LBV magazin 1-26

Symbol in der Volkskultur Das Rebhuhn steht in der Volkskultur für Heimatverbundenheit, Ackerbau und bäuerliches Leben. Aufgrund seiner vielen Nachkommen und der Bildung großer Trupps im Winter gilt es zudem als Sinnbild für Fruchtbarkeit und Gemeinschaft. Auch im bekannten Volkslied Ein Vogel wollte Hochzeit machen kommt das Rebhuhn vor – dort „wollt’ es zu der Hochzeit gar nichts tun“. Schon gewusst? Das Rebhuhn ist weit mehr als ein seltener Feldvogel – es steht für bäuerliche Tradition, Brauchtum und Volkskultur. Zugleich ist es ein Spiegel der Biologischen Vielfalt unserer Agrarräume. Fünf spannende Fakten zum Vogel des Jahres. Spiegelbild der Biodiversität Historisch gesehen war das Rebhuhn ein Indikator für die Biodiversität in der Agrarlandschaft, da es strukturreiche Felder mit Hecken, Brachflächen und Feldrainen benötigt. Wo Rebhühner vorkommen, sind auch viele andere Arten der Agrarlandschaft zu finden, beispielsweise Feldlerche, Wachtel, Sumpfrohrsänger, Goldammer, Grauammer, Wachtelkönig und Feldhamster sowie eine Vielzahl an Insekten. Feldlerche Wachtel Sumpfrohrsänger Goldammer Grauammer Wachtelkönig Feldhamster Delikatesse des Adels Das Rebhuhn war ein beliebtes Wildgericht in Bayern, das oft zusammen mit saisonalen Feldfrüchten serviert wurde. Es war eine begehrte Jagdbeute des Adels und eine Delikatesse für Gourmets. Aufgrund starker Bestandsabnahmen in ganz Europa wird das Rebhuhn heute bei der Jagd oft durch das Rothuhn (Alectoris rufa) ersetzt. So werden beispielsweise in Frankreich jährlich große Zahlen gezüchteter Vögel zur Jagd ausgesetzt. Naturschutz und kulturelles Erbe Die Schutzprojekte, die in Folge des dramatischen Rückgangs der Rebhuhn-Bestände in den letzten Jahrzehnten gestartet wurden, verbinden Artenschutz mit dem Erhalt der Kulturlandschaft. Sie bewahren nicht nur die Tiere selbst, sondern auch traditionelle Feldstrukturen wie alte Streuobstwiesen, Feldraine und Hecken, die auch kulturell von Bedeutung sind. Ein wirksamer Rebhuhnschutz gelingt nur in enger Zusammenarbeit von Naturschutz, Landwirtschaft und Jägerschaft. Gut verstecktes Gelege Bäuerliche Jagdtradition Als jagdbare Art unterliegt das Rebhuhn dem deutschen Jagdrecht. Besonders in ländlichen Regionen Bayerns wurde und wird es während der gesetzlichen Jagdzeit vom 1. September bis 31. Oktober traditionell bejagt. Es gilt als Symbol für die vielfältig genutzte Kulturlandschaft und den klassischen Zugang zu Wild in der offenen Feldflur und ist daher auch häufig auf Gemälden zu finden, die eine idyllische Feldflur zeigen. ILLUSTRATION: AUF DER HÜHNERJAGD - NACH DEM GEMÄLDE VON JOSEF SCHMITZBERGER, REPRODUKTION FRANZ HANFSTAENGL, MÜNCHEN LBV MAGAZIN 1|26 17

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