Lebensraum und Nahrung des Stieglitzes

Vom Wald in die Kulturlandschaft - Hauptsache farbenfroh

Bunte und vielfältige Landschaften sind für den Stieglitz unverzichtbar (Foto: P. Bria)
Bunte und vielfältige Landschaften sind für den Stieglitz unverzichtbar (Foto: P. Bria)

Stieglitze leben sowohl auf dem Land als auch verstärkt in Siedlungen - Hauptsache, es gibt einen geeigneten Brutplatz und genug Nahrung wie samenreiche Kräuter, Stauden und Bäume. Diese findet er vor allem an Acker- und Wegrainen, auf Brachen oder auch in Parks und Gärten. 

Mittlerweile mehr Stieglitze in der Stadt als auf dem Land

In bunten Wiesen fühlt er sich wohl
In bunten Wiesen fühlt er sich wohl

Ursprünglich in lichten Wäldern und Waldrändern zu Hause, lebt unser Jahresvogel heute sowohl in ländlichen als auch städtischen Gebieten: Bäuerliche Siedlungen mit Obstbaumkulturen auf blumen- und artenreichen Wiesen bieten ihm das ganze Jahr hindurcheinen reichlich gedeckten Tisch. Auch in halboffenen Landschaften mit Alleen, Straßenbäumen, Feldgehölzen, Hecken oder Hopfenkulturen fühlt er sich wohl. Der Stieglitz kann in Höhenlagen von bis zu 1.500 Metern leben - sofern er Nistmöglichkeiten und ein vielseitiges Nahrungsangebot findet. Die Einwanderung von Stieglitzen aus der freien Landschaft in unsere Dörfer und Städte scheint in Deutschland weitgehend abgeschlossen zu sein. Knapp 60 % des bundesweiten Bestandes findet sich heute im Siedlungsraum, die restlichen 40 % im Agrarraum.

Dort macht ihnen nämlich die immer intensivere landwirtschaftliche Nutzung der Landschaft zu schaffen. Damit bleiben den Stieglitzen unsere Dörfer und Städte als Rückzugsraum. Hier bieten ungenutzte Ecken und extensiv gepflegte Wegränder noch bessere Überlebenschancen. Die bunten Finken bewohnen hier nicht zu intensiv gepflegte Parks oder Gärten und brüten sogar im Inneren von Städten - zum Beispiel in Grünanlagen, baumbestandenen Schulhöfen, an Sport- oder Parkplätzen sowie auf Brach - und Industrieflächen.

Lieblingsmahlzeit im Herbst: Disteln für den Distelfinken

Stieglitz inmitten von Disteln (F.: C. Moning)
Stieglitz inmitten von Disteln (F.: C. Moning)

Stieglitze fressen mit Vorliebe halbreife oder reife Samen zahlreicher Stauden, Gräser und Bäume. Die Speisekarte der bunten Finken wechselt dabei im Jahresverlauf. Werden im Winter vor allem Baumsamen verzehrt, ernähren sich Stieglitze während der Brutzeit vornehmlich von Samen milchreifer Korbblütler. Während viele andere körnerfressende Vögel für die Jungenaufzucht auf Insekten umsteigen, füttern Stieglitze ihren Nachwuchs vor allem mit Pflanzensamen. Nur äußerst selten fressen sie tierische Nahrung wie Blattläuse, die sie geschickt von den Pflanzen absammeln. Später im Jahr ernähren sich Stieglitze am liebsten von verschiedenen Distelarten. Im Unterschied zu den meisten anderen heimischen Singvögeln leben Stieglitze ganzjährig in Gruppen - auch zur Brutzeit - und gehen gemeinsam auf Nahrungssuche.

Im Winter auch auf Balkon oder im Garten anzutreffen

Kurzer Besuch am Futterhaus (F.: H. Körner)
Kurzer Besuch am Futterhaus (F.: H. Körner)

Speziell im Winter nutzen Stieglitzgruppen verschiedene Brachflächen, die sie regelmäßig anfliegen. Diese können durchaus mehrere Kilometer voneinander entfernt liegen. Vor allem hochwüchsige Stauden wie verschiedene Klettenarten und Karden stehen dann auf dem Speiseplan, da sie aus der Schneedecke herausragen. Auch Erlen-, Birken- oder Kiefernbestände sind beliebte Ziele während der Nahrungssuche. Wenn die Futterpflanzen vollständig zugeschneit sind, ziehen Stieglitze in wärmere Regionen ab oder bedienen sich an den Futterhäuschen zahlreicher Vogelfreunde. Dann sind sie auch gut im Garten oder auf dem Balkon zu beobachten.


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