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Umweltschule in Europa – Attraktive Auszeichnung für Bayerns Schulen

Umweltminister Dr. Markus Söder zeichnet in Fürth 57 Schulen aus
Franken aus

Am Montag, den 10. Oktober 2011 verlieh Umweltminister Dr. Markus Söder in den Räumen der Dr.-Gustav-Schickedanz-Mittelschule in Fürth den nordbayerischen Schulen die Auszeichnung „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“. Insgesamt bekommen in Bayern 127 Schulen diese begehrte Auszeichnung. Die Auszeichnung für die Schulen aus Oberbayern, Niederbayern, Schwaben und der Oberpfalz findet am 15. November 2011 in München statt.

 

Nachhaltigkeit hat viele Gesichter

Mit mindestens zwei Projekten beteiligten sich die Schulen an der Ausschreibung „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule 2010/2011“, die alljährlich von der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung im Auftrag der Europäischen Umweltstiftung F.E.E. vergeben wird. Dabei koordiniert der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V. (LBV) die Aktivitäten der Schulen im Freistaat.

Grüne Klassenzimmer, Fifty-Fifty-Projekte zur Energieeinsparung, Anlage von Biotopen oder die Gründung von Schülerfirmen – die Schulen zeigten eine breite Palette von Aktivitäten, die im Rahmen nachhaltiger Entwicklung möglich sind. Schonender Umgang mit Ressourcen, Betreuung von Senioren im Schulumfeld oder Kontakte zu Schulen in Afrika waren weitere Themenfelder der teilnehmenden Schulen.

 

Alle Schularten dabei

Besonders stolz ist Landeskoordinator Klaus Hübner vom LBV auf die Tatsache, dass sich bei den teilnehmenden Schulen das ganze Spektrum der bayerischen Schulland-schaft abbildet. Nicht nur Grund- und Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien beteiligten sich, auch Wirtschafts- und Berufsschulen oder Fördereinrichtungen sind unter den Teilnehmern.

„Besonders erfreulich ist, dass sich viele Schulen über Jahre hinweg an dieser Auszeichnung beteiligen und so das Thema Nachhaltigkeit fest im Schulprofil verankern“, so Klaus Hübner, der die Projekte durch das Schuljahr begleitet hat.

Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen sind für alle Schularten wichtige Handlungsfelder, mit denen sich Schlüsselkompetenzen bei den Schülerinnen und Schülern optimal fördern lassen.

Die Ausschreibungsunterlagen für das Schuljahr 2011/2012 gehen den Schulen in den nächsten Tagen über das Intranet des Kultusministeriums zu.

Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule

Bitte schicken Sie Ihren Anmeldebogen an die Landeskoordinierungsstelle:Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung e. V. Büro Bayern, z. Hd. Klaus Hübner
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein
Tel. 09174/4775-40
Fax. 09174/4775-75
Email: k-huebner@lbv.de

Inhalt:

  1. Das Zertifikat
  2. Anmeldung
  3. Entwicklungsschritte
  4. Nachhaltige Entwicklung

 

 1. Das Zertifikat
 
Von der Umweltschule in Europa zur Internationalen Agenda 21-Schule:
Die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ wurde 1994 erstmalig ausgeschrieben. Durch die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, die von den Vereinten Nationen von 2005 bis 2014 ausgerufen wurde, verschob sich das Spektrum der zu bearbeitenden Themen Richtung nachhaltige Entwicklung. Deshalb bekam die Auszeichnung den Zusatz: Internationale Agenda 21-Schule.

Die Ausschreibung wird in Bayern vom StMUG finanziell gefördert und vom StMUK unterstützt. Die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen beteiligt sich im Rahmen einer Fachtagung am Austausch zwischen den Schulen.

Seit 1994 hat sich vieles verändert:


-     Die Ausschreibung „Umweltschule in Europa“ startete 1994 in wenigen europäischen          Ländern. Heute sind europaweit 25 Staaten beteiligt.

-     Es handelt sich inzwischen um eine internationale Ausschreibung mit Ländern wie    Kanada, Neuseeland, Marokko, Südafrika, mehreren karibischen Staaten und Chile.                   China und Indien wollen sich künftig beteiligen.
-     Umweltbildung hat sich zunehmend zu einem Bestandteil der Bildung für nachhaltige         Entwicklung gewandelt.
-     Nachhaltige Entwicklung ist international als übergreifende Orientierung auch für Bildung und Erziehung anerkannt.
-     Umweltschulen orientieren sich in ihren Aktivitäten im Unterricht und Schulleben    zunehmend an Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung.
-     Generell zeigen Schulen mehr Qualität und Profil – und sie evaluieren ihre Leistungs-           fähigkeit anhand von Qualitätsstandards.

Diesen Veränderungen stellt sich die Umweltschule in Europa. Zukünftig wird das Thema „Nachhaltige Entwicklung“ im Mittelpunkt stehen.
-     Die Welt wächst zusammen. Neben Umweltaspekten müssen daher globale Aspekte eine     stärkere Berücksichtigung finden.
-     Schulen, die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung besonders fördern, sollen eine          Anerkennung in Form eines Qualitätszertifikats erhalten.
-     Der Wandel soll auch im Titel der Ausschreibung deutlich werden: Die Ausschreibung         „Umweltschule in Europa“ (USE) wird zur Ausschreibung „Internationale Agenda 21-         Schule“ (INA).

USE / INA ist ein Zertifikat für alle Schulen
-     Die Ausschreibung „Internationale Agenda 21-Schule“ bleibt ein Angebot für           Einsteiger und zeichnet Leuchttürme besonders aus.
-     Alle Schulen können sich um eine Auszeichnung bzw. um eine Zertifizierung bewerben.

 

Von Europa zu International

Die Gemeinschaft der Umweltschulen ist größer geworden. Das europäische Ausschreibungs-verfahren der F.E.E. (Foundation for Environmental Education) ist zu einem weltumspannenden Netzwerk herangewachsen. Dies eröffnet vielfältige Chancen für globale Schulpartnerschaften, z. B. so: Sie möchten Kontakt zu einer Schule in Südafrika aufnehmen, die sich – wie Sie mit Ihrer Schule – mit dem Thema „Wasser“ beschäftigt? Wenn Sie „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“ sind, ist es ganz einfach. Sie bekommen von der F.E.E. als anerkannte Schule die Möglichkeit, auf die Datenbanken der Ecoschools zurückzugreifen und Anregungen, Tipps, Materialien und Vorschläge für Schul-partnerschaften zu erhalten. Weitere Informationen finden Sie unter www.ecoschools.org.

 

Wann und wie wird zertifiziert?

-     Die Ausschreibung findet in Übereinstimmung mit den Vorgaben der F.E.E. jährlich statt.
-     Die Schulen füllen einen Anmeldebogen zu Beginn des Schuljahres aus. Die erbrachten       Leistungen und ihre Entwicklungsfortschritte werden dokumentiert. Die Abschluss-    dokumentationen und der Dokumentationsleitfaden werden bei der Jury eingereicht.
-     Auf Basis dieser Daten wird wie bisher die Jury feststellen, ob man die Auszeichnung         „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“ für ein Schuljahr erhält           oder nicht.

-     Schulen können mit einem, mit zwei oder mit drei Sternen ausgezeichnet bzw.          zertifiziert werden.

 

Zeitplan

-     Die Ausschreibungsunterlagen gehen den Schulen im Oktober 2011 zu.
-     Abgabe des Anmeldebogens bis spätestens 06.12.2011

-     Gemeinsame Regionaltreffen mit der Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen vom      02. bis 04. Mai 2012

-     Abgabe der Dokumentation mit Kurzfassung am 09. Juli 2012

-     Jurysitzung:  Juli 2012

-     Auszeichnung: Oktober 2012

-     Die Überreichung der Urkunden erfolgt anlässlich einer Auszeichnungsveranstaltung oder auf postalischem Weg.

 

Themenwahl

Jede beteiligte Schule soll zwei Themenfelder bearbeiten. Dabei sind drei Themen von der DGU für das Schuljahr 2011/2012 vorgegeben, nämlich:

-          Klimawandel

-          Generationen verbindendes Leben

-          Nachwachsende Rohstoffe / menschliche Nutzung

-          Die Bayern-Jury hat sich für das Landesthema Ernährung ausgesprochen.

Sie können entweder aus diesen vorgegebenen vier Themen zwei auswählen oder aber nur eines davon und bearbeiten dann darüber hinaus ein schuleigenes Thema.

 

Qualitätsstufen Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule

 USE/INA21-Schulen mit „1 Stern“

-     haben Lehrkräfte, die Themen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Projekt   realisieren
-     beschäftigen sich kontinuierlich mit ihrer Weiterentwicklung
-     arbeiten mit außerschulischen Partnern zusammen
-     dokumentieren ihre Projekte
-     beteiligen sich am Erfahrungsaustausch mit anderen Agenda 21-Schulen.

 

USE/INA21-Schulen mit „2 Sternen“

-     realisieren mit einem o. mehreren Teams Projekte zur Bildung für nachhaltige Entwicklung
-     haben einen kontinuierlichen Nachhaltigkeitsprozess begonnen
-     gestalten ihre Projekte partizipativ und in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern
-     dokumentieren ihre Projekte

-     praktizieren im Rahmen des Unterrichts fächerübergreifendes und fächerverbindendes         Lernen zum Thema der nachhaltigen Entwicklung

-     stehen mit anderen Agenda 21-Schulen im kommunikativen Austausch

 

USE/INA21-Schule mit „3 Sternen“

-     integrieren Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in Curriculum und Schulleben

-     orientieren ihre Arbeit systematisch an den Leitideen der Gestaltungskompetenz, des           partizipativen Lernens und der Kooperation mit außerschulischen Partnern
-     verwenden die Dokumentation ihrer Projekte zur Öffentlichkeitsarbeit nach innen und außen
-     arbeiten in schulübergreifenden Netzwerken zusammen und stehen mit anderen        internationalen Agenda 21-Schulen im kommunikativen Austausch

-     favorisieren Konzepte fachübergreifenden und fächerverbindenden Lernens und      praktizieren diese im Unterricht
-     geben ihre Kompetenzen durch Beratungs- und Qualifizierungsangebote weiter

-     verankern Nachhaltigkeit durch entsprechende Schwerpunktsetzung im Schulprofil

2. Anmeldebogen

Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung e.V.
DGU-Büro Bayern, z. Hd. Klaus Hübner
c/o Landesbund für Vogelschutz
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein

Anmeldebogen „Umweltschule in Europa 2011/2012“

 

□  Wir möchten teilnehmen!

□  Wir haben Interesse, können aber z. Zt. keine Zusage geben.

      Bitte informieren Sie uns über das weitere Verfahren.

 

Name der Schule:                   ____________________________________________________

Schulart:                                 ____________________________________________________

Adresse:                                 ____________________________________________________

                                               ____________________________________________________

Telefon:                                  _____________________     Fax: ________________________

E-Mail:                                   ____________________________________________________

Homepage:                             ____________________________________________________

Pausenzeiten:                         1. Pause: ____________ Uhr           2. Pause: ____________ Uhr

 

Anzahl der Lehrer/innen:       ____________________________________________________

Anzahl der Schüler/Innen:     _____________________    Anzahl der Klassen: ____________

Projektleitung:                        ____________________________________________________

Gewähltes Thema:           □ Klimawandel                   □  Generationen verbindendes Leben          

□ Nachwachsende Rohstoffe/menschliche Nutzung     □ Landesthema: Ernährung  

□ Schulthema: ______________________________________________________________

Wir melden uns nach erfolgter Zustimmung durch das Schulforum/die Schulkonferenz unserer Schule zum Projekt „Umweltschule in Europa 2011/2012“ an.

 

________________________     ________________________     ______________________
Ort, Datum                                   Unterschrift Schulleitung            Unterschrift Projektleitung


Bitte senden Sie Ihre Anmeldung bis zum 06. Dezember 2011 an oben genannte Adresse.

3. Entwicklungsschritte

 

Der Weg zur Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule:

Die DGU-Ausschreibung „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule ist Teil des weltweiten Eco-School-Netzwerkes der Foundation for Environmental Education (F.E.E.). International beteiligen sich gegenwärtig über 14.000 Eco-Schools aus 38 Ländern an dem Programm. Dies ist eine gute Basis für Partnerschaftsprojekte.

Auf dem Weg zur USE / INA21-Schule sollten folgende Schritte sukzessive angegangen und umgesetzt werden:

-     Etablierung einer Koordinierungsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern möglichst           vieler Gruppen der Schulgemeinschaft. Die Gruppe plant und evaluiert alle Aktivitäten          und Maßnahmen im Projektzeitraum.

-     Erfassung des Ist-Zustandes. Dazu gehört eine Übersicht zur Umweltsituation ebenso wie   die Erfassung der Nachhaltigkeitsprozesse in der Schule einschließlich eventueller    Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen.
-     Entwurf eines Wer-macht-was-bis-wann-Programms. Dieser Aktionsplan formuliert erreichbare Ziele und setzt Indikatoren und Zeitmarken, die die Erreichung der Ziele überprüfbar machen.
-     Überprüfung des Fortschritts. Diese Selbstevaluation begleitet den gesamten Prozess,          liefert Rückmeldungen über Erfolge und Misserfolge und gibt Hinweise darauf, ob der             Aktionsplan realistisch ist oder angepasst werden muss.
-     Nachhaltige Entwicklung im Rahmen von Unterricht und Schulleben (Profilbildung).           Dabei geht es um die Umsetzung selbst gesetzter Ziele im Rahmen einer Bildung für      nachhaltige Entwicklung und die Durchsetzung von mehr Umweltverträglichkeit und           Nachhaltigkeit an der Schule.
-     Information und Einbeziehung außerschulischer Gruppen. Die Beteiligung     außerschulischer Partner und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen          sind wesentlicher Bestandteil und ein Qualitätskriterium für das Zertifikat.
-     Erarbeitung und Veröffentlichung eines Leitbildes (Agenda-Codex). Hierbei handelt es       sich um eine Formulierung gemeinsamer Zielsetzungen für Unterricht und Schulleben sowie für die Arbeit an Projekten.

 

4. Nachhaltige Entwicklung

Was ist nachhaltige Entwicklung?

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält“ (WCED 1987).

Nachhaltige Entwicklung ist heute der allgemein anerkannte Weg zur Verbesserung der individuellen Zukunftschancen, zu gesellschaftlicher Prosperität, wirtschaftlichen Wachstums und ökologischer Verträglichkeit. Nachhaltige Entwicklung ist somit ein umfassendes Modernisierungskonzept für das Leben und Wirtschaften im 21. Jahrhundert (aus Nationaler Aktionsplan für Deutschland für die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“).

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung

„Der neue Ansatz der Umweltbildung besteht darin, dass sie das zentrale Anliegen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist. In ihr überschneiden sich ökologische Fragen, ökonomische Problemstellungen und Aspekte sozialer Entwicklung in der ‚Einen Welt’. Diese Teilbereiche hängen zusammen und sollen deshalb als Gesamtheit betrachtet werden.“

… „Zu den zentralen neuen Zielen von Umweltbildung gehört es vielmehr, Kinder und Jugendliche zu befähigen, dass sie altersgemäß und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben (Partizipation) und es mitgestalten können (Gestaltungskompetenz).“

 

(Aus: Richtlinien für die Umweltbildung an den bayerischen Schulen, 22.01.2003)

 

Prinzipien einer Bildung für nachhaltige Entwicklung:

-     Bildung für nachhaltige Entwicklung betrifft jeden

-     Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein andauernder, kontinuierlicher Prozess und trägt zur Akzeptanz für Veränderungsprozesse in der Gesellschaft bei

-     Bildung für nachhaltige Entwicklung ist eine Querschnittsaufgabe und hat integrierende Funktion

-     Bildung für nachhaltige Entwicklung will die Lebenswelt der Menschen verbessern

-     Bildung für nachhaltige Entwicklung schafft individuelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunftschancen

-     Bildung für nachhaltige Entwicklung fördert globale Verantwortung

 

(Aus: Nationaler Aktionsplan für Deutschland)

 

 

 

Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule
Ausschreibung für Bayern im Schuljahr 2010/2011

Hier können Sie sich die Ausschreibungsunterlagen für das Schuljahr 2010/2011 als pdf-Datei herunterladen.


Bitte schicken Sie Ihre Erhebungsbögen an die Landeskoordinierungsstelle:
Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung e. V.
Büro Bayern, z. Hd. Klaus Hübner
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein
Tel. 09174/4775-40
Fax. 09174/4775-75
Email: k-huebner@lbv.de


Inhalt:
1. Das Zertifikat
2. Anmeldung
3. Entwicklungsschritte
4. Nachhaltige Entwicklung


1. Das Zertifikat

Von der Umweltschule in Europa zur Internationalen Agenda 21-Schule:
Die Auszeichnung „Umweltschule in Europa“ wurde 1994 erstmalig ausgeschrieben. Durch die UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung, die von den Vereinten Nationen von 2004 bis 2013 ausgerufen wurde, verschob sich das Spektrum der zu bearbeitenden Themen Richtung nachhaltige Entwicklung. Deshalb bekam die Auszeichnung den Zusatz: Internationale Agenda 21-Schule.

Die Ausschreibung wird in Bayern vom StMUG und dem StMUK gefördert. Die Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen unterstützt den Austausch zwischen den Schulen.

Seit 1994 hat sich vieles verändert:

- Die Ausschreibung „Umweltschule in Europa“ startete 1994 in wenigen europäischen  Ländern. Heute sind europaweit 25 Staaten beteiligt.
- Es handelt sich inzwischen um eine internationale Ausschreibung mit Ländern wie  Kanada, Neuseeland, Marokko, Südafrika, mehreren karibischen Staaten und Chile.  China und Indien wollen sich künftig beteiligen.
- Umweltbildung hat sich zunehmend zu einem Bestandteil der Bildung für nachhaltige  Entwicklung gewandelt.
- Nachhaltige Entwicklung ist international als übergreifende Orientierung auch für Bildung  und Erziehung anerkannt.
- Umweltschulen orientieren sich in ihren Aktivitäten im Unterricht und Schulleben  zunehmend an Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung.
- Generell zeigen Schulen mehr Qualität und Profil – und sie evaluieren ihre  Leistungsfähigkeit anhand von Qualitätsstandards.

Diesen Veränderungen stellt sich die Umweltschule in Europa. Zukünftig wird das Thema „Nachhaltige Entwicklung“ im Mittelpunkt stehen.
- Die Welt wächst zusammen. Neben Umweltaspekten müssen daher globale Aspekte eine  stärkere Berücksichtigung finden.
- Schulen, die Bildung für eine nachhaltige Entwicklung besonders fördern, sollen eine  Anerkennung in Form eines Qualitätszertifikats erhalten.
- Der Wandel soll auch im Titel der Ausschreibung deutlich werden: Die Ausschreibung  „Umweltschule in Europa“ (USE) wird zur Ausschreibung „Internationale Agenda 21- Schule“ (INA).

USE / INA ist ein Zertifikat für alle Schulen
- Die Ausschreibung „Internationale Agenda 21-Schule“ bleibt ein Angebot für  Einsteiger und zeichnet Leuchttürme besonders aus.
- Alle Schulen können sich um eine Auszeichnung bzw. um eine Zertifizierung bewerben.

Von Europa zu International
Die Gemeinschaft der Umweltschulen ist größer geworden. Das europäische Ausschreibungs-verfahren der F.E.E. (Foundation for Environmental Education) ist zu einem weltumspannenden Netzwerk herangewachsen. Dies eröffnet vielfältige Chancen für globale Schulpartnerschaften, z. B. so: Sie möchten Kontakt zu einer Schule in Südafrika aufnehmen, die sich – wie Sie mit Ihrer Schule – mit dem Thema „Wasser“ beschäftigt? Wenn Sie „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“ sind, ist es ganz einfach. Sie bekommen von der F.E.E. als anerkannte Schule die Möglichkeit, auf die Datenbanken der Ecoschools zurückzugreifen und Anregungen, Tipps, Materialien und Vorschläge für Schulpartnerschaften zu erhalten. Weitere Informationen finden Sie unter www.ecoschools.org.

Wann und wie wird zertifiziert?
- Die Ausschreibung findet in Übereinstimmung mit den Vorgaben der F.E.E. jährlich statt.
- Die Schulen füllen einen Anmeldebogen zu Beginn des Schuljahres aus. Die erbrachten  Leistungen und ihre Entwicklungsfortschritte werden dokumentiert. Die Abschluss- dokumentationen und eine zweiseitige Kurzfassung werden bei der Jury eingereicht.
- Auf Basis dieser Daten wird wie bisher die Jury feststellen, ob man die Auszeichnung  „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“ für ein Schuljahr erhält  oder nicht.
- Schulen können mit einem, mit zwei oder mit drei Sternen ausgezeichnet bzw.  zertifiziert werden.

Zeitplan
- Ausschreibungsunterlagen gehen den Schulen Anfang Oktober 2010 zu
- Abgabe des Anmeldebogens bis spätestens 06.12.2010
- Gemeinsame Regionaltreffen mit der Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen im März/                                    April 2011
- Abgabe der Dokumentation mit Kurzfassung Ende Juni 2011
- Jurysitzung Anfang Juli 2011
-  Auszeichnung: September 2011

Themenwahl
Jede beteiligte Schule soll zwei Themenfelder bearbeiten. Dabei sind drei Themen von der DGU für das Schuljahr 2010/2011 vorgegeben, nämlich:
- Biologische Vielfalt
- Nachhaltiges Wirtschaften
- Mensch und Klima
- Die Bayern-Jury hat sich für das Landesthema  Stadt ausgesprochen.
Sie können entweder aus diesen vorgegebenen vier Themen zwei auswählen oder aber nur eines davon und bearbeiten dann darüber hinaus ein schuleigenes Thema.

Qualitätsstufen Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule
 USE/ INA21-Schulen mit einem Stern
- haben Lehrkräfte, die Themen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung im Projekt  realisieren
- beschäftigen sich kontinuierlich mit ihrer Weiterentwicklung
- arbeiten mit außerschulischen Partnern zusammen
- dokumentieren ihre Projekte
- beteiligen sich am Erfahrungsaustausch mit anderen Agenda 21-Schulen.

 USE/ INA21-Schulen mit zwei Sternen
- realisieren mit einem oder mehreren Teams Projekte zur Bildung für nachhaltige  Entwicklung
-  haben einen kontinuierlichen Nachhaltigkeitsprozess begonnen
- gestalten ihre Projekte partizipativ und in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern
- dokumentieren ihre Projekte
-  praktizieren im Rahmen des Unterrichts fächerübergreifendes und fächerverbindendes  Lernen zum Thema der nachhaltigen Entwicklung
- stehen mit anderen Agenda 21-Schulen im kommunikativen Austausch

  USE/ INA21-Schule (mit drei Sternen)
- integrieren Bildung für nachhaltige Entwicklung systematisch in Curriculum und  Schulleben
- orientieren ihre Arbeit systematisch an den Leitideen der Gestaltungskompetenz, des  partizipativen Lernens und der Kooperation mit außerschulischen Partnern
- verwenden die Dokumentation ihrer Projekte zur Öffentlichkeitsarbeit nach innen und  außen
- arbeiten in schulübergreifenden Netzwerken zusammen und stehen mit anderen  internationalen Agenda 21-Schulen im kommunikativen Austausch
- favorisieren Konzepte fachübergreifenden und fächerverbindenden Lernens und  praktizieren diese im Unterricht
- geben ihre Kompetenzen durch Beratungs- und Qualifizierungsangebote weiter
- verankern Nachhaltigkeit durch entsprechende Schwerpunktsetzung im Schulprogramm  bzw. Schulprofil.
 
2. Anmeldebogen

 


Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung e.V.
DGU-Büro Bayern, z. Hd. Klaus Hübner
c/o Landesbund für Vogelschutz
Eisvogelweg 1

91161 Hilpoltstein

 


Anmeldebogen „Umweltschule in Europa 2010/2011“

□  Wir möchten teilnehmen!
□  Wir haben Interesse, können aber z. Zt. keine Zusage geben.
      Bitte informieren Sie uns über das weitere Verfahren.


Name der Schule:  ____________________________________________________

Schulart:   ____________________________________________________

Adresse:   ____________________________________________________

    ____________________________________________________

Telefon:   _____________________ Fax: ________________________

E-Mail:   ____________________________________________________

Homepage:   ____________________________________________________

Pausenzeiten:   1. Pause: ____________ Uhr           2. Pause: ____________ Uhr

Anzahl der Lehrer/innen: ____________________________________________________

Anzahl der Schüler/Innen: _____________________    Anzahl der Klassen: ____________

Projektleitung:  ____________________________________________________

Gewähltes Thema:       □ biologische Vielfalt     □  nachhaltiges Wirtschaften            □ Mensch und Klima  □ Landesthema  Stadt    □ Schulthema: ______________

Wir melden uns nach erfolgter Zustimmung durch das Schulforum/die Schulkonferenz unserer Schule zum Projekt „Umweltschule in Europa 2010/2011“ an.


________________________     ________________________     ______________________
Ort, Datum         Unterschrift Schulleitung   Unterschrift Projektleitung

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung bis zum 15. November 2009 an oben genannte Adresse.
3. Entwicklungsschritte

Der Weg zur Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule:
Die DGU-Ausschreibung „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule ist Teil des weltweiten Eco-School-Netzwerkes der Foundation for Environmental Education (F.E.E.). International beteiligten sich im Jahr 2005 über 13.000 Eco-Schools aus 31 Ländern an dem Programm. Dies ist eine gute Basis für Partnerschaftsprojekte.
Auf dem Weg zur USE/ INA21-Schule sollten folgende Schritte sukzessive angegangen und umgesetzt werden:
-  Etablierung einer Koordinierungsgruppe aus Vertreterinnen und Vertretern möglichst  vieler Gruppen der Schulgemeinschaft. Die Gruppe plant und evaluiert alle Aktivitäten  und Maßnahmen im Projektzeitraum.
- Erfassung des Ist-Zustandes. Dazu gehört eine Übersicht zur Umweltsituation ebenso wie  die Erfassung der Nachhaltigkeitsprozesse in der Schule einschließlich eventueller  Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen.
-  Entwurf eines Wer-macht-was-bis-wann-Programms. Dieser Aktionsplan formuliert  erreichbare Ziele und setzt Indikatoren und Zeitmarken, die die Erreichung der Ziele  überprüfbar machen.
- Überprüfung des Fortschritts. Diese Selbstevaluation begleitet den gesamten Prozess,  liefert Rückmeldungen über Erfolge und Misserfolge und gibt Hinweise darauf, ob der  Aktionsplan realistisch ist oder angepasst werden muss.
- Nachhaltige Entwicklung im Rahmen von Unterricht und Schulleben (Profilbildung).  Dabei geht es um die Umsetzung selbst gesetzter Ziele im Rahmen einer Bildung für  nachhaltige Entwicklung und die Durchsetzung von mehr Umweltverträglichkeit und  Nachhaltigkeit an der Schule.
- Information und Einbeziehung außerschulischer Gruppen. Die Beteiligung  außerschulischer Partner und die Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen  sind wesentlicher Bestandteil und ein Qualitätskriterium für das Zertifikat.
- Erarbeitung und Veröffentlichung eines Leitbildes (Agenda-Codex ). Hierbei handelt es  sich um eine Formulierung gemeinsamer Zielsetzungen für Unterricht und Schulleben  sowie für die Arbeit an Projekten.


4. Nachhaltige Entwicklung

Was ist nachhaltige Entwicklung?
„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält“ (WCED 1987).
Nachhaltige Entwicklung ist heute der allgemein anerkannte Weg zur Verbesserung der individuellen Zukunftschancen, zu gesellschaftlicher Prosperität, wirtschaftlichen Wachstums und ökologischer Verträglichkeit. Nachhaltige Entwicklung ist somit ein umfassendes Modernisierungskonzept für das Leben und Wirtschaften im 21. Jahrhundert (aus Nationaler Aktionsplan für Deutschland für die UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“).

Bildung für nachhaltige Entwicklung
„Der neue Ansatz der Umweltbildung besteht darin, dass sie das zentrale Anliegen der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ist. In ihr überschneiden sich ökologische Fragen, ökonomische Problemstellungen und Aspekte sozialer Entwicklung in der ‚Einen Welt’. Diese Teilbereiche hängen zusammen und sollen deshalb als Gesamtheit betrachtet werden.“
… „Zu den zentralen neuen Zielen von Umweltbildung gehört es vielmehr, Kinder und Jugendliche zu befähigen, dass sie altersgemäß und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben (Partizipation) und es mitgestalten können (Gestaltungskompetenz).“

(Aus: Richtlinien für die Umweltbildung an den bayerischen Schulen, 22.01.2003)

Prinzipien einer Bildung für nachhaltige Entwicklung:
- Bildung für nachhaltige Entwicklung betrifft jeden
- Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein andauernder, kontinuierlicher Prozess und trägt zur Akzeptanz für Veränderungsprozesse in der Gesellschaft bei
- Bildung für nachhaltige Entwicklung ist eine Querschnittsaufgabe und hat integrierende Funktion
- Bildung für nachhaltige Entwicklung will die Lebenswelt der Menschen verbessern
- Bildung für nachhaltige Entwicklung schafft individuelle, gesellschaftliche und wirtschaftliche Zukunftschancen
- Bildung für nachhaltige Entwicklung fördert globale Verantwortung

(Aus: Nationaler Aktionsplan für Deutschland)

 

 

Umweltschule in Europa 2010 im Aufwind

Bei der Auszeichnung der Freiherr-von-Weichs-Schule, Ascha

Umweltminister Dr. Markus Söder zeichnet 43 Schulen aus Niederbayern, Oberbayern und Schwaben aus                                           
28.10.  Umweltminister Dr. Markus Söder verlieh am Donnerstag in den Räumen des Bürgerhauses Haar den südbayerischen Schulen die Auszeichnung „Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule“. Aufgrund der großen Zahl (119) ausgezeichneter Schulen musste in diesem Jahr die Auszeichnungsveranstaltung zum ersten Mal geteilt werden. Die nordbayerischen Schulen werden am 08.11.2010  in Nürnberg ausgezeichnet. Der LBV koordiniert im Auftrag des Umweltministeriums die Aktion. 

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Auszeichnungsfeier 2010

Die Auszeichnungsfeier für die Umweltschulen in Europa 2010 findet in diesem Jahr an zwei Standorten statt.

Für die Schulen aus den Regierungsbezirken Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern und Schwaben am Donnerstag, den 28. Oktober 2010 um 10.30 Uhr im Bürgerhaus, Kirchplatz 1 in 85540 Haar bei München. 

Für die Schulen aus den Regierungsbezirken Unterfranken, Oberfranken und Mittelfranken am Montag, den 08. November 2010 um 14.00 Uhr in der Bismarckschule, Bismarckstr. 20 in 90491 Nürnberg.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an den Landeskoordinator Klaus Hübner, k-huebner@lbv.de, Tel. 09174 4775-40.

 

Allgemeine Informationen

"Umweltschule in Europa - Internationale Agenda 21 Schule"

ist eine Ausschreibung der europäischen Umweltbildungsstiftung Foundation for Environmental Education (FEE), in Deutschland vertreten durch die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU). Gegenwärtig beteiligen sich weltweit über 14000 Schulen in mehr als 38 Staaten.

"Umweltschule in Europa - Internationale Agenda 21 Schule" zielt auf die Entwicklung umweltverträglicher Schulen und die Förderung der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Unabhängig von ihrer Ausgangssituation können alle Schulen die begehrte Auszeichnung "Umweltschule in Europa - Internationale Agenda 21 Schule" erhalten, wenn sie innerhalb der Projektzeit ein selbstentwickeltes Konzept zur Verbesserung ihrer Umweltverträglichkeit erfolgreich umsetzen konnten.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU)


Landeskoordination in Bayern

Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung e. V. (DGU)
Büro Bayern
Landeskoordinator Klaus Hübner
Eisvogelweg 1
91161 Hilpoltstein
Tel. 09174/4775-40
Email: k-huebner@lbv.de