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Schaffen Sie Wohnraum für tierische Nachbarn!

Nistkästen machen Spaß! (Bild: B. Helbig)

Mit Nistkästen mehr Vögel sehen

Sie können viel für die Tiere in Ihrer Nähe tun, indem Sie Nisthilfen anbringen. Vom einfachen Brettchen für Schwalben bis hin zum großen Eulenkasten helfen Sie damit den Vögeln in Ihrem Garten. Und Vögel, die in Nistkästen brüten, kann man meist gut beobachten. Aber auch Insekten und sogar Fledermäuse werden gerne Ihre Wohnungsangebote annehmen: Nistkästen bereiten Freude! Deshalb haben wir Ihnen >>alles Wichtige für Ihre Nistkästen und Nisthilfen zusammengestellt. Viel Spaß!

 

Ein paar Tipps vorweg:

Bis ca. März ist noch Zeit, Nistkästen zu reinigen. Danach können sie schon von ersten Meisen bebrütet sein.

Hängen Sie zu 60% Kohlmeisen-Kästen und zu je 20 % Blaumeisen-Kästen und Halbhöhlen auf.

Sind über 3/4 Ihrer Kästen besetzt, können Sie mehr Nisthilfen aufhängen. Wird ein Kasten gar nicht angenommen, hängen Sie ihn um in eine andere Gartenecke.

Nisthilfen woher?

Nistkästen selbst bauen - Viel Spaß gerade auch für Kinder! (Foto: Lui)

Sie können Nistkästen einfach selbst bauen. Hier finden Sie unsere praktischen Anleitungen:

- Halbhöhlenkasten (pdf)
- Höhlenbrüterkasten (pdf)
- Mehlschwalbenisthilfe (pdf) (Mehr tun für Schwalben)
- Fledermauskasten (pdf)
- Insektennisthilfe (pdf)

Nistkasten-Bausätze gibt es auch im >>LBV-Shop.

In der Tabelle unten sind für viele Vogelarten die Größen der Einfluglöcher angegeben. So können Sie bestimmte Arten gezielt fördern. Bitte verwenden Sie unbehandeltes Holz, das Sie nach dem Zusammenbau des Kastens außen mit einer Lasur behandeln können, damit es wasserabweisend wird. Innen können Sie das Holz angerauhen, damit Jungvögel besser hinaufklettern können. Bestellen Sie auch unsere Broschüre "Wohnen nach Maß" für weitere Informationen.

Die Monate Februar bis August sind mit den Ziffern 02 bis 08 abgekürzt. Die Nistkastenmaße (innen) sind Mindestmaße. Reihenfolge der Maße: Breite x Tiefe x Höhe.

Nistkastenmaße für verschiedene Vogelarten und Fledermäuse

Vogelart Aufhängehöhe

Aufhängehöhe der Nisthilfe

Flugloch Ø [mm]

Nistkastenmaße (innen) BxTxH [mm]

Legebeginn

Lebensraum Brutplatz

Blaumeise

1,5 - 3,5 m

26-28

140x140x250

Mitte 04

Laub- und Mischwald, Parks, Gärten, Feldgehölze

Kohlmeise

1,5 - 3,5 m

32-34

140x140x250

Ende 03/Anfang 04

wie Blaumeise, auch in Nadelwäldern

Haubenmeise

1,5 - 3,5 m

26-28

140x140x250

Mitte 04

Nadelwald

Sumpfmeise

1,5 - 3,5 m

26-28

140x140x250

04 bis 05

wie Blaumeise

Tannenmeise

1,5 - 3,5 m

26-28

140x140x250

Ende 03/Anfang 04

Nadelwälder, Parks, Gärten mit alten Nadelbäumen

Trauerschnäpper

1,5 - 3,5 m

32-34

140x140x250

05

Wälder, Parks, Gärten

Gartenrotschwanz

1,5 - 3,5 m

47

140x140x250

Anfang 05

Laub-, Mischwälder, Gärten

Kleiber

1,5 - 3,5 m

32-47

140x140x250

04

Laub-, Mischwald, Parks, Gärten

Haussperling

1,5 - 3,5 m

32-34

140x140x250

Mitte bis Ende 04

menschliche Siedlungen

Feldsperling

1,5 - 3,5 m

32-34 (oval 30x45)

140x140x250

Ende 04

Dörfer, Hecken, Feldgehölze, Obstgärten, Waldränder

Bachstelze

1,5 - 3,5 m

50 durchgeh. Schlitz

140x140x160

04

am Wasser, Feld, menschliche Siedlungen, offene Kulturlandschaft

Hausrotschwanz

1,5 - 3,5 m

50 durchgeh. Schlitz

140x140x160

04

Fels-, Gebäudebrüter in Dörfern, Städten, Kiesgruben, Gebirge

Grauschnäpper

1,5 - 3,5 m

50 durchgeh. Schlitz

140x140x160

05

Waldränder, Lichtungen, Parks, Gebäude

Star

3 - 10 m

45-50

160x160x320

Mitte 04

Wälder, Gärten, Alleen, Feldgehölze

Wiedehopf

3 - 10 m

70

220x250x350

Anfang 05

offene Landschaften

Sperlingskauz

3 - 10 m

45-50

220x250x350

04 bis 05

Wälder mit reichlich Nadelholzanteil, reich gegliedert

Zwergohreule

3 - 7 m

65-70

180x180x380

05 bis 05

Haine, offene Landschaften, Dorfränder, Alleen

Hohltaube

6 - 15 m

85

250x250x350

04 bis 08

lichte Altholzbestände mit Äckern u. Wiesen, ruhige Parks, größere Gehölze, Alleen

Dohle

6 - 15 m

85

250x250x350

04

Städte, Steinbrüche, Burgen, Türme, lichter Wald

Waldkauz

4 - 10 m

120

300x300x470

02/03

wie Hohltaube, auch Friedhöfe und Städte

Schleiereule

3 - 20 m

200x150

1000x500x500

03

Kirchtürme, Scheunen, Taubenschläge, Dachböden, Schlösser, Ruinen bis 600 m ü.d.M.

Rauhfußkauz

6 - 15 m

85

250x250x350

03 bis 05

große Nadelwälder

Steinkauz

3 - 10 m

80

160x160x900

04 bis 05

Streuobstwiesen, Kopfweiden, Höhlen

Turmfalke

6 - 10 m

160 durchgeh. Schlitz

410x230x250

04/05

Städte, Steinbrüche, Feldgehölze, Hochgebirge

Wasseramsel

1 - 5 m

120 durchgeh. Schlitz

210x180x140

03

schnell fließende Bäche, Flüsse, vereinzelt auch in Dorf u. Stadt

Mauersegler

8 - 20 m

32x64 oval

170x280x110

Mitte 05

Steinbauten in Städten u. Dörfern

Gänsesäger

(2) 4 m

150

300x300x770

03 bis 05

Seen, Flüsse, Baum-, Felshöhlen in Wassernähe

Rauchschwalbe

2 - 4 m

-

120x120

05

innerhalb landwirtschaftlicher Gebäude

Mehlschwalbe

2 - 4 m

-

120x120 Stützbrett

05

außerhalb von Gebäuden

Hilfe für Fledermäuse

Fledermäuse

3-10 m

45-50 unten anbringen

160x160x320 Holz anrauen

Flug ab 04

überall wo es Insekten gibt

Mit kleinen Fluglochgrößen kann man die kleinen Vogelarten gezielt fördern. Umgekehrt können kleine Arten wie Meisen oder Kleiber auch große Kästen nutzen.

Sie können aber auch fertige Nistkästen beim LBV Naturshop bestellen. Sie erhalten nicht nur Holz- und Holzbetonkästen, sondern auch Mauersteine, Dachplatten u. ä., die bei Neu- oder Umbauten in das Gebäude integriert werden können.

Nisthilfen richtig anbringen

Wichtig: Für Katzen nicht erreichbar (Foto: Böhm)

a) Wann? Bringen Sie Nisthilfen im Herbst an, damit sie auswittern können. Außerdem nutzen viele Arten das Angebot als Nachtquartiere.

b) Wo? Nistkästen können prinzipiell überall aufgehängt werden, aber wichtig ist Katzen- und Mardersicherheit. Dafür kann man die Kästen frei an einen einzelnen Ast hängen oder an einer glatten Hauswand anbringen. Bei Bäumen empfiehlt es sich, eine Manschette anzubringen, so dasss Räuber nicht hinaufgelangen.

c) Höhe: Je nach Art, die Sie unterstützen möchten, können Sie die Nistkästen unterschiedlich anbringen. In Gärten und umzäunten Grünflächen können Nisthilfen für Singvögel in Augenhöhe (1,5 bis 1,8 m) angebracht werden. Sonst werden sie etwa 2,8 bis 3,5 m hoch gehängt. Für größere Tiere empfiehlt sich eine Höhe von 4 bis 6 m.

d) Ausrichtung: Wichtig ist für alle Nisthilfen, dass sie nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind. Das Flugloch wird idealerweise nach Südosten ausgerichtet. Wind und Regen sollten nicht in die Flugöffnung eindringen können. Vögel mögen es auch nicht, wenn der Nistkasten frei im Wind schaukelt.

e) Wie?: An Bäumen befestigt man die Nisthilfen am Besten mit einem Aluminiumnagel. Dieser schadet dem Baum nicht, lässt sich leicht entfernen und schadet im Fall der Fälle der Kreissäge nicht. Der Nistkasten kann an diesem Nagel mit einem Draht aufgehängt werden, oder über eine Holzleiste fest am Baum vernagelt werden. Oder man hängt den Kasten mit einer Drahtschlaufe an einem dicken Ast auf.

Nistkästen pflegen

Gut gepflegt macht ein Nistkasten lange Freude (Foto: Böhm)

Ein Nistkasten sollte im Herbst oder Winter gereinigt werden. Indem Sie das  alte Nest entfernen fördern Sie die Neubelegung im kommenden Jahr und Sie entfernen eventuell vorhandene Parasiten (Vogelflöhe und Milben). So bleiben die Vögel gesünder. Dabei reicht es völlig, wenn Sie das alte Nest gründlich entfernen. Verwenden Sie bitte keine Chemikalien. Ist ein Untermieter, vielleicht ein Siebenschläfer, in den Kasten eingezogen? Lassen Sie ihn in Ruhe und reinigen Sie den Kasten später. Weitere Tipps und Fragen zum Nistkastenbau beantworten wir gerne: am Telefon unter 09174/4775-0 oder per Email. Bücher finden Sie auch im LBV-Naturshop.

Noch ein Tipp: Führen Sie ein Logbuch führen. Wenn Sie über die Belegung der Nistkästen Buch führen (Welcher Vogel hat gebrütet? Wieviele Jungen sind ausgeflogen?), können Sie im nächsten Jahr gezielt neue Nistkästen für seltene Arten anbringen.

Hintergrund: Warum Nisthilfen?

Die ursprünglichen Lebensräume unserer Gartenvögel sind lichte Wälder oder Offenlandschaften mit vielen Bäumen. Sie zeichneten sich u. a. durch einen hohen Totholzanteil aus. Totholz wird nicht nur als Nahrungsquelle genutzt - viele Insekten leben darin - sondern vor allem als Nistmöglichkeit. Viele Vogelarten nutzen Höhlen in Bäumen zur Aufzucht der Jungen. An erster Stelle steht natürlich der Specht, der eine Höhle zimmert. Danach ziehen die verschiedensten Arten ein, je nach Größe und Beschaffenheit der Höhle. Ist das Einflugloch noch klein, nutzen kleine Singvögel wie Meisen, Kleiber und Baumläufer die Höhle. Fault die Höhle aus und wird das Einflugloch größer, nutzen auch große Arten wie Tauben, Käuze oder Dohlen die Höhle. Aber nicht nur Vögel nutzen die Höhlungen, auch Siebenschläfer oder Baummarder nehmen diese Nischen als Quartier an.

Heutzutage gibt es allerdings in den wenigsten Gebieten noch genügend Totholz und somit auch nicht genügend Nisthöhlen. Diesem Mangel kann man mit künstlichen Nisthilfen oder – höhlen abhelfen. Allerdings können z.B. Spechte diese Angebote nicht nutzen, da sie ihre Höhlen selbst anlegen. Entwickelt wurden die ersten Nisthilfen Ende des 19. Jahrhunderts. Sie dienten in erster Linie der biologischen Schädlingsbekämpfung in den Wirtschaftswäldern. Man erkannte damals, dass Vögel Insekten fressen und somit Schädlinge vernichten, die in Wirtschaftswäldern großen Schaden anrichten können. Mit der Zeit wurden immer mehr Nisthilfen für die verschiedenen Arten entwickelt.

Daran sollten Sie denken:

Das Aufhängen von Nisthilfen kann Vögeln helfen. Allerdings nur in einer guten Umgebung. Darum: Legen Sie einen vogelfreundlichen Garten an. Sie werden viel Freude mit "Ihren" Vögeln haben!

Buchtipps:

    • Michael Lohmann: Die Kinderstube der Vögel. BLV Verlagsgesellschaft München 2000 (>>hier bestellen)
    • Michael Lohmann: Vogelparadies Garten. BLV Verlagsgesellschaft München 1999
    • Hans-Werner Bastian: Vogelgerechte Nistkästen selbst gebaut. Kosmos Verlag Stuttgart 2000
    • Andreas Schulze: Vogeltips für jedermann. Ehrenwirthverlag München 1994