FOTOS: CHRISTOPH BAUER (2), WOLFGANG NERB Die urigen Heckrinder leben ganzjährig auf der Weide. Sie halten die wertvollen Wiesenflächen offen. Oben: erwünschte Landschaftsgestaltung durch den Biber Unten: Teameinsatz – gemeinsam rücken Helfer dem Jakobskreuzkraut zu Leibe. bisher 73 Vogelarten erfasst, 21 davon stehen auf der Roten Liste. Charakteristischer Vertreter der strukturreichen Flächen im Westen ist der Neuntöter, der auf „Leonie“ sehr stark vertreten ist. Auch der vom Aussterben bedrohte Wendehals und das Schwarzkehlchen fühlen sich hier wohl. Verschwunden ist dort jedoch der Vogel des Jahres, das Rebhuhn. Die letzte Sichtung liegt mehr als 20 Jahre zurück. Seit 25 Jahren übernehmen Heckrinder die Beweidung der Flächen. Die Rasse entstand in den 1930er Jahren und gilt als Rückzüchtung des ausgestorbenen Auerochsen, der auch Wappentier der Stadt Auerbach ist. Als natürliche Landschaftspfleger halten die Rinder die wertvollen Strukturen offen. Ihre Trittspuren schaffen optimale Lebensbedingungen, unter anderem für Wildbienen wie die Gebänderte Pelzbiene oder die Dunkle Zweizahnbiene. Außerdem wurden 23 Heuschreckenarten im Schutzgebiet erfasst. Die Hälfte aller bayerischen Fledermausarten kommt auf der „Leonie“ vor. Die Rinderherde umfasst aktuell 40 Tiere sowie den Deckbullen Amor, der regelmäßig für Nachwuchs sorgt. Wolfgang Wiesent, Vorsitzender des Weideprojekts Leonie e.V., kümmert sich täglich um die Tiere. Jedes Jahr im Spätherbst werden 12 bis 15 Jungtiere auf der Weide geschlachtet. Das Fleisch ist bei Feinschmeckern sehr begehrt. Aufgrund der Größe von 85 Hektar zusammenhängender Fläche kann hier ab April 2026 eine Eigenjagd gebildet werden. Der LBV wird dann die jagdliche Bewirtschaftung des Schutzgebiets übernehmen. Dort wird grundsätzlich nur bleifrei geschossen, Vögel werden nicht bejagt. Die „Leonie“ ist neben dem „Rainer Wald“ die zweite Eigenjagd, auf der der LBV das Jagdmanagement selbst in die Hand nimmt. Interessierte Besucherinnen und Besucher können das Schutzgebiet über die „Ochsentour“, einen ausgewiesenen Wanderweg mit Infotafeln, auch selbst erkunden. CHRISTOPH BAUER Dipl.-Forsting. (Univ.) Leiter Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz und Vogel- und Umweltstation Regenstauf E-Mail: christoph.bauer@lbv.de Zur LBVWebseite „Grubenfelder Leonie“ LBV MAGAZIN 1|26 25
RkJQdWJsaXNoZXIy NDEzNzE=