Erster Luchs-Nachwuchs im „Bermudadreieck"

Videoaufnahmen dokumentieren erstmals wieder junge Luchse


03.11.16 – Zum ersten Mal seit vier Jahren gibt es wieder einen gesicherten Nachweis von jungen Luchsen im Lamer Winkel (Lkr. Cham). Das beweisen Videoaufnahmen des LBV, die mithilfe einer Wildtierkamera im Sommer aufgezeichnet wurden. Die Videos zeigen zwei junge Luchse und deren Mutter im zeitlichen Abstand von einigen Monaten. Doch die Überlebenschance der Tiere ist fraglich, da genau in diesem Gebiet des Bayerischen Waldes in den vergangen Jahren immer wieder Luchse verschwunden sind. Es wird deshalb auch als „bayerisches Bermudadreieck für Luchse“ bezeichnet. „Diese Entdeckung gibt uns Hoffnung, aber wir müssen nun alles daran setzen, dass die jungen Luchse dort überleben und nicht wieder Opfer von kriminellen Handlungen werden“, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. 

Nach den traurigen Ereignissen der letzten sechs Jahre (mindestens fünf Luchse wurden getötet, weitere 14 gelten als verschollen) ist dies die erste positive Meldung zur Entwicklung der bayerischen Luchspopulation. Die Aufnahmen bringen die Gewissheit, dass sich die Luchse auch in diesem Bereich des Bayerischen Waldes wieder vermehren. Die Mutter der beiden im Mai geborenen Jungluchse ist dem LBV bekannt. Der jüngste der beiden Videobeweise zeigt, dass sich die Tiere weiterhin bester Gesundheit erfreuen.

„Es wäre unfassbar, wenn nun weitere Luchse verschwinden würden und deshalb hoffen wir, dass die zurückliegenden Umweltkriminalitätsdelikte die letzten in diesem Zusammenhang waren“, so Schäffer weiter.



Bayerische Luchs-Population noch lange nicht gesichert

Der erste Luchs-Nachwuchs in der Region seit 2012 soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die bayerische Gesamtpopulation noch lange nicht gesichert ist. „Wir brauchen mehr positive Meldungen dieser Art. Die Tiere benötigen dringend den Schutz der Jägerschaft und der Staatsforsten“, so Karl-Heinz Schindlatz, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe Cham. „Es liegt uns sehr viel daran, dass der Luchs im Bayerischen Wald wieder überleben kann. Außerdem ist er ein Aushängeschild für die Ferienregion und den dortigen Tourismus“, sagt Schindlatz weiter.


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