SCHUTZGEBIET FOTO: CHRISTOPH BAUER Die frühere Bergbaulandschaft „Grubenfelder Leonie“ Urige Landschaftsgestalter Bereits im 13. Jahrhundert siedelten sich um Auerbach die ersten Eisenhütten an. Anfang der 1970er Jahre wurde mit der „Leonie“ die größte Erzlagerstätte der Oberpfalz erschlossen. Doch nur wenige Jahre später führte der Konkurs der Maxhütte zur Schließung des letzten Eisenerzbergwerks in Deutschland. Die Stadt Auerbach erwarb die Flächen. Das gesamte Areal war aber wie ein Schweizer Käse durchlöchert und konnte daher nicht anderweitig genutzt werden. Für Tiere und Pflanzen war dies ein Glücksfall und der Beginn einer großen Erfolgsgeschichte. 1995 kaufte der LBV die ersten 69 Hektar der „Grubenfelder Leonie“. Bereits ein Jahr später wurde das Gebiet unter Naturschutz gestellt. Nach weiteren fünf Jahren, 2001, wurde die „Leonie“ als FFH-Gebiet ausgewiesen. Aufgrund der Artausstattung ist sie von überregionaler bis landesweiter Bedeutung. Der LBV betreut um die „Leonie“ herum weitere 30 Hektar Biotopflächen für den Bayerischen Naturschutzfonds und setzt auch hier naturschutzfachliche Entwicklungsmaßnahmen um. Die „Grubenfelder Leonie“ weist eine sehr vielgestaltige Topografie auf. Wald und Offenland halten sich etwa die Waage. Der östliche Teil des Geländes ist bewaldet und nur von einzelnen Wiesen durchzogen. Hier geben die Rothirsche aus dem nur wenige hundert Meter entfernten Übungsplatz Grafenwöhr ihren Einstand. Wo die Bodenverhältnisse etwas frischer sind, konnten sich in den offenen Bereichen magere Flachlandmähwiesen entwickeln. Der vor 25 Jahren renaturierte Speckbach mit dem neu entstandenen Bibersee an der ehemaligen Bundesstraße 470 teilt das Gebiet in zwei Hälften. Der westliche Teil ist von Heckenstrukturen und Kalktrockenrasen geprägt. Dazu gesellen sich eindrucksvolle alte Obstbäume. Die ehemaligen Einsturztrichter des Erzabbaus haben sich mit Wasser gefüllt und sind über die Jahre zu wertvollen Feuchtbiotopen geworden. Hier tummeln sich Gelbbauchunken, Kamm- und Bergmolche sowie Laubfrösche. Der Strukturreichtum der „Grubenfelder Leonie“ zeigt sich insbesondere auch an der Vogelwelt. Insgesamt sind Während aufgelassene Kiesgruben oft zu Freizeitparks werden, entstand aus einem ehemaligen Erztagebau in der Oberpfalz ein einmaliges Naturjuwel. Vor 30 Jahren wurde die „Grubenfelder Leonie“ bei Auerbach im Kreis Amberg-Sulzbach zum Naturschutzgebiet erhoben. 24 LBV MAGAZIN 1|26
RkJQdWJsaXNoZXIy NDEzNzE=