugtermin der Jungen vorauszuberechnen. Die markierten Bereiche werden bei der Ernte umfahren, um die Jungvögel zu schützen. Schutzprojekt Wiesenweihe Schutzprojekt Kiebitz Schutzprojekt Brachvogel LBV MAGAZIN 1|26 27 FOTOS: ZDENEK TUNKA, ANDREAS HARTL, FRANK DERER

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