LBV MAGAZIN 1|26 11 Freiwilliger Natur- und Artenschutz braucht eine zuverlässige Finanzierung In Bayern finden viele Natur- und Artenschutzmaßnahmen auf freiwilliger Basis statt. Während eines Besuchs bei einem Landwirt in Unterfranken, der sich mit großem Einsatz für den Schutz unserer Feldhamster einsetzt, wurde mir dies noch einmal klar vor Augen geführt. Der Landwirt hat die Situation in einem Satz zusammengefasst: „Kein Geld, keine Feldhamster“. Dies ist sogar nachvollziehbar. Wir können unseren Landwirten nicht einfach die Kosten für den Schutz unserer Biologischen Vielfalt auflasten. Es ist für mich selbstverständlich, dass die Politik die Gelder zur Verfügung stellt und die Gesellschaft die notwendigen Maßnahmen finanziert. Ähnlich wie das Rebhuhn ist übrigens auch der Feldhamster ein wunderbarer und aussagekräftiger Anzeiger für eine artenreiche Agrarlandschaft. Wo es Feldhamster und Rebhühner gibt, fühlt sich auch eine lange Liste von oftmals weniger auffälligen Arten sehr wohl. Vergangenes Jahr mussten wir befürchten, dass im Doppelhaushalt 2026/27 der Etat für den Natur- und Artenschutz deutlich gekürzt wird. In Gesprächen mit politischen Entscheidungsträgern, bei Presseterminen und mit tatkräftiger Unterstützung zahlreicher LBV-Kreisgruppen haben wir uns für eine ausreichende Naturschutzfinanzierung stark gemacht – und wie es heute aussieht, konnten die Kürzungen abgewendet werden. Dies ist eine gute Nachricht und ein Erfolg unserer Arbeit. Der Erhalt unserer Lebensgrundlagen und die Bewahrung unserer Schöpfung dürfen auch bei angespannter Haushaltslage nicht vernachlässigt werden! Uhu und Rebhuhn – LBV-Momente Ende Februar ist die ideale Zeit, um Rebhühner balzen zu hören. Ich habe mir fest vorgenommen, auch dieses Frühjahr Kolleginnen und Kollegen bei der Erfassung von Rebhühnern zu begleiten. Anfang Februar durfte ich mich an der Synchronzählung von Uhus in der Fränkischen Schweiz Dr. Norbert Schäffer beteiligen und sozusagen meine eigenen Daten erheben. In dem mir zugeordneten Kartierungsgebiet konnten meine Frau und ich dann an einer Felswand im tiefverschneiten Wald tatsächlich ein Uhumännchen und ein Uhuweibchen gleichzeitig rufen hören. Ein wunderbares Erlebnis, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. So etwas nenne ich gerne „LBV-Momente“, für die sich die ganze Arbeit und manchmal der Ärger im Natur- und Artenschutz lohnen. Übrigens wird die Felswand, an der „unsere Uhus“ dieses Jahr brüten, in Rücksprache und mit Zustimmung von Kletterern während der Brutzeit gesperrt. Dies ist Teil unseres Artenhilfsprogramms „Felsbrüter“ mit den Zielarten Wanderfalke und Uhu, das das LfU 25 Jahre finanziert hat. Und das LfU will sich auch zukünftig für den Felsbrüterschutz einsetzen. Die Zusammenarbeit mit den Kletterbegeisterten läuft ganz hervorragend und liefert seit Jahren wunderbare Erfolge. Ein klassisches LBV-Projekt, das mir zeigt: Es geht doch! Ich wünsche auch Ihnen viele derartige LBV-Momente! REBHÜHNER I FOTO: DR. CHRISTOPH MONING Wir können Landwirten nicht einfach die Kosten für den Schutz auflasten Folgen Sie mir auf LinkedIn unter Dr. Norbert Schäffer
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