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JAHRESBERICHT 2014 2015 Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. www.LBV.de

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IMPRESSUM Konzept: Thomas Kempf Layout: Birgit Helbig Wir danken allen Autoren und unseren Fotografen: Titel: Luchs I Manfred Delpho S.2: A. Hartl; S.3: R. Sturm, M. Trapp, A. Giessler, LBV-München, V. Oswald, NAJU; S.4: I. Rittscher; S.6: T. Stephan, R. Sturm; S.7: H. Werth, Dr. W. Völkl, Landesamt für Umwelt; S.8: H. Werth, W. Lorenz, T. Stephan; S.9: Dr. E. Pfeuffer, T. Staab; S.10: M. Glässel, A. Giessler; S.11: A. Schneider, C. Pürckhauer; S.12: B. Helbig, R. Leitl, D. Hopf; S.13: Dr. D. Schmidt-Rothmund, M. Glässel, E. Obster; S.14: Dr. E. Pfeuffer, A. Hartl, P. Bria; S.15: B. Raab, Dr. M. Trapp; S.16: M. Sehr (2), S. Galz; S.17: Dr. M. Werneyer, Dr. C. Stierstorfer, C. Rückerl; S.18: H. Streicher, K. Spannraft, LBV; S. 19: LBV-München, J. Heinzmann; S.20: J. Römheld; S.21: T. Staab; S.22: T. Staab (2); S.23: LBV- Umweltstation Rothsee, T. Pruner, LBV-Lindenhof; S.24: LBV-Niederbayern, E. Tramp; S.25: T. Tschapka, M. Schirutschke; S.26: J. Winkler, NAJU; S. 27: NAJU (3); S. 28: H. Albrecht; S.30: B. Feldmann, V. Oswald; S.32: C. Bauer, P. Bria; S. 36: Bruno Barthemy/VCF, W. Lorenz, R. Sturm, A. Hartlapa; S. 37: O. Hahn, I. Rittscher, LBV, D. Hopf, Landesamt für Umwelt; Rücktitel: Schwarzer Regen I Wolfgang Lorenz © 2015 Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.

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INHALT VORWORT NATURSCHUTZPOLITIK Umweltkriminalität I Eisenbreche I Moorrenaturierung I Steigerwald I Riedberger Horn I Wasserkraft I Windkraft ARTENSCHUTZ Wiesenweihe und Ortolan I Igel in Bayern I Life-Projekt Große Hufeisennase I Rohrdommel I Geocaching I Zauneidechse I See- und Fischadler I Gartenlisten I Botanische Verantwortungsarten LANDSCHAFTSPFLEGE Lebendige Bäche in Bayern I Quellschutz I Schwarzachbeweidung I Rainer Wald I Landshuts Giganten I Biologische Vielfalt mitten in München I Klimawandel und Biodiversität I Ammertaler Wiesmahdhänge I Kinderferienaktion im Biotop I Grünes Klassenzimmer auf der Bummerlwiese I Wasserbüffel im Einsatz für Wiesenbrüter I GlücksSpiralen-Projekte I Ankäufe BILDUNG FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG Aus den Umweltstationen I Kindergarten I ÖkoKids - KindertageseinRICHTUNG NACHHALTIGKEIT I Umweltschule in Europa I Gremienarbeit NATURSCHUTZJUGEND IM LBV Kinder- und Jugendgruppen I NAJU auf UN-Biodiversitäts-Konferenz I für Familien I Best Practice in München I Naturparadies Stäblistraße I Veranstaltungsprogramm I NAJU-Gruppen-Zeltlager I Auf den Spuren der Murmeltiere I Jugendcamp „Let´s Netz!“ STIFTUNG BAYERISCHES NATURERBE FINANZEN RÜCKBLICK - DAS LBV-JAHR 2014 I 2015 LBV VOR ORT

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VORWORT Liebe Mitglieder und Unterstützer des LBV, liebe Naturfreundinnen und Naturfreunde, ich freue mich, Ihnen zusammen mit unserer Jugendorganisation NAJU und der Stiftung Bayerisches Naturerbe unseren Jahresbericht 2014/2015 vorlegen zu können. Er gibt Ihnen einen kleinen Einblick in die vielfältige und umfangreiche Naturschutzarbeit des LBV. Die meisten dieser Aktivitäten finden vor Ort, in den Kreis-, Orts- und Jugendgruppen statt und erscheinen manchmal klein im Vergleich zum Umfang der Naturzerstörung um uns herum. Doch in ihrer Gesamtheit tragen sie erheblich dazu bei, die biologische Vielfalt in unserer bayerischen Heimat zu erhalten. Darauf können wir alle stolz sein. Unser Wissen über den Zustand der biologischen Vielfalt war noch nie so groß. Weltweit, auf EU-Ebene, bundesweit oder für Bayern gibt es eine Vielzahl von Berichten, die das erschreckende Ausmaß beschreiben, in dem die biologische Vielfalt abnimmt. An einer Dokumentation des Problems fehlt es also nicht, dies hat auch Papst Franziskus in seiner Umweltenzyklika eindrücklich bestätigt. Der LBV setzt sich direkt vor Ort gegen den Fang von Zugvögeln in mediterranen Ländern ein. Mindestens ebenso erschreckend ist es jedoch, dass auch hier bei uns in Bayern noch immer hoch bedrohte Arten wie Luchs, Fischotter, Uhu, Sumpfohreule oder Wiesenweihe gezielt geschossen, vergiftet, verbrannt oder verstümmelt werden. Im Sommer 2015 wurde eine ganze Reihe derartiger Fälle bekannt, ohne dass auch nur ein einziger Fall aufgeklärt werden konnte. Mit großem Aufwand versuchen wir durch Öffentlichkeitsarbeit, Gespräche mit Politikern, Behörden und Polizei und in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Jagdverband eine konsequente Verfolgung von Naturschutzstraftaten zu erreichen. Ich verspreche Ihnen, dass wir nicht aufhören werden, bis wir einen besseren Schutz dieser Tierarten erreicht haben. Erschreckt hat uns im vergangenen Jahr auch, dass unsere Erfolge der Vergangenheit plötzlich in Frage gestellt werden. Beispiele hierfür sind Pläne für den Ausbau von Skiliftanlagen am Riedberger Horn oder der Bau einer Wasserkraftanlage an der sogenannten Eisenbreche, beide im Landkreis Oberallgäu. Das Riedberger Horn, dachten wir, ist durch den sogenannten Alpenplan, ein umfassendes Alpen-Schutzkonzept, die Eisenbreche durch den Status als Naturschutzgebiet Der LBV-Landesvorstand: Marina Wörrlein (NAJU), Ralf Krüger, Hans-Joachim Fünfstück, Dr. Irene Frey-Mann, Frank Reißenweber, Michael Scharl (Schatzmeister), Ludwig Sothmann (Ehrenvorsitzender), Prof. Dr. Hans-Joachim Leppelsack (stellv. Vorsitzender), Dr. Norbert Schäffer (Vorsitzender)

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gesichert. Gleiches gilt für die EU-Vogelschutzrichtlinie und die Habitatschutzrichtlinie, die besten internationalen Naturschutzgesetze überhaupt, die in den vergangenen Jahren so gute Dienste geleistet haben. Doch überhaupt nichts mehr scheint unantastbar zu sein. Der LBV wird dies nicht hinnehmen und hat beispielsweise mehrere 10.000 Unterschriften gegen eine Aufweichung der EU-Vogelschutzrichtlinie gesammelt sowie Klagen eingereicht. Und der LBV wird auch weiterhin für unsere Natur und damit unsere Heimat kämpfen. Mit unserem Einsatz haben wir im vergangenen Jahr beachtliche Erfolge erzielt. Beispiele hierfür sind unsere Artenhilfsprogramme von Weißstorch über Seeadler bis Rohrdommel. Für das Braunkehlchen haben wir eine internationale Konferenz durchgeführt, um auf den rapiden Bestandsrückgang hinzuweisen und Erfahrungen beim Schutz der Art zusammenzutragen. Ein zentrales und ebenfalls höchst erfolgreiches Werkzeug ist für den LBV nach wie vor der Flächenkauf mit unserem ARCHE NOAH FONDS, meist unterstützt durch den Bayerischen Naturschutzfonds. Jeder Quadratmeter unserer Heimat, der dem LBV gehört und von Kreis- und Ortsgruppen intensiv betreut wird, ist ein Quadratmeter, auf dem unsere biologische Vielfalt für immer absoluten Vorrang hat. Über die eigentliche Fläche hinaus geben unsere ARCHE-NOAH-Flächen ein Beispiel dafür, wie wunderbar unsere Natur sein kann. Auch gegen den Ausbau regenerativer Energiequellen verteidigen wir die biologische Vielfalt. Der LBV steht zur Energiewende, denn wir müssen Alternativen schaffen für Kohle, Öl, Gas oder Atomkraft. Dennoch kämpfen wir dort, wo beispielsweise Windräder oder Wasserkraftwerke erhebliche negative Auswirkungen auf Natur- und Artenschutz haben, auch vehement gegen geplante Baumaßnahmen. Langfristig wird es für die Natur überlebenswichtig sein – und ich verwende dieses Wort ganz bewusst – mehr Menschen für Tier- und Pflanzenarten und für deren Lebensräume zu begeistern. Diese Begeisterung darf nicht nur passiv sein. Es darf nicht dazu kommen, dass die Menschen beispielsweise in ihren Gärten das vielfältige Leben mit Pestiziden wie Roundup totspritzen. Wir müssen wieder Partner der Natur werden. Unsere Umweltbildung, unser LBV Kindergarten, unser Igelpro- jekt, unsere Stunde der Wintervögel und unsere Stunde der Gartenvögel waren noch nie so wichtig wie heute! Der LBV hat sich, mit Ihrer Hilfe, auch im vergangenen Jahr vehement gegen den Verlust der Natur in unserer bayerischen Heimat gestemmt. Er hat beachtliche Erfolge erzielt. Er ist erneut stark gewachsen. All das wäre nicht möglich gewesen ohne unzählige Ehrenamtliche, Unterstützer und Förderer. Ich möchte mich bei all denen bedanken, die sich im und mit dem LBV für unsere Natur und Heimat einsetzen. Was wir tun, ist nicht immer einfach und nicht auf Anhieb allen Menschen zu vermitteln. Aber es ist wichtig, dass wir es tun und es ist richtig und gut, was wir machen! Viel Freude beim Lesen! Dr. Norbert Schäffer Vorsitzender des LBV

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NATURSCHUTZPOLITIK Naturschutz braucht eine starke Basis

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Schwere Fälle von Umweltkriminalität in Bayern Mitte Mai 2015 wurden im Landkreis Cham vier abgehackte Luchspfoten gefunden. Ein solch krimineller Akt ist bislang beispiellos und eine neue Eskalationsstufe der Luchsgegner in der Region. Doch es gab viele weitere Fälle schwerer Umweltkriminalität in Bayern: ein abgebranntes Sumpfohreulennest, gestutzte Flügel von jungen Wiesenweihen, ein mit dem verbotenen Gift Carbofuran vergiftetes Uhuweibchen und ein mit Schrot abgeschossener Junguhu. In allen Fällen blieben die Ermittlungen der Polizei jedoch erfolglos. Der LBV begleitet diese Fälle intensiv, stellt für diese Straftaten eine Öffentlichkeit her und arbeitet eng mit Polizei, Strafverfolgungsbehörden und dem Bayerischen Jagdverband zusammen. Der Fall der abgehackten Luchspfoten steht möglicherweise auch im Zusammenhang mit dem Einsatz des LBV zum Luchsschutzgebiet am Kaitersberg. Hier wurde eine 37 ha große Fläche, die der Luchs zur Jungenaufzucht und als Rückzugsraum nutzt, als Schutzzone ausgewiesen. Barbarisch: Abgetrennte Luchspfoten ▼ Naturdenkmal Eisenbreche in Gefahr Im März genehmigte der Landrat des Kreises Oberallgäu gegen den Widerstand sämtlicher Fachbehörden die umstrittene Wasserkraftanlage Älpele an der Ostrach im Bereich des Naturdenkmals Eisenbreche, einer naturbelassenen Klamm. Der LBV bekennt sich ganz ausdrücklich zur Energiewende. Dennoch hat er sich von Anfang an gegen die Wasserkraftnutzung in diesem Bereich ausgesprochen. Die Ostrach mit der sogenannten „Eisenbreche“ zählt zu den letzten freifließenden und unverbauten Gewässerabschnitten in Bayern und ist als Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet, Naturdenkmal und als Natura-2000-Gebiet besonders geschützt. Durch den Bau einer Staumauer, dem Aufstau des Fließgewässers und der Ausleitung von Wasser in eine künstliche Rohrleitung geht der Charakter des Wildflusses und der Lebensraum für auf schnell fließende Flüsse angewiesene Tierarten verloren. Der LBV sieht in der Genehmigung der Wasserkraftanlage in einem Naturschutzgebiet einen Präzedenzfall und hat gegen den Bescheid Klage eingereicht. Moorrenaturierung Die Renaturierung von Mooren als natürlichen CO 2 -Speicher fördert nicht nur den Klimaschutz und den Wasserrückhalt in der Fläche, sondern sichert auch Lebensräume für viele Tierarten. Die Kombination dieser drei Aspekte ist zentrales Thema des Projektes „Effizienzkontrolle von Moorrenaturierung in Bezug auf den Klimawandel“, das der LBV und die TU München mit Förderung durch das Umweltministerium 2014 bis 2016 durchführt. Dabei werden ehemalige Moorstandorte im Steinwald (Lkr. Tirschenreuth) auf Flächen des Freiherrn von Gemmingen-Hornberg renaturiert, indem standortfremde Bäume entnommen, Entwässerungsgräben verschlossen und Kleinstgewässer angelegt werden. Gleichzeitig erfolgt eine Effizienzkontrolle auf Flächen im Steinwald und im Fichtelgebirge, die bereits 2011 renaturiert wurden. Die Zielarten im Projekt sind die Kreuzotter und moortypische Libellenarten. Doch auch seltene Vogelarten wie Auerhuhn, Schwarzstorch und Sperlingskauz werden durch die Strukturierung und Auflichtung des Waldes gefördert. Auch in Oberbayern führt der LBV mehrere Projekte zur Renaturierung von Mooren durch, z.B. im Eglinger Filz, im Spatenbräufilz und im Weidfilz. Kreuzotter ▼

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NATURSCHUTZPOLITIK Steigerwald Zum 1. September 2015 erfolgte die Aufhebung der Verordnung über den geschützten Landschaftsbestandteil „Der Hohe Buchene Wald im Ebracher Forst“ durch die Regierung von Oberfranken – gestützt ausschließlich auf formaljuristische Gründe. Die Aufhebung des Schutzgebietes und insbesondere die Durchführung des Verfahrens wurden vom LBV scharf kritisiert. Durch die Aufhebung der Verordnung im „Schnelldurchgang“ verkommt das gesamte Verfahren zur Farce. Dieses Vorgehen ist eines Rechtsstaates nicht würdig und beispiellos in der Geschichte des Naturschutzes in Bayern. Wegen der besonderen Verantwortung Bayerns für den Erhalt von Buchenwäldern und der Verpflichtung Bayerns und Deutschlands im Rahmen der UN-Biodiversitäts-Konvention und der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt sieht der LBV das Aufhebungsverfahren selbst als rechtswidrig an und hat inzwischen juristische Schritte eingeleitet. ◄ Kein Profit, aber unbezahlbarer Nutzen für die Natur: Altbäume Steigerwaldbewohner Schwarzspecht ▼ Riedberger Horn Der LBV hat sich in der Presse und bei Gesprächen mit Abgeordneten gegen den geplanten Pisten- und Seilbahnausbau am Riedberger Horn und für den Erhalt des dortigen Birkhuhnvorkommens eingesetzt. Das Bauvorhaben in der Schutzzone C des Alpenplanes hätte gravierende Folgen für die lokale Population des Birkhuhns, einer in Bayern vom Aussterben bedrohten Art. Daraufhin hat auch das Umweltministerium die Pläne für den Neubau abgelehnt. Die Entscheidung zur Einleitung eines Verfahrens liegt nun beim Finanzministerium. Der LBV appelliert, dieses Stück Heimat nicht kurzfristigen Interessen der Tourismuswirtschaft zu opfern und die Aufrechterhaltung der bestehenden Alpenschutzzone C beizubehalten. Der LBV wird sich weiterhin für das Riedberger Horn als unverzichtbaren Birkhuhn-Lebensraum einsetzen.

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Wasserkraft Das Umweltministerium finanziert ein Forschungsvorhaben „Wasserkraftnutzung und Gewässerökologie“, um neue Wasserkraftanlagen auf ihre Durchgängigkeit für Fische und andere Wasserorganismen zu testen. Der LBV und andere Verbände haben massive Kritik daran geübt, weil sie bei der Auswahl der Standorte entgegen früheren Zusagen nicht einbezogen wurden. Kritisiert wurde insbesondere, dass Standorte an bisher nicht verbauten Fließgewässern ausgewählt wurden, das Forschungsvorhaben dazu missbraucht wird, die Genehmigungsfähigkeit der Anlagen sicherzustellen, die Erfassung des Istzustandes der Gewässer nicht mehr möglich ist, wenn der wasserrechtliche Bescheid erteilt und bereits mit dem Bau begonnen wurde und dass die Methodik der Untersuchungen nicht bekannt ist. Die Verbände fordern eine Änderung der Standortauswahl und eine Mitbestimmung bei den Inhalten der Untersuchungen. Stauwerk am Lech ▼ Windkraft Der LBV befürwortet die Energiewende. Nach Jahren der Diskussion in Fach- und politischen Gremien ist nun mit der Veröffentlichung der neuen Abstandsempfehlungen der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (LAG-VSW) für Windenergieanlagen ein weiterer Schritt gegangen worden. Das Vorgängerpapier – auch Helgoländer Papier genannt – ist in den bayerischen Winderlass eingegangen und in vielen Gerichtsverfahren zu einer der wichtigsten Grundlagen geworden, um Windenergieanlagen an aus Artenschutzgründen ungeeigneten Standorten zu verhindern. In die Neufassung sind viele seit der Veröffentlichung des Helgoländer Papiers gewonnene Erkenntnisse eingeflossen, die die Abstandsvorgaben auf ein solideres fachliches Fundament stellen - mit unterschiedlichen Auswirkungen. Für manche Arten wurden aufgrund der neuen Erkenntnisse die Abstandsempfehlungen reduziert, für den Rotmilan hingegen wird nun ein erweiterter Mindestabstand von 1.500 (vorher 1.000) Meter empfohlen. Der LBV wird mit vielen konfliktträchtigen Windkraftprojekten konfrontiert und häufig aufgefordert – zum Beispiel von lokalen Bürgerinitiativen –, diese rechtlich prüfen zu lassen. Nicht in jedem an uns herangetragenen Verfahren lassen sich dafür ein fachlicher Grund und die rechtliche Handhabe finden. Unsere Kapazitäten erlauben uns auch nur, in herausragenden Verfahren mit Präzedenzfall-Charakter Klage zu erheben. Im Landkreis Ebersberg haben wir nun genau das getan und nach intensiver Rücksprache mit der Kreisgruppe Klage gegen die Baugenehmigung für eine Windkraftanlage in der Gemeinde Bruck eingereicht. In deren Nachbarschaft brüten Baumfalken und Rotmilane, die den Gefahrenbereich des geplanten Windrades auf dem Weg zwischen Nahrungshabitaten und Horst überdurchschnittlich häufig durchfliegen müssen. Damit stellt sich im Verfahren die Frage, ob die Beeinträchtigung des Erhaltungszustands der Populationen und das erhöhte Tötungsrisiko für die genannten Brutvorkommen von der Genehmigungsbehörde fachlich nachvollziehbar beurteilt wurden.

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ARTENSCHUTZ ▲ Wie geht es dem Igel in Bayern? Selten geworden: Ortolan ► Leben braucht Vielfalt

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Schutzmaßnahmen für Agrarvögel: Ortolan und Wiesenweihe Die Vögel der Agrarlandschaft sind besonders stark von Bestandsrückgängen betroffen. Mit gezielten Artenhilfsprogrammen lassen sich jedoch auch im Ackervogelschutz erstaunliche Erfolge erzielen. So stieg der Brutbestand der Wiesenweihe in Bayern dank des langjährigen enormen Einsatzes von über 50 ehrenamtlichen LBV-Mitarbeitern ungewöhnlich stark an: Im Jahr 2015 gelang es mehr als 200 Wiesenweihen-Paaren in Bayern zu brüten. Dies ist umso erstaunlicher, bedenkt man, dass noch in den 80er-Jahren mit dem sicheren Aussterben dieser Vogelart im Freistaat gerechnet werden musste. Die Brutbedingungen in der Saison 2015 waren außerordentlich günstig, da massenhaft Feldmäuse vorhanden waren. Die Feldmausdichte wirkt sich in zweierlei Hinsicht auf den Bestand und den Bruterfolg der Wiesenweihe aus: Feldmäuse sind einerseits die bevorzugte Beute der Wiesenweihen, andererseits bilden sie auch eine wichtige Nahrungsbasis für die Prädatoren der Wiesenweihen-Bruten. So werden in guten Feldmaus-Jahren weniger Bruten geplündert. Während im Rahmen des Artenhilfsprogramms Wiesenweihe durch den gezielten Schutz der Bruten im Getreideacker vor zu früher Ernte eindrucksvolle Erfolge erzielt werden, sind die Schutzstrategien im Ortolan-Artenhilfsprogramm vielschichtiger, und messbare Erfolge stellen sich langsamer ein. Nachdem der Bestand des Ortolans in Bayern zwischen dem Ende der 80er-Jahre und dem Jahr 2009 um 80 % zurückging, starteten LBV und LfU gemeinsam im Jahr 2006 das Artenhilfsprogramm Ortolan. Mittlerweile bewirtschaften über 60 Landwirte mehr als 180 Flächen in Ortolan-gerechter Weise. Seit Beginn des Programms hat sich der Bestand auf unseren Probeflächen zwar weitgehend stabilisiert, Klarheit darüber, wie es um den Ortolan insgesamt tatsächlich bestellt ist, können jedoch erst die Ergebnisse der diesjährigen bayernweiten Ortolan-Erfassung liefern, die im Spätherbst 2015 mit Spannung erwartet werden. ▲ Erster Ausflug: Junge Wiesenweihen vor ihrem Nest ▲ Studie: Der Igeltunnel zeigt genau, wo Igel vorkommen. Der Igel in Bayern Der LBV und der Bayerische Rundfunk führen seit Frühlingsanfang ein groß angelegtes, gemeinsames „Citizen- Science-Projekt“ durch. Bürgerforscher helfen, Daten zu erfassen, um herauszufinden, wie es dem Igel in Bayern geht. Neben dem Melden von toten oder lebenden Igelfunden über das Online-Meldeformular auf der gemeinsamen Igel-in-Bayern-Homepage hat der Igelfreund zudem die Möglichkeit, seine Daten per Igel-App an den LBV zu übermitteln. Die Frage nach dem Zustand der Igelpopulation wird wissenschaftlich begleitet. Dabei wird die Raumnutzung von Igeln im Dorf-Offenland-Vergleich untersucht. Weitere wichtige Daten liefern über 45 Berufspendler, die für das Igelprojekt täglich auf Bayerns Straßen unterwegs sind. Mehr Informationen erfahren Sie auf unserer Projekt- Homepage www.igel-in-bayern.de.

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ARTENSCHUTZ Life-Projekt „Große Hufeisennase in der Oberpfalz Das Jahr 2014 war das bisher erfolgreichste im Laufe des Projektes. Die Zählungen im Winter (105 Tiere) und im Wochenstubenquartier (111 Tiere) erbrachten den bisher höchsten Anstieg um jeweils 17 Tiere. Höhepunkt aber war die Zahl der Geburten mit einem sensationellen Anstieg von 37 auf 50. Das Fledermaushaus erfreut sich steigender Besucherzahlen. 2014 konnten bei 65 Führungen knapp 2.000 Personen die Großen Hufeisennasen sowohl über die Infrarot-Kameras als auch direkt beim Ausflug beobachten. Die Inneneinrichtung des Fledermaushauses ist nahezu abgeschlossen. Baumaßnahmen an Stall und Fledermaustürmen werden noch 2015 umgesetzt. Zwischenzeitlich konnte zudem eine hochattraktive Fläche als Waldweide vorbereitet werden. ◄ Wintercluster der Großen Hufeisennase im Fledermaushaus Blick in den idyllischen Hof des Fledermaushauses ▼ ▼ Große Rohrdommel im Schnee Maßnahmen für die Große Rohrdommel Am Neuweiher im Charlottenhofer Weihergebiet konnte mit den Vorbereitungen für eine umfassende Biotopgestaltung begonnen werden. Nachdem im Herbst 2014 der Planfeststellungsbescheid vorlag, wurde das Bodenprofil der Weiher für die Gestaltung der Flachwasserzonen aufgenommen. Mit einem Moorbagger wurde das Schlammmaterial zum besseren Abtrocknen aufgeschichtet und erste flache Uferzonen modelliert. Die eigentlichen Maßnahmen beginnen im Spätsommer 2015. Im Weihergebiet Gut Heringnohe wird eine Optimierung der dortigen Schilfbestände durch den Eigentümer vom LBV naturschutzfachlich betreut. Es wurden bereits großflächige Erlenaufwüchse entfernt und trockenliegende Randbereiche des Schilfes entlandet. Weitere Bereiche werden im kommenden Winter optimiert.

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▼ Empfindlich für Störungen: Brütender Uhu Geocaching und Felsbrüter Im vergangenen Jahr wurde im Altmühl- und Donautal das Konfliktfeld zwischen Geocaching und den Brutstätten der felsbrütenden Vogelarten Uhu und Wanderfalke untersucht. Beim Geocaching werden sogenannte Geocaches anhand von Koordinatenangaben mit Hilfe eines GPS-Empfängers gesucht. Die Studie ergab, dass im Gebiet rund 58 % aller bekannten Brutplätze beider Arten mindestens einen potenziell kritischen Geocache im Umkreis von 500 m um den jeweiligen Horst aufweisen. Besonders konfliktträchtige Caches wurden bei ihren Eigentümern mit Bitte um Aufhebung angezeigt, um eine dauerhafte Beruhigung der betroffenen Brutstätten zu erreichen. Außerdem wurden Kooperationsmöglichkeiten mit aktiven Geocachern ausgelotet sowie ein Handlungsleitfaden zum Umgang mit kritischen Geocaches erarbeitet. Wanderachsen in der Großstadt – für die Zauneidechse Die Wohnungsnot in München und Umgebung lässt nicht nur die Mieten explodieren, durch die massive Bautätigkeit drohen auch die letzten Wanderachsen für Tiere und Pflanzen zu verschwinden. Unterstützt durch den Bayerischen Naturschutzfonds aus Mitteln der GlücksSpirale untersuchte der LBV München 2014 eine Güterzugtrasse, die das ganze Stadtgebiet durchzieht, auf ihre Eignung als Zauneidechsenhabitat. Diese Gütertrasse ist zwar nicht durchgehend als Verbundachse geeignet, vermittelt aber zwischen Biotopen im Westen und Osten der Stadt. Zauneidechsen bewohnen komplexe Lebensräume und eignen sich daher als Zeigerart für eine Vielzahl wärmeliebender Tierarten. Erste Erfolge der Studie gibt es bereits zu vermelden: Im Rahmen von mehreren Ausgleichsmaßnahmen soll dieser Biotopverbund weiter verbessert werden. ▼ Gute Aussichten: Blick von der Horstplattform am Brombachsee. Rückenwind für seltene Greife: Wir bahnen Fisch- und Seeadler den Weg Fisch- und Seeadler brüten wieder in Bayern – aber fast nur in der Oberpfalz. Um dem Mangel an alten, für den Horstbau geeigneten Bäumen in Bayerns Wäldern abzuhelfen, haben wir schon 2014 eine Nisthilfe am Altmühlsee installiert. 2015 folgten dank der Unterstützung durch die LBV-Stiftung Bayerisches Naturerbe und die französische Naturschutzstiftung Fondation Nature et Découvertes weitere sechs Plattformen in der Bodenwöhrer Senke, im Landkreis Amberg-Sulzbach und im Fränkischen Seenland. Diese bereiten der Westausbreitung insbesondere des Fischadlers in das Seenland den Weg. Die Chancen dafür stehen gut: „Die ausgedehnten, nahrungsreichen Wasserflächen des Seenlandes sind für eine dauerhafte Ansiedlung des Fischadlers prädestiniert“, meint Dr. Daniel Schmidt-Rothmund. Der in Süddeutschland führende See- und Fischadlerexperte berät und unterstützt unsere Bemühungen.

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ARTENSCHUTZ Projekt (G)Artenlisten Mehrere europäische Länder führen Citizen-Science- Programme zur wöchentlichen Erfassung von Vögeln in Städten und Siedlungen durch. Im Rahmen eines GlücksSpiralen-Projekts untersuchten wir 2014 zusammen mit 45 Teilnehmern die Durchführbarkeit und Aktzeptanz eines solchen dauerhaften Programms in Bayern. Die Datenqualität war hoch. Bei den meisten Beteiligten bestand großes Interesse, sich dauerhaft mit dem Artenschutz vor der eigenen Haustüre zu beschäftigen, und klare, zum Teil umfangreichere methodische Vorgaben wurden als unproblematisch empfunden. Ein positiver Lerneffekt bzw. eine veränderte Wahrnehmung der Natur im eigenen Garten wurden mehrfach betont. Die dauerhafte Einführung eines solchen Programms ist daher erfolgversprechend und kann zu einem besseren Verständnis der ökologischen Zusammenhänge beitragen. Der ausführliche Bericht ist bei der Landesgeschäftsstelle erhältlich. ◄ Hausrotschwanz - nur eine von vielen Arten, die problemlos im Garten beobachtet werden können. ▼ Breitblättriges Knabenkraut Botanische Verantwortungsarten 2014 hat das Bundesamt für Naturschutz ein fünfjähriges Projekt zum Erhalt von sogenannten Verantwortungsarten gestartet, das 15 Arten umfasst, für die Deutschland international eine besondere Verantwortlichkeit hat, weil ein hoher Anteil oder die Gesamtheit der Weltpopulation nur bei uns vorkommen. Der LBV will sich als großer Eigner naturschutzfachlich hochwertiger Flächen daran beteiligen, denn auf diesen kommen sieben relevante Arten vor, z.B. die Arnika, das Breitblättrige Knabenkraut oder das Weiße Schnabelried. In einem ersten Schritt wurden bestehende Daten aus der Biotop-, der Artenschutz- oder der Floristischen Kartierung Bayerns ausgewertet, die mit den Informationen aus dem LBV-Flächenkataster und direkten Hinweisen aus den Kreisgruppen ergänzt und ausgewertet werden. Ziel ist neben dem aktuellen Artnachweis auch die Optimierung der Wuchsorte durch ein abgestimmtes Pflegeund Standortmanagement.

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LANDSCHAFTSPFLEGE Landschaft nachhaltig gestalten und nutzen ▲ Renaturierte Schwarzach ▲ Beweidungsprojekt mit Wasserbüffeln in Allmannshofen

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LANDSCHAFTSPFLEGE Lebendige Bäche in Bayern – Kommunaler Hochwasserschutz und biologische Vielfalt Bayern besitzt rund 90.000 km kleiner Fließgewässer, welche das Gros des gesamten Gewässernetzes darstellen und somit einen hohen Stellenwert für den Wasserrückhalt und die ökologische Integrität darstellen. Daher starteten wir in diesem Jahr ein neues dreijähriges Projekt zur Verbesserung des strukturellen und ökologischen Zustands kleinster Fließgewässer auf kommunaler Ebene unter Förderung der Michael-Otto- Stiftung für Umweltschutz. Ziel ist hierbei die Entwicklung einer Handlungsempfehlung für den Unterhalt und die Restrukturierung kleiner Bäche. In der Anfangsphase der Umsetzung wurden bereits Kooperationen mit Kommunen, Ämtern für Ländliche Entwicklung und den Bayerischen Staatsforsten vereinbart und Voruntersuchungen an ausgewählten Gewässern durchgeführt. ◄ Kleine Fließgewässer: Naturnah - und völlig verbaut ▼ Quellschutz Der LBV ist seit gut 20 Jahren im Quellschutz aktiv. Aus diesem Grund fand im September 2014 eine zweitägige Fachveranstaltung im Nationalpark Berchtesgaden statt. Referenten verschiedenster Institutionen stellten im Haus der Berge ihre Arbeit im Quellschutz vor und gingen auf aktuelle Entwicklungen ein. Am zweiten Tag der Veranstaltung gab es eine Exkursion zu verschiedenen Quellstandorten in einem der schönsten Nationalparke Deutschlands. Weiterhin wurden im Rahmen des Projektes „Quellschutz in Bayern“, das vom Landesamt für Umwelt (LfU) gefördert wird, Quellstandorte renaturiert. Unter anderem wurden im Landkreis Amberg-Sulzbach zwei Quellfassungen entfernt und Quellen können sich nun ungestört entwickeln.

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Beweidung an der Schwarzach Der LBV besitzt seit Ende der 1980er-Jahre ein knapp 60 ha großes Schutzgebiet in der Schwarzachaue. In einem großen Projekt wurden damals der Flusslauf renaturiert, Altwässer und Auwälder angelegt und die Wiesen extensiviert. Es entstand eine intakte Aue, die für ziehende Watvögel und Wiesenbrüter sehr wertvoll ist. Um die dauerhafte Offenhaltung der Seigen und Gewässerufer zu erleichtern, wurde 2013 im Rahmen eines GlücksSpirale-Projektes eine Machbarkeitsstudie für eine Beweidung der Auwiesen erstellt. Mit Einsatz von Ausgleichs- und Ersatzgeldern des Landkreises Neumarkt i.d.Opf. konnte dieses Beweidungskonzept Anfang 2015 umgesetzt und die Weideinfrastruktur errichtet werden. Als Partner konnten wir das Klostergut der Benediktinerabtei Plankstetten gewinnen, das bereits seit 20 Jahren als Biobetrieb geführt wird. ▼ Offizielle Eröffnung der Weiden an der Schwarzach Rainer Wald Neben wertvollem Mischwald gibt es im Rainer Wald noch Areale mit standortfremden Fichtenmonokulturen aus der Zeit wirtschaftlicher Nutzung. Diese Bereiche sollen zum Naturwald entwickelt werden. Deshalb wurden in mehreren Fichtenbeständen kleinere Bereiche durch sogenannte Lochhiebe von Fichten befreit. In einigen Lochhieben wurde mit Feldahorn, dem Baum des Jahres 2015, nachgepflanzt. Zusätzlich wurden wertvolle Biotopbäume, wie Stieleichen, die durch in den Kronenbereich hineinwachsende Fichten bedrängt wurden, freigestellt. Ein besonderer Höhepunkt war die Ausstrahlung eines Fernsehbeitrags über den Rainer Wald im Rahmen der Sendung „Zwischen Spessart und Karwendel“ des Bayerischen Fernsehens. Ein ganzes Wochenende begleitete BR-Autorin Birgit Fürst mit ihrem Team Flächenbetreuer, Jäger und Kreisgruppenmitglieder bei den verschiedensten Tätigkeiten im LBV-Wald, um über die Schönheit und Besonderheit dieser Naturoase zu berichten (Foto oben). Landshuts Giganten Dieses Projekt der Kreisgruppe Landshut hat die Bestandsaufnahme von Großbäumen zum Ziel. Jeder kann mitmachen und alte und große Bäume der Kreisgruppe melden. Diese erhält damit sukzessive einen Überblick, welche Großbäume im Raum Landshut vorhanden sind, wo sie stehen und um welche Arten es sich handelt. Und natürlich soll auch die weitere Entwicklung dokumentiert werden: Wo gehen Baumgiganten verloren, wo wachsen neue Giganten heran? Das Projekt „Giganten“ ist zeitlich nicht befristet, sondern soll fortgeführt und ständig aktualisiert werden. Langfristig angedacht ist eine Ausweitung des Projektes, zum Beispiel mit Baumpatenschaften, Fotodokumentationen und einem Exkursionsangebot. www.landshut.lbv.de/landshuts-giganten Die Erfassung und Begleitung von Baumgiganten wie dieser alten ▼ Eiche ist Ziel des Projektes.

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LANDSCHAFTSPFLEGE Biologische Vielfalt mitten in München Durch eine Initiative des LBV ist ein Teil der ehemals ausgedehnten Heide des Münchner Oberwiesenfeldes vor Überbauung bewahrt worden. Die Heidefläche, auf der – wenige Kilometer vom Marienplatz entfernt – noch Enziane blühen, wird seit zehn Jahren von der LBV-Kreisgruppe München gepflegt. Für die Heidefläche, die nun inmitten eines Neubaugebietes liegt, wurde ein umfassendes Besucherlenkungskonzept entwickelt. In Zukunft wird das Gelände regelmäßig für die Umweltbildung genutzt. Ein schöner Beweis, dass sich auch inmitten von Großstädten der Einsatz für die biologische Vielfalt lohnt. Klimawandel und Biodiversität Das Projekt „Klimawandel und Biodiversität“, das vom Referat für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt München gefördert und von der Kreisgruppe München umgesetzt wird, deckt mit einem themenübergreifenden Ansatz beide Zielfelder ab. Hauptfokus liegt auf dem Projektteil Gärtnern ohne Torf. Der Schutz von Mooren ist eine der wirksamsten und kostengünstigsten Möglichkeiten zum Klimaschutz. Intakte Moore binden große Mengen klimawirksames CO 2 und dienen als Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Mit dem Verzicht auf Torf im Garten kann somit ein beträchtlicher Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und zum Schutz des Klimas geleistet werden. In Kooperation mit der Firma Ökohum wurde eine LBV- Naturschutzerde entwickelt, die torffrei ist und trotzdem höchste Qualitätsansprüche erfüllt. Bei Infoständen, einer Ausstellung und weiteren Veranstaltungen wurde über die Zusammenhänge zwischen Klimaschutz, Artenschutz und dem eigenen Konsumverhalten aufgeklärt. Ammertaler Wiesmahdhänge 2011 erwarb der LBV in den „Ammertaler Wiesmahdhängen“ nördlich von Oberammergau in einer alten Wiesenkulturlandschaft an der Flanke der Flyschberge rund 8 ha Bergwiesen. Im Zusammenhang mit weiteren vom Landratsamt Garmisch-Partenkirchen erworbenen 20 ha, wird die Biodiversität von 25 % des gesamten FFH-Gebietes gesichert. Übergeordnete Erhaltungsziele sind der Erhalt und die Wiederherstellung von Magerwiesen (Wiesmähder) und der Kalktuffquellen. Inzwischen wurde ein Hektar wieder als Wiesmahdfläche hergestellt. So sollen ebenso prächtige Arnika-Wiesen mit einer Vielzahl von Orchideenarten entstehen, wie sie im Umfeld schon vorkommen. Um die Weide offen zu halten, wurden in den letzten Jahren viele Christbäume geschnitten und im Februar 2015 eine Pflegeaktion durchgeführt. Ein geplanter Grundstückstausch wird hoffentlich die Pflege des kompletten Kalktuffquellbereichs ermöglichen.

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Biotoperkundung und Pflege als Kinderferienaktion Die LBV-Ortsgruppe Babenhausen hat seit der Gründung 1989 ein artenreiches Quellmoor gepachtet und führt seither jährliche Pflegemaßnahmen durch. Seit zehn Jahren wird die Ortsgruppe bei der Pflege von 15-20 Kindern und deren Eltern unterstützt, die sich im Rahmen einer Kinderferienaktion daran beteiligen. Zuerst helfen alle zusammen und räumen das Mähgut auf Planen oder direkt vom Grundstück und im Anschluss werden die Lebewesen dieses Quellmoores mit Kescher und Becherlupe untersucht. Tiere bestimmen, Pflanzen suchen, basteln mit Naturmaterialien und zum Schluss noch eine Planwagenfahrt mit dem Traktor. Den Pflegeeinsatz mit der Kinderferienaktion zu verknüpfen ist ein voller Erfolg gemäß dem Motto „Nur was wir kennen, werden wir schützen“. Grünes Klassenzimmer auf der Bummerlwiese bei Abensberg Seit über 30 Jahren hat die LBV-Kreisgruppe Kelheim die sogenannte Bummerlwiese gepachtet. Es handelt sich um das wertvollste (Nieder-)Moor im gesamten Abenstal mit zahlreichen Rote-Liste-Arten, z.B. Sumpfschrecke, Schmale Windelschnecke, Rohrweihe und Bekassine. Die Fläche ist eingebettet in einen 25 ha umfassenden Projektkomplex in den Tälern der Abens und der Großen Laaber. Insbesondere die Bummerlwiese ist in der Öffentlichkeit bekannt, da die Pflege der Feuchtflächen seit mittlerweile 14 Jahren von Schülern des Gymnasiums Rohr i. Ndb. unterstützt wird. Sie helfen beim Schwaden und händischen Bergen von Mahdgut aus schwer zugänglichen Bereichen tatkräftig mit, und lernen im „Grünen Klassenzimmer“ viel über die Ökologie und Artenvielfalt des Moores. Wasserbüffel im Einsatz für Wiesenbrüter Im Wiesenbrütergebiet bei Allmannshofen, Landkreis Augsburg, startete ein für Schwaben einmaliges Beweidungsprojekt auf LBV-Flächen. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Eigentümer der Wasserbüffel, der Familie Grob, den Fachbehörden und der LBV-Kreisgruppe Augsburg durchgeführt. Durch die Nutzungsänderung von jährlicher Pflegemahd hin zu extensiver Beweidung mit derzeit sechs Wasserbüffeln entstehen auf den rund 4 ha Feuchtbiotopen unterschiedliche Strukturen (Rohboden, stärker bzw. weniger stark beweidete Bereiche, offene Wasser- und Schlammflächen). Davon profitieren neben den Wiesenbrütern beispielsweise auch Schmetterlinge, Libellen sowie Amphibien. Die robusten Wasserbüffel sind mit ihren großen, breiten Klauen besonders gut für die Beweidung von Feuchtgebieten geeignet. GlücksSpirale Auch 2014 erhielt der LBV wieder eine Förderung aus Zweckerträgen der GlücksSpirale zur Durchführung von Kleinmaßnahmen. Insgesamt stellte der Bayerische Naturschutzfonds einen Betrag von 153.000 € zur Verfügung. Der LBV konnte mit diesen Mitteln bayernweit 13 Projekte durchführen, wie zum Beispiel eine umfassende Arterhebung der Heuschrecken, Libellen und Vögel im Breiten Moos (Landkreis Landsberg/Lech). Im Landkreis Unterallgäu wurden die Tag- und Nachtfalterarten der LBV-Biotope erfasst. Die Ergebnisse finden Eingang in die jeweiligen Pflege- und Entwicklungskonzepte. So kann in Zukunft auf die speziellen Lebensraumansprüche der gefährdeten und besonders geschützten Arten bei der Pflege besser eingegangen werden.

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LBV-SCHUTZGEBIETE Ankäufe Dank zahlreicher Spender und Förderer konnte auch im vergangenen Jahr das LBV-Schutzgebietsnetz weiter vergrößert werden. Um knapp 31 ha ist das LBV-Eigentum von August 2014 bis Juli 2015 auf ca. 2.160 ha angewachsen. Im Landkreis Straubing konnte der LBV Anfang 2015 im Parkstettener Weihergebiet einen Erweiterungskauf tä- tigen und dadurch ein zusammenhängendes LBV-Gebiet von einem Kilometer Länge schaffen. Die Voraussetzung für eine weitere Beruhigung des damit knapp 61 ha großen Wiesenbrütergebietes wurde so geschaffen, womit die Lebensbedingungen für Kiebitz, Brachvogel und Weißstorch verbessert werden. Ankaufsfläche Parkstettener Weihergebiet Landkreis Gemarkung Größe (ha) Gebiet Amberg-Sulzbach Bad Tölz-Wolfratshausen Straubing-Bogen Neustadt a.d.Waldnaab Amberg-Sulzbach Neustadt a.d.Waldnaab Amberg-Sulzbach Traunstein Neumarkt i.d.Opf. Dillingen a.d.Donau Tirschenreuth Regensburg Ostallgäu Regensburg Straubing-Bogen Amberg-Sulzbach Amberg-Sulzbach Amberg-Sulzbach Würzburg Forchheim Coburg Amberg-Sulzbach Amberg-Sulzbach Schlicht Königsdorf Steinach Etzenricht Nitzlbuch Kohlberg Hirschau Inzell Mittersthal Mödingen Hohenthan Tegernheim Eschach Kiefenholz Hofkirchen Thansüß Steinamwasser Ranzenthal Röttingen Hagenbach Wellmersdorf Etsdorf Steinamwasser 4,37 4,13 3,86 2,75 2,48 1,65 1,35 1,24 1,23 1,23 1,09 0,96 0,91 0,68 0,65 0,60 0,37 0,54 0,23 0,18 0,16 0,12 0,02 Kellerberg Schlicht Erweiterung LBV-Schutzgebiet Königsdorfer Weidfilz Erw. LBV-Schutzgebiet Parkstettener Weihergebiet Erw. LBV-Schutzgebiet Haidenaabtal Gottvaterberg Erw. LBV-Schutzgebiet Kohlberg Teichkette Hirschau Teichanlage Inzell Erw. LBV-Schutzgebiet Tal der Weißen Laaber Erw. LBV-Schutzgebiet Wittislinger Moos Bergwiesen Altglashütte Naturwaldparzelle „Am Vogelherd“ Tegernheim Eschacher Moos Erw. LBV-Schutzgebiet Pfattrer Au Erw. LBV-Schutzgebiet Kleines Labertal Thansüß Aue am Speckbach Erw. LBV-Schutzgebiet Feuchtwiese am Gartenbach Hundheimer Berg Erw. LBV-Schutzgebiet Streuobstwiese Pretzfeld Haid Teiche Etsdorf Quellteich Steinamwasser Gesamtsumme: 493.503,95 € 30,78 ha Zeitraum: 01.08.2014 bis 31.07.2015

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BILDUNG FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG Über 140.000 Menschen konnten im vergangenen Jahr mit der LBV-Umweltbildung erreicht werden. ▲ Barrierefrei Natur erleben im Umweltgarten Kleinostheim ▲ Junge Biotop-Forscher unterwegs: Schüler der Farinelli-Schule am Olympia-Berg in München

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BILDUNG FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG Ausgehend vom Referat Umweltbildung und Bildung zur Nachhaltigkeit sowie von den Umweltstationen, Geschäftsstellen und Kreisgruppen fanden auch in diesem Jahr zahlreiche Bildungsaktivitäten statt. Über 140.000 Menschen konnten somit erreicht werden. Aus den Umweltstationen Die neun staatlich anerkannten Umweltstationen sowie weitere LBV-Einrichtungen laden alljährlich zu vielfältigen Bildungsaktionen zum Mitmachen ein. An allen Umweltstationen wurden u.a. vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz geförderte Hingucker mit inneren Werten: Im Bauwagen auf der Umweltstation Kleinostheim verbirgt sich ein voll ausgestattetes Freilandlabor Projekte durchgeführt, sei es zu den „Basisthemen“ vornehmlich aus dem Bereich der biologischen Vielfalt sowie zu innovativen „Modellprojekten“, in denen jeweils neue Konzepte über einen Zeitraum von einem Jahr konzipiert und umgesetzt wurden. Eine Auswahl an Aktivitäten der Umweltstationen und LBV-Umweltbildner bietet die folgende Übersicht, alle Informationen zu den Einrichtungen sind unter www.lbv. de/umweltstationen einzusehen. Unterfranken Über 2.500 Gäste feierten an der Umweltstation Kleinostheim das Jubiläum „30 Jahre Umweltbildung und 20 Jahre anerkannte Umweltstation“. Der Festtag stand unter dem Motto „Kunst und Natur“. Im Naturerlebnisgarten wurde auch ein neues Außenlabor seiner Bestimmung übergeben: Ein umgebauter Bauwagen steht zwischen Magerwiese und See und erweitert die Angebotspalette für Schulklassenveranstaltungen und Kindergeburtstagsfeiern. Die Stiftung Bayerisches Naturerbe hat neben anderen Geldgebern das Projekt finanziell unterstützt. Dank der finanziellen Unterstützung durch das „Frankenbündnis“ konnte die Bezirksgeschäftsstelle Unterfranken weiterhin Bildungsangebote in Steinbrüchen und Sandgruben durchführen.

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▲ Eine Station des neuen Energielehrpfades im Lindenhof Oberfranken An der Umweltstation Lindenhof in Bayreuth wurde der neue Energiepfad fertiggestellt und eingeweiht. Ergänzend wurde ein Planspiel zur Reduzierung des „Ökologischen Fußabdrucks“ entwickelt, welches ausgeliehen werden kann. Neben Schulklassenprogramm und Großveranstaltungen wie Kinderkirchentag, Kinderfest, Fest der Sinne wurde zusammen mit der Quartiersentwicklung-Altstadt der AWO-Bayreuth ein Lesepaten-Projekt mit Kindern und Senioren initiiert, das auch gemeinsame Ausflüge in die Natur beinhaltet. Die Umweltstation Fuchsenwiese in Bamberg führte in Kooperation mit der Umweltstation Weismain das Projekt „Stadt, Land, Fluss – den Obermain erleben“ durch. Im Rahmen vielfältiger Veranstaltungen wurden die Naturbesonderheiten der Obermainregion der Bevölkerung und den Urlaubern interessant und genussreich näher gebracht. Pflanzen und Tiere konnten erkundet und die Landschaft erlebt werden. An der Ökostation Helmbrechts lag der Schwerpunkt auf dem Themenkomplex der Biodiversität unserer Heimat und dem stark zunehmenden Einfluss des Menschen darauf. Neben bewährten Themen wie Gemüsebau, Schafhaltung und Bienen wurden im Projekt „Faszination Wasser“ die Artenvielfalt heimischer Gewässer untersucht und Nutzungsaspekte aufgegriffen. Mittelfranken Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des LBV am Altmühlsee fand in Muhr am See ein Vogelinselfest statt, bei dem die Vielfalt der Natur und des LBV erlebbar wurde. Vogelbeobachtungen und viele Mitmachaktionen zu Themen wie essbare Wildkräuter, Biber, Wasserlebewesen und torffreies Gärtnern wurden angeboten. Ergänzend zu den Stationen des Lehrpfades ist an der Umweltstation Altmühlsee die Begleitbroschüre „Schatzkiste Vogelinsel“ entstanden, in der alle Besucher der Vogelinsel Informationen und Tipps finden können. Getreu dem Jahresthema „Do it yourself – mit Tauschen, Upcycling und Wiederverwertung zu einer nachhaltigeren Gesellschaft“ drehte sich an der Umweltstation Rothsee vieles um das Aufwerten alter, kaputter, scheinbar nutzloser Gegenstände. Auch eine große Kooperation mit den Bewohnern der Rummelsberger Diakonie / Auhof fand statt: Zweimal pro Monat kam eine Gruppe von Erwachsenen mit Handicap an die Umweltstation. Ein Kooperationsfest mit dem Kreisjugendring, der offenen Behindertenarbeit und dem Auhof wurde durchgeführt. Regelmäßig ist eine Gruppe des Auhofs ▼ in der Umweltstation Rothsee zu Gast. Natur hat keine Grenzen: Deutsche und tschechische ▼ Teilnehmer beim Schulcamp in Arnschwang Oberpfalz Die Umweltstation Regenstauf war wieder Mitveranstalter des Oster- und Sommerferienprogramms der Marktgemeinde. Die Firmenkooperation mit dem Continental-Standort Regensburg wurde fortgesetzt. Neu ins Angebot aufgenommen wurden Familientage. Die Schulklassenveranstaltung „Vogel des Jahres“ bot mit dem Habicht eine sehr gute Anknüpfung an die Arbeit der Vogelstation. An der Weltwasserwoche im Oberpfälzer Freilandmuseum nahmen Schulen aus dem gesamten Regierungsbezirk teil. Ohne Grenzen war eines der vielen Bildungsprojekte im Zentrum „Mensch und Natur“ in Arnschwang. Gemeinsam mit dem tschechischen Umweltbildungspartner Ametyst wurde ein grenzübergreifendes Schulcamp organisiert. Mit dabei waren eine Klasse der Umweltschule Arnschwang und eine Partnerschule aus Pilsen. Fünf Tage forschten und entdeckten die Schüler unter dem Motto „Natur hat keine Grenzen“ ihre gemeinsame Umwelt. Viele neue Kontakte zwischen den Kindern aus Bayern und Tschechien wurden geschlossen.

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BILDUNG FÜR NACHHALTIGE ENTWICKLUNG Oberbayern Die Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern entwickelte im Rahmen des GlücksSpirale-Projekts „Fridolin Fink macht Schule“ umfangreiche Lernmaterialien zum Thema Wintervögel. Eine Lehrerfortbildung und eine Schulung für ehrenamtliche Umweltbildner wurden realisiert. Im Rahmen des Großprojekts „Alpenflusslandschaften – Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze“ wurden mehrere Umweltbildungsprojekte initiiert. „Abenteuer Ammer“ bietet in den kommenden sechs Jahren Naturerlebnisveranstaltungen in den Landkreisen Weilheim- Schongau und Garmisch-Partenkirchen. Das Teilprojekt „Umweltbildung an der Isar“ richtet sich an Schüler aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Der Umweltgarten Wiesmühl konnte sich vergrößern. Auf der neu hinzugekommenen Fläche wurde eine Bienenweide angelegt. Besucher können sich nun im Wolkenkino entspannen. Der Naturpavillon Übersee organisierte unter dem Motto „Der Berg ruft – Alpen in Not“ Bergexkursionen, Ferienprogramme und Schulklassenführungen für Einheimische und Gäste. Dank der fortlaufenden großzügigen Unterstützung der Rosner & Seidl-Stiftung können an der Geschäftsstelle München seit 2011 jährlich bis zu 1.000 Münchner Schüler „Junge Biotop-Forscher“ werden. Klassen von der ersten bis zur zwölften Jahrgangsstufe können kostenlos am gleichnamigen Projekt teilnehmen. Sie besuchen mit einem Bildungsreferenten ein LBV-Biotop oder erforschen einen Wald, Park oder Fluss nahe ihrer Schule. Im Folgenden erarbeiten sie altersgerechte Artenschutzkonzepte oder setzen Artenschutzmaßnahmen um. Alle Teilnehmer erhalten zum Abschluss eine „Junge Biotop-Forscher“-Urkunde. Niederbayern Seit dem Umzug der Umweltstation nach Straubing hat sich eine enge Zusammenarbeit mit dem Johannes-Turmair-Gymnasium entwickelt, dessen Schulgarten von der Umweltstation Straubing für Veranstaltungen genutzt wird. Der Garten wurde in den letzten Jahren naturnah umgestaltet und bietet mit Insektenhotel, Wiese, Hecken, einem Beet mit nachwachsenden Rohstoffen und vielem mehr ideale Bedingungen für die Bildungsarbeit mit Schulklassen sowie für Kindergeburtstage. Bei gemeinsamen Aktionen mit der Schulgarten-AG des Gymnasiums stand außerdem das Thema Igel im Mittelpunkt. So wurden Futterschalen für Igel getöpfert, Igelhäuser gezimmert und der Garten als Lebensraum für den Igel weiter optimiert. Darüber hinaus fanden zahlreiche Veranstaltungen im LBV-eigenen Rainer Wald statt, darunter Fortbildungen für Lehrer und andere Multiplikatoren.

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Schwaben Schwerpunkte der Aktivitäten im Bereich Umweltbildung in der Bezirksgeschäftsstelle Schwaben waren zum einen erlebnisorientierte Führungen in der Natur und zum anderen Führungen durch die LBV-Fledermaus- und Greifvogelausstellung. Damit die kommende Generation ihre Natur vor der Haustüre kennen und schätzen lernt, wurden im Rahmen von Veranstaltungen für Schulen und Kindergärten die Lebensräume Gewässer, Wald, Wiese, Hecke näher unter die Lupe genommen. Nach wie vor sind die Wanderungen ins Reich des Steinadlers und die Fledermausnachtwanderungen bei Groß und Klein sehr beliebt. Das Umweltbildungsprojekt „Klassenzimmer Alpen“ konnte zur Freude der Schüler und der beteiligten Schulen fortgesetzt werden. Kindergarten 70 Kinder und 14 pädagogische Fachkräfte waren im ökologisch orientierten und integrativen Kindergarten mit seinem Leitbild der Bildung für nachhaltige Entwicklung aktiv. Viel Zeit wurde außer Haus verbracht, damit sich die Kinder die wichtigen Kompetenzen und Werthaltungen, die sie für die Gestaltung ihres weiteren Lebens brauchen, aneignen und sich z.B. Verantwortungsgefühl, Achtsamkeit oder Offenheit festigen können. Die „Bollerwagentage“ einmal in der Woche sind ebenso fester Bestandteil des pädagogischen Konzeptes wie die Erlebnistage der Vorschulkinder – beide Aktionen dienen der Erkundung und Erforschung der Natur in der näheren Umgebung. Und wie jedes Jahr boten die Waldwochen im Frühling allen Kindern die Möglichkeit, drei Wochen lang intensiv in den Wald einzutauchen. ÖkoKids – KindertageseinRICHTUNG NACHHALTIGKEIT Seit nunmehr fünf Jahren zeichnet der LBV mit Unterstützung des Bayerischen Umweltministeriums bayernweit Kindertageseinrichtungen aus, die ein Projekt zu den Themenbereichen Umwelt und Nachhaltigkeit durchführen und dokumentieren. Die Einrichtungen nahmen auch in diesem Jahr an den ÖkoKids-Fortbildungen, diesmal mit dem Schwerpunkt „Schokolade und Nachhaltigkeit“, teil, um anschließend als Multiplikatoren für Kinder, Eltern und das Kita-Team Bildung für nachhaltige Entwicklung in die Breite zu tragen. Den Abschluss des Projekts bilden alljährlich die offiziellen Auszeichnungsveranstaltungen im Beisein der bayerischen Umweltministerin. Umweltschule in Europa / Internationale Agenda 21-Schule Erneuter Teilnehmerrekord: Im Schuljahr 2014/2015 wurden fast 280 Schulen aller Schularten ausgezeichnet. Der LBV koordiniert in Bayern diese vom Bayerischen Umweltministerium geförderte Auszeichnung, an der auch das Kultusministerium und die Akademie für Lehrerfortbildungen in Dillingen kooperieren. Erfreulich ist die Zusammenarbeit vieler Schulen mit den Umweltstationen, Geschäftsstellen oder Kreisgruppen sowie deren Teilnahme an der Stunde der Garten- bzw. Wintervögel und der Sammelwoche. Gremienarbeit Der LBV ist weiterhin in wichtigen überregionalen Gremien vertreten, z.B. im Arbeitskreis „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ im Umweltministerium, in der Steuerungsgruppe des Qualitätssiegels „Umweltbildung. Bayern“ sowie im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bayern (ANU).

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NATURSCHUTZJUGEND IM LBV Natürlich was bewegen! ▲ Mit Schneeschuhen im Ostertal unterwegs ▲ Die größte Aktion des NAJU-Jahres ist immer das gemeinsame Sommercamp

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Natürlich was bewegen! Unter diesem Motto setzt sich die NAJU als Jugendorganisation des LBV seit Jahren für den Erhalt von Natur und Umwelt ein, mal politisch und kreativ, mal sportlich oder ganz praktisch mit Spaten und Fernrohr. Über 130 Kinder- und Jugendgruppen und viele landesweit aktive Jugendliche verbinden Spaß in der Gemeinschaft mit dem Engagement für eine bessere Welt und dem Erhalt der biologischen Vielfalt. ▲ Der gewählte Vorstand der Naturschutzjugend im LBV Kinder- und Jugendgruppen Tolle und engagierte Arbeit wurde wiederum von den vielen Gruppen vor Ort geleistet. So gewannen beispielsweise die „Jungspechte“ aus Billingshausen beim bundesweiten NAJU-Wettbewerb „Erlebter Frühling“ den 1. Platz in der Kategorie „Kindergruppe“ für ihren aufwendigen und gelungenen Wettbewerbsbeitrag zur intensiven und mehrmonatigen Auseinandersetzung mit allen vier Frühlingsboten, Habicht, Salweide, Fledermaus und Bänderschnecke. NAJU auf UN-Biodiversitäts-Konferenz Vom 6. bis 17. Oktober 2014 nahm eine deutsche Jugenddelegation an der Biodiversitäts-Konferenz der Vereinten Nationen in Südkorea teil. Unter den Jugendlichen war auch Marco Lutz (Foto: links) aus dem Vorstand der NAJU München. Ein Schwerpunkt war das Thema „Marine Biodiversität“, zu dem die Delegierten gemeinsam mit anderen Jugendlichen eine Veranstaltung organisierten. Bei einem Austausch mit der deutschen Umwelt-Staatssekretärin und dem Generalsekretär der CBD schenkte auch die Politik den Anliegen der Jugend Gehör. „Biodiversität hautnah!“ – für Familien Das Projekt „Biodiversität hautnah!“ der Kreisgruppe München lässt im Laufe des Jahres 2015 Familien erleben, dass ein nachhaltiger Familienalltag gar nicht schwer zu bewerkstelligen ist. Persönliche Treffen, wöchentliche Tipps, Familien-Workshops, Patenschaften und vieles mehr verbinden die Familien, liefern Ideen und bringen vor allem auch jede Menge Spaß. Best Practice: NAJU und LBV in München München bildet den unschlagbaren Hotspot der NAJU- Kinder- und Jugendgruppen in Bayern. Ganze 30 Gruppen sind nicht zuletzt aufgrund des Sponsors Hofpfisterei im Großraum München aktiv. Sie werden von einer Mitarbeiterin der Kreisgruppe München hervorragend betreut und können somit gut vernetzt und mit ortsnahen Weiterbildungsmöglichkeiten arbeiten. Damit finden in München alle für die Jugendarbeit relevanten Altersgruppen Angebote: Familien, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene z.B. in Form der Hochschulgruppe. Naturparadies an der Stäblistraße Die Naturschutzjugend München hat unter Federführung von Gabriele Rogge, Mitglied des Vorstands der NAJU München und Leiterin der Jugendgruppe „Wanderfalken“, einen ehemaligen Monokultur-Acker in ein Naturparadies verwandelt. Dort finden nun Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Familien statt. Bei Regen bietet der geräumige Bauwagen Unterschlupf. Viele der Münchner Naturkindergruppen verbringen mittlerweile Zeit in dieser blüten- und artenreichen Oase mitten in München, um sich einfach einmal vom Großstadttrubel zu erholen.

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NATURSCHUTZJUGEND IM LBV ▲ Murmeltier-Aktion auf der Zipfelsalpe Veranstaltungsprogramm für Kinder, Jugendliche, Familien und Multiplikatoren Wie jedes Jahr bot die Naturschutzjugend auch in diesem Jahr wieder ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm für Kinder, Jugendliche, Familien und Multiplikatoren in Bayern an. So erkundeten beispielsweise Jugendliche im Februar auf Schneeschuhen den Lebensraum von Rauhfußhühnern im Ostertal nahe des Riedberger Horns. Gruppenleiter/innen konnten sich in diesem Jahr u.a. mit der Vegetation der Alpen befassen. Auf einer dreitägigen Bergexkursion lernten die Teilnehmenden verschiedene Alpenpflanzen in ihren typischen Lebensräumen im Wettersteingebirge kennen. NAJU-Gruppen-Zeltlager Bei vielen Gruppen bilden die Sommerfreizeiten oft die Höhepunkte und den krönenden Abschluss im Gruppenjahr. Die Kinder der Gruppen aus Weißenburg-Gunzenhausen und Ansbach durften z.B. Anfang Juli beim Kinderzeltlager am Krummweiher drei Tage intensiv in die Welt der Fledermäuse eintauchen. Als Fledermausforscher beobachteten sie die Tiere in der Dämmerung, bauten Fledermauskästen (Foto) oder fertigten Steckbriefe einzelner Arten an. Auf den Spuren der Murmeltiere Die NAJU bietet seit einigen Jahren in den Pfingstferien einen Pflegeeinsatz für Jugendliche im Allgäu an. Elf Jugendliche im Alter zwischen 12 und 15 Jahren beseitigten rund um die Zipfelsalpe (Gemeinde Bad Hindelang) Schäden von Murmeltieren. Mehrere Tage lang wurden Steine zu Legehaufen u.a. für Kreuzottern zusammengetragen und nicht mehr genutzte Fluchtlöcher zugeschüttet. Außerdem entfernten sie mit Begeisterung Weideunkräuter, wie den giftigen Germer, um die Pflanzenvielfalt und Futterqualität für die Rinder zu verbessern. Daneben standen auch Exkursionen mit dem Gebietsbetreuer auf dem Programm. Jugendcamp „Let´s Netz“ Mitte August fand das alljährliche Jugendaktionscamp in Wald bei Gunzenhausen statt. Nachdem im Zukunftspapier 2015+ der deutschen UNESCO-Kommission ausdrücklich das Ziel formuliert wurde, nachhaltige Bildungsprozesse durch Netzwerke zu stärken, hat sich die NAJU in diesem Jahr mit dem Thema Vernetzen in seinen verschiedenen Facetten beschäftigt: In welchen Netzwerken leben wir Menschen? Welche Netzwerke gibt es in der Natur? Welche Chancen und Risiken bietet das Vernetzen gerade auch für Menschen, die im Naturschutz aktiv sind? Als Ergebnis der Workshoparbeit entstanden so nach und nach Aktionen wie z.B. eine internationale Pizza, die auf einer Demonstration in Nürnberg präsentiert wurden. Verknüpfungen zum LBV wurden durch den Besuch von Dr. Norbert Schäffer und einer Exkursion zur Vogelinsel verstärkt. Lagerfeuerromantik mit Gitarrenklang führte dazu, dass die Teilnehmenden auch abends viel Spaß hatten und sich bestens miteinander vernetzten.

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UNTERSTÜTZER DES LBV Herzlichen Dank allen Institutionen, Sponsoren und Förderern. Allen Mitgliedern, Spenderinnen und Spendern, Erblasserinnen, Erblassern und allen Freiwilligen Helferinnen und Helfern. Gemeinsam machen wir den Unterschied für die Natur in Bayern aus.

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STIFTUNG BAYERISCHES NATURERBE Bayerns Naturerbe für nachfolgende Generationen bewahren ▲ Heimische Fische in derUmweltstation Rothsee ▲ Heckrinder als Landschaftspfleger für artenreiche Wiesen

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„Keine Zukunft vermag gut zu machen, was du in der Gegenwart versäumst“, sagt Albert Schweitzer. Und so arbeiten wir an unserem Ziel, die wunderbare bayerische Natur mit all ihren Arten zu erhalten, unverdrossen weiter. Die äußeren politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren 2014 für eine Stiftung alles andere als optimal. Durch die Politik des billigen und reichlich auf den Markt gebrachten Geldes war es fast noch schwieriger als in den vergangenen Jahren, aus dem Stiftungsvermögen genügend Erträge zu erwirtschaften, die es uns ermöglichen, den Stiftungszweck zu erfüllen. Geholfen hat uns, dass im Jahre 2014 die Inflation außerordentlich gering war. So konnten wir auf weitere Rückstellungen zur Geldwerterhaltung des Stiftungsvermögens verzichten und damit die Zinsen und Dividenden aus unseren Anlagen voll der Naturschutz- und Artenschutzarbeit zuführen. Mit etwas über 90.000 € wurde hier eine befriedigende Rendite erwirtschaftet. Zudem war es uns möglich, aus Kurssteigerungen unserer Wertpapieranlagen weitere ca. 36.000 € zu realisieren. Das bedeutet eine Rendite von ca. 4,9 % bei einem Stiftungsstock von 2.563.068 € zum 31.Dezember 2015. Wir sind dabei froh und glücklich, dass wir unser Stiftungskapital – trotz der nun etwas risikoreicheren Depotmischung – nicht nur im vollen Umfang erhalten, sondern durch Zustiftungen sogar erhöhen konnten. Während die Bußgelder 2014 signifikant gesunken sind, haben sich die Spenden mit über 42.000 € höchst erfreulich erhöht. So standen uns insgesamt ca.134.000 € (ohne die Buchgewinne der Anlagen zu realisieren) für die Stiftungsaufgaben zur Verfügung. Wir können nun auch „gut gerüstet“ in das Jahr 2015 gehen, da nur ca. 79.000 € abgerufen wurden. Dieses „Polster“ ist bei den weiterhin geringen Renditen und fallenden Börsen mehr als notwendig. Maßgebliche Projekte, die wir im Jahre 2014 unterstützt haben, waren: ► die Storchenausstellung Garmisch ► die Schutzgebietsplattform in der LGS ► die Dauerausstellung Umweltstation Altmühlsee ► Entdeckerkinder LBV-Kindergarten Hilpoltstein ► Heckrinder KG Fürstenfeldbruck ► Chiemgauvögel KG Traunstein ► Naturerlebnisgarten Kleinostheim ► Anschaffung einer kleinen Aufklärungsdrohne für die Gebietsbetreuung Allgäuer Hochalpen ► Umweltstation Rothsee ► Eine sehr große Position, die aber in drei Jahresraten ausbezahlt wird, ist die digitale Neuordnung des Bildarchives beim LBV, eine Maßnahme, die letztlich allen Gruppierungen des LBV und auch der Stiftung zugute kommen wird. Durch den Vorstand der Stifterin (LBV) wurde der Vorstand der Stiftung mit Dr. Rüdiger Dietel, Horst Guckelsberger, Horst Seibold, Dr. Bernd Söhnlein und Ludwig Sothmann bis zum Ablauf des Jahres 2017 bestätigt. Der Vorstand wählte bis zum Ablauf des gleichen Datums Dr. Rüdiger Dietel zum Vorsitzenden des Vorstandes und Horst Guckelsberger zu seinem Stellvertreter. Was mich besonders freut, ist die Zunahme der Zustiftungen und Spenden. Ich habe den Eindruck, so langsam kommen wir in den Herzen unserer LBV-Mitglieder und -förderer an. Dazu hilft sicher auch, dass wir im redaktionellen Teil unserer LBV-Zeitschrift einen festen Platz bekommen haben. Allen Spendern und Zustiftern, aber auch all meinen Mithelfern im Vorstand und der LGS ein herzliches Dankeschön. So ist es eine Freude, für die Erhaltung der bayerischen Natur mitzuarbeiten. Meine Hoffnung ist, dass trotz aller politischen und wirtschaftlichen Wirren auch die nächsten Jahre gut und erfolgreich sein werden. „Ein Traum ist unerlässlich, wenn man die Zukunft gestalten will.“ Victor Hugo Dr. Rüdiger Dietel Vorsitzender des Stiftungsvorstandes Stiftung Bayerisches Naturerbe Gerhard Koller Stiftungsbeauftragter www. bayerisches-naturerbe.lbv.de

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FINANZEN DES LBV Nachhaltig und leistungsfähig wirtschaften

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Mit über 10,76 Millionen Euro Ausgaben und rund 10,7 Millionen Euro Einnahmen konnte der LBV 2014 ein nahezu ausgeglichenes Finanzergebnis erreichen. Das Finanzergebnis belief sich auf -63.785 Euro, während es im Vorjahr bei -82.790 Euro lag. Die Einnahmen konnten in Summe um über 840.000 € gesteigert werden. Die Steigerung betraf vor allem die Bereiche Mitgliedsbeiträge (bedingt durch gestiegene Mitgliederzahlen), Spenden und Zuschüsse. Mitglieder, Erblasser, Förderer, staatliche Stellen und Stiftungen haben dem LBV damit das Vertrauen ausgesprochen, diese Gelder satzungsgemäß und in bestmöglicher Form für naturschutzfachliche Aufgaben zu verwenden. Im Besonderen gilt dies für die Mitglieder, die dem LBV über 2,1 Millionen Euro an Mitgliedsbeiträgen überwiesen haben, den Förderern, die mehr als 2,2 Millionen Euro an Spenden zur Verfügung gestellt haben, sowie den Verstorbenen, die den LBV in Form von Erbschaften mit nahezu einer halben Million Euro bedacht haben. Dies zeugt von großem Vertrauen in die Arbeit des Verbandes. Gleiches gilt für die staatlichen Stellen und Institutionen, die mit Zuschüssen von über 3,7 Millionen Euro die Arbeiten des LBV unterstützt haben. All ihnen gilt unser Dank. Dies zeigt uns, dass der LBV als kompetenter Partner und als Anwalt für den Natur- und Artenschutz anerkannt ist. Gleichzeitig verpflichtet uns dieses Vertrauen, weiter auf diesem Feld hartnäckig und zuverlässig tätig zu sein. Die gestiegenen Mitgliederzahlen und die finanzielle Ausstattung ermöglichen es uns, diese Ziele für den Natur- und Artenschutz nachdrücklich und nachhaltig zu vertreten. Die Ausgaben des LBV stiegen um über 820.000 Euro und beliefen sich auf nahezu 10,7 Millionen Euro. Damit übertrafen die Ausgaben die Einnahmen um 63.000 Euro. Das negative Ergebnis konnte durch die Reduzierung des Eigenkapitals gegenüber dem Vorjahr gedeckt werden. Mit den Ausgaben erbrachte der LBV Leistungen für den Natur- und Artenschutz und seiner satzungsgemäßen Ziele und stellt immer auch ein Abbild der vielfältigen Aufgaben dar, die angenommen wurden, und der Verpflichtungen, die erfüllt wurden. Alleine auf die Bereiche Artenschutz, Landschaftsökologie, Umweltbildung und Biotopankäufe entfielen mit fast 675.000 Euro der Ausgabensteigerungen der allergrößte Anteil. Damit fokussierte sich der LBV klar auf seine Kernaufgaben. ► Für den Artenschutz wendete der LBV über 2,4 Millionen Euro auf. Neben überregionalen Projekten, wie dem LIFE-Projekt „Große Hufeisennase“ und der Kuckuck-Telemetrierung, wurden in den örtlichen LBV-Gruppen eine Vielzahl an Artenschutzmaßnahmen erfolgreich umgesetzt. ► Im Bereich der Landschaftsökologie wurden über 1,6 Millionen Euro eingesetzt. Schwerpunktthema war dabei, wie seit vielen Jahren, die Betreuung und Pflege der LBV-eigenen Flächen, oftmals durch engagierte, ehrenamtliche Mitglieder des LBV, sowie seit mittlerweile 20 Jahren das Aktionsprogramm „Quellschutz in Bayern“. ► Für den Ankauf von Biotopgrundstücken wendete der LBV fast 600.000 Euro auf und steigerte den Finanzmitteleinsatz damit deutlich gegenüber dem Vorjahr um über 100.000 Euro. Besonders hervorzuheben ist hierbei der 7 ha große Grundstücksankauf der Rodungsinsel bei Poppenberg, Lkr. Tirschenreuth, mit ihrem großflächigen Bärwurzvorkommen. Insgesamt konnten 2014 über 30 ha dauerhaft für die Natur gesichert werden. Ein Dank gilt hier den vielen LBV-Gruppen, die sich nicht nur an der Finanzierung der Ankäufe beteiligen, sondern auch die arbeitsintensive Pflege dauerhaft gewährleisten. Wie bereits in den Vorjahren förderte der LBV die ► Umweltbildung mit über 1,5 Millionen Euro. Schwerpunkte waren unter anderem die Projekte „Umweltschule in Europa“, „Schulgarten“ und „ÖkoKids – Kindertagesein- RICHTUNG NACHHALTIGKEIT“. Durch die LBV-Gruppen vor Ort wurde eine Vielzahl an Maßnahmen zur Umweltbildung durchgeführt. LBV- Mitglieder stellen mit großem Engagement und fachlicher Kompetenz ihr Wissen zur Verfügung und leisten damit einen erheblichen Beitrag zur Umweltbildung. Mit hohem finanziellem Aufwand betreibt und unterhält der LBV seine 13 Umweltbildungseinrichtungen, deren vielfältige Angebote von den zahlreichen Besuchern gerne angenommen wurden. Neben dem finanziell bewertbaren Aufwand werden im LBV auf ehrenamtlicher Basis im Bereich des Artenschutzes, der Landschaftsökologie, der Umweltbildung und der Verwaltung von engagierten Helferinnen und Helfern und von ehrenamtlichen Vorständen viele Leistungen erbracht, die nicht bewertbar, nicht finanzierbar und doch von unschätzbarem Wert sind. Ohne dieses freiwillige Engagement wären viele Leistungen des LBV nicht darstellbar.

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FINANZEN DES LBV Die Kassenführung wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Balogh Revisions- und Treuhand GmbH geprüft und als ordnungsgemäß bestätigt. Die verbandsinterne Prüfung durch die Kassenprüfer Michael Kelber und Volker Mittenzwei ergab keine Beanstandungen. Michael Scharl Schatzmeister des LBV Der LBV dankt allen Mitgliedern, Spendern, Erblassern, Förderern, staatlichen Stellen, Stiftungen und Sponsoren für ihr Vertrauen in den LBV und für die gute Zusammenarbeit. EINNAHMEN AUSGABEN Wirtschaftlicher Geschäfts- und Zweckbetrieb (WG und ZB) 13 % LBV-Kindergarten 5 % Beiträge 20 % Naturschutzjugend NAJU 1 % Spenden 21 % Zuschüsse 35 % Vermögensverw./Sonstige 0 % Erbschaft 5 % Bußgelder 0 % Artenschutz 23 % LBV-Kindergarten 5 % WG und ZB 13 % Dienste 3 % Verwaltung 3 % Mitgliederservice 4 % Öffentlichkeitsarbeit 11 % Naturschutzjugend NAJU 1 % Gebietsbetreuer 3 % Umweltbildung/BNE 14 % Biotopkauf Wertberichtigung 5 % Landschaftspflege 15 %

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ERTRAG € Ideell Mitgliedsbeiträge Jugend/Kinder NAJU Spenden Zuschüsse Bußgelder Erbschaft Vermögensverw. sonst. Erträge ideell Wirtschaftlicher und Zweckbetrieb LBV-Kindergarten Summe Ertrag AUFWAND € Ideell Artenschutz Landschaftspflege Biotopkauf Wertberichtigung * Umweltbildung Gebietsbetreuer Jugend/Kinder NAJU Öffentlichkeitsarbeit Mitgliederservice Verwaltung Dienste ** Vermögensverwaltung Wirtschaftlicher und Zweckbetrieb LBV-Kindergarten Summe Jahresergebnis 2014 8.744.169,45 2.140.584,22 157.587,73 2.222.988,74 3.718.119,66 19.995,00 484.894,10 42.747,93 41.094,50 1.346.007,64 522.627,22 10.696.646,74 2014 8.899.672,91 2.437.499,56 1.664.915,41 588.609,82 1.527.452,76 271.591,06 102.259,44 1.140.041,99 482.423,12 310.687,74 374.192,01 22.855,81 1.346.079,95 491.823,39 10.760.432,06 -63.785 2013 7.905.132,87 2.066.855,76 170.713,90 1.913.447,73 3.250.859,86 15.540,00 487.715,62 65.610,38 33.868,91 1.409.206,57 440.879,12 9.854.697,85 2013 8.078.496 2.018.264 1.519.791 476.040 1.530.189 260.180 98.280 1.088.693 434.592 304.314 348.153 30.873 1.340.256 487.863 9.937.488 -82.790 AKTIVA € Anlagevermögen (Biotopgrundstücke AHK*) Biotopgrundstücke Grundstücke genutzt Gebäude Technische Anlagen Fuhrpark Geldwerte Rechte Umlaufvermögen Bankguthaben Kassenbestände Wertpapiere Vorräte Forderungen aus Projekten Sonstige Forderungen Summe Aktiva 2014 2.083.684 (23.092.466) 1.608 131.878 1.298.441 533.793 101.045 16.919 4.934.902 3.403.790 29.694 456.002 117.858 836.118 91.440 7.018.587 2013 2.311.893 (22.501.262) 1.581 105.802 1.476.175 577.634 129.679 21.023 4.861.642 3.199.393 27.349 423.046 116.176 600.034 495.645 7.173.536 *Anschaffungskosten der Biotopflächen bezahlt und wertgemindert auf € 1 PASSIVA € Kapital Eigenkapital Gebundenes Kapital Rücklagen Jahresergebnis Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten sonstige Summe Passiva Operatives Jahresergebnis 2014 6.641.839 2.816.138 3.889.486 -63.785 376.748 376.748 7.018.587 -63.785 2013 6.705.624 3.138.626 3.649.788 -82.790 467.912 467.912 7.173.536 -82.790 * Biotopgrundstücke bezahlt und im Wert gemindert auf 1 € ** EDV, Rechnungswesen, Raumkosten

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AUS DEM LBV-TAGEBUCH 17. Oktober 2014 Der LBV und sein bundesweiter Partner, der Naturschutzbund Deutschland (NABU), haben den Habicht (Accipter gentilis) zum „Vogel des Jahres 2015“ gewählt. Auf den Grünspecht folgt damit ein Greifvogel, der wie viele andere seiner Verwandten immer noch der illegalen Verfolgung ausgesetzt ist, obwohl die Jagd auf den Habicht seit den 1970er-Jahren verboten ist. LBV und NABU fordern, dass entsprechende Straftaten systematisch erfasst, aufgeklärt und angemessen geahndet werden. 18. Oktober Die Delegierten des LBV haben auf ihrer Jahreshauptversammlung in Amberg Dr. Norbert Schäffer zum neuen ersten Vorsitzenden gewählt. Der 49-jährige Biologe, der knapp 20 Jahre bei Europas größtem Naturschutzverband RSPB in England beschäftigt war, kehrt damit zu seinen Wurzeln zurück. Der gebürtige Oberpfälzer ist der erste hauptamtliche Vorsitzende in der über 100-jährigen Geschichte des LBV. Nach über 36 Jahren an der Spitze wurde sein Vorgänger Ludwig Sothmann zum ersten LBV-Ehrenvorsitzenden gewählt. 6. Januar 2015 Das Endergebnis der vom LBV und NABU deutschlandweit durchgeführten Stunde der Wintervögel belegte zum zehnten Jubiläum in Bayern, dass etliche Vogelarten von den milden Temperaturen 2014 profitierten. So flog die Kohlmeise dank dreier Bruten auf den Spitzenplatz und ist somit der häufigste Wintervogel 2015 in Bayerns Gärten. Aber auch die Amsel zeigt einen leichten Aufwärtstrend, und das Rotkehlchen schaffte es sogar in die Top Ten. 3. Februar Während einer Führung des LBV wurde in den Allgäuer Alpen ein extrem seltener Bartgeier gesichtet. Nachweise dieser Art kommen in Bayern nur in Ausnahmefällen vor, denn alpenweit gibt es derzeit nur knapp 200 Exemplare. Mit fast drei Metern Spannweite gehört der Bartgeier zu den größten flugfähigen Vögeln der Welt. Da in den Allgäuer Alpen zu diesem Zeitpunkt erhebliche Lawinengefahr herrscht, suchen Bartgeier Lawinenfelder ab, um als Kadaverfresser mögliche Beute zu finden. 13. März Der LBV begrüßt die Ablehnung des Ausbaus der Skigebiete am Riedberger Horn im Allgäu durch die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf. Von Beginn an hat sich der LBV vehement gegen die Pläne bei Balderschwang gestellt, da dies zum ersten Mal eine Aufweichung des geltenden Alpenplans zum Schutz sensibler Bergzonen bedeuten würde. Im Fall des Riedberger Horns könnte eine Erweiterung des Skigebiets das dortige Vorkommen der hoch bedrohten Birkhühner auslöschen. 22. April Mit rund 75 Brutpaaren beherbergt der Frankenwald mehr als zehn Prozent des in Deutschland aktuell bekannten Schwarzstorchbestands. In den Kernbereichen des Waldes wurde eine für Deutschland bisher einmalige Siedlungsdichte von bis zu neun Brutpaaren pro 100 km² ermittelt. Eine beeindruckende Zahl. Aus einer Initiative örtlicher Naturschützer und Förster entwickelte sich das fränkische Schwarzstorchprojekt unter Beteiligung von Bayerischen Staatsforsten, LBV und LfU. 27. April Der LBV hat sich mit einem Festakt bei seinem langjährigen Vorsitzenden Ludwig Sothmann für sein jahrzehntelanges Wirken im Naturschutz bedankt. Nach über 36 Jahren hatte Sothmann bei den Vorstandswahlen vergangenen Oktober in Amberg nicht mehr kandidiert. Über 140 LBV-Aktive aus ganz Bayern bedankten sich in der Kulturfabrik in Roth bei ihrem ehemaligen Vorsitzenden in Wort und Bild. 10. Mai Das Endergebnis der elften Ausgabe der Stunde der der Gartenvögel Plus zeigt, dass es um die derzeitige Situation der Mehlschwalben im Freistaat schlecht bestellt ist. Auch die zum zweiten Mal erfassten Schwalbennester nahmen noch einmal ab. Freuen kann sich der LBV hingegen über mehr als 9.000 Naturfreunde, die über 210.000 Vögel zählten und somit für das drittbeste Teilnahmeergebnis in der Geschichte der Aktion sorgten. Wie in den Vorjahren bleibt der Haussperling unangefochtener Spitzenreiter vor der Amsel.

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6. Mai Im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen wurde einer der äußerst seltenen Brutversuche der Sumpfohreule durch einen illegal gelegten Flächenbrand vernichtet. Die Anzeige durch Aktive des LBV bei der zuständigen Polizeidienststelle blieb ohne Folgen. Zwar gibt es Hinweise auf einen Verdächtigen, doch die Indizien reichen nicht aus, um ihn zur Verantwortung ziehen zu können. Aufgrund derartiger Akte von Umweltkriminalität fordert der LBV dringend eine speziell geschulte Einheit. 21. Mai Im Landkreis Cham wurden vier abgeschnittene Vorderbeine von Luchsen gefunden. Diese wurden in der Nähe einer Wildtierkamera abgelegt, die dort im Rahmen des Luchs-Monitorings für ein grenzübergreifendes Luchsprojekt aufgestellt wurde. Ein solcher krimineller Akt ist bislang beispiellos. Die Trägergemeinschaft „Ausgleichsfonds Große Beutegreifer“ ist tief betroffen und fordert Bevölkerung wie Ermittlungsbehörden auf, alles zu tun, um die Täter zu identifizieren. 27. Mai Nach dem Fund der abgeschnittenen Luchspfoten im Bayerischen Wald gehen die Ermittlungen nur schleppend voran. LBV, Bund Naturschutz und der WWF fordern daher erneut eine speziell geschulte Einheit der Polizei. Diese soll Umweltkriminalität konsequent verfolgen. Die Verbände orientieren sich dabei am Vorbild Andalusiens oder Nordrhein-Westfalens, das im Übrigen seit dem Jahr 2004 als einziges Bundesland eine Stabsstelle für Umweltkriminalität besitzt. 17. Juni Der LBV freut sich über einen weiteren Storchenrekord. Eine erste Zwischenbilanz zeigt, dass in Bayern so viele Weißstörche wie noch nie leben. Neben der deutlichen Bestandszunahme hofft der LBV auch auf ein gutes Brutergebnis, um die Schlechtwetterverluste aus dem Jahr 2013 auszugleichen. Einige Störche haben sogar bis zu fünf Junge im Nest. Immer mehr Störche kommen nach Bayern, da viele nicht mehr in Afrika, sondern nur noch in Spanien überwintern und sie somit auf den kürzeren Zugwegen weniger Gefahren ausgesetzt sind. 19. Juni Der LBV begrüßt es außerordentlich, dass sich Papst Franziskus in seiner Enzyklika zur Umwelt so klar zum Erhalt der biologischen Vielfalt bekennt. Das Oberhaupt der katholischen Kirche gibt dabei klare Handlungsanweisungen, um den Verlust der Biodiversität zu stoppen, und bestärkt damit auch die Forderung des LBV an die bayerische Staatsregierung, die beschlossene Biodiversitäts-Strategie effektiver umzusetzen. Auch die Anerkennung der Rolle der Umweltbildung seitens des Pontifex deckt sich mit den Zielen des LBV. 23. Juni Fisch- und Seeadler kehren wieder nach Bayern zurück. Noch konzentrieren sich die Neuansiedlungen auf den Osten Bayerns. Der LBV und die Bayerischen Staatsforsten Allersberg wollen jedoch die weitere Ausbreitung der beiden Adlerarten voranbringen. Deshalb haben sie nun vor den Toren Nürnbergs zahlreiche Nistmöglichkeiten für den Fischadler geschaffen. Außerdem bittet der LBV die Bevölkerung in diesem Zusammenhang um die Meldung von Adler-Beobachtungen, welche die erhoffte Ausbreitung bestätigen könnten. 31. Juli Schon wieder ist eine hochgeschützte Tierart in Bayern Opfer von Umweltkriminalität geworden. Dem LBV wurde bei Beratzhausen im Landkreis Regensburg ein toter Uhu gemeldet. Die Eule wurde Opfer eines mit Carbofuran vergifteten Huhns, was eine Untersuchung im Auftrag des LBV ergab. Das Junge konnte gefunden und in der LBV-Vogelauffangstation Regenstauf aufgepäppelt und später freigelassen werden.

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LBV VOR ORT Coburg Geschäftsstelle Helmbrechts Ökostation Der LBV ist mit 28 Geschäftsstellen und 350 regionalen Gruppen in ganz Bayern für Mensch und Natur vor Ort. Kleinostheim Umweltstation Naturerlebnisgarten Veitshöchheim Bezirksgeschäftsstelle Memmingen Bezirksgeschäftsstelle Bamberg Umweltgarten Fuchsenwiese Ansbach Geschäftsstelle Altmühlsee Umweltstation Ingolstadt Geschäftsstelle Fürstenfeldbruck Geschäftsstelle Landsberg Geschäftsstelle Starnberg Geschäftsstelle Bayreuth Bezirksgeschäftsstelle Informationszentrum Lindenhof Nürnberg-Fürth-Erlangen Regionalgeschäftsstelle Rothsee Umweltstation Hilpoltstein Landesgeschäftsstelle Hohenfels Fledermaushaus Scheyern Kreisgeschäftsstelle München Bezirksgeschäftsstelle Kreisgeschäftsstelle Bad Tölz/ Wolfratshausen Geschäftsstelle Arnschwang LBV-Zentrum „Mensch und Natur“ Regenstauf Bezirksgeschäftsstelle Umweltstation/Vogelauffangstation Straubing Bezirksgeschäftsstelle Umweltstation Wiesmühl/ Inn-Salzach Geschäftsstelle I Umweltgarten Chiemsee Naturpavillon Übersee Hindelang GB Allgäuer Hochalpen Garmisch-Partenkirchen Geschäftsstelle

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Landesgeschäftsstelle Bayern Gerhard Koller Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein Tel.: 09174-4775-0 info@lbv.de Mittelfranken Umweltstation Rothsee Lena Buckreus Am Rothsee 10, 91161 Hilpoltstein Tel.: 09174-977 377 3 umweltstation-rothsee@lbv.de Geschäftsstelle Altmühlsee LBV Umweltstation Altmühlsee Heidrun Albrecht Schlossstr. 2, 91735 Muhr am See Tel.: 09831-4820 altmuehlsee@lbv.de Regionalgeschäftsstelle Nürnberg Bianca Fuchs (Mo.-Do.) Humboldtstr. 98, 90459 Nürnberg Tel.: 0911-454 737 nuernberg@lbv.de Geschäftsstelle Ansbach Gerda Schurz (Do. 17-20 Uhr) Pfarrstr. 11, 91522 Ansbach Tel.: 0981-7222 ansbach@lbv.de Bezirksgeschäftsstelle Oberbayern Matthias Luy Kuglmüllerstr. 6, 80638 München Tel.: 089-219 643 051 oberbayern@lbv.de o. m-luy@lbv.de Regionalgeschäftsstelle Inn-Salzach Umweltgarten Wiesmühl Sabine Pröls (Mo.-Do. vorm.) Wiesmühl 11, 84549 Engelsberg Tel.: 08634-625 333 inn-salzach@lbv.de Geschäftsstelle München Dr. Heinz Sedlmeier Klenzestr. 37, 80469 München Tel.: 089-200 270 6 info@lbv-muenchen.de Geschäftsstelle Fürstenfeldbruck Ursula Anlauf Alois-Harbeck-Platz 3, 82178 Puchheim Tel.: 089-800 150 0 fuerstenfeldbruck@lbv.de Geschäftsstelle Garmisch-Partenkirchen Michael Schödl (Mo. und Mi.) Gsteigstr. 43, 82467 Garmisch-Partenkirchen Tel.: 08821-734 64 lbvgap@gaponline.de Geschäftsstelle Starnberg Franz Wimmer (Di.-Fr.) Landsberger Str. 57, 82266 Inning-Stegen Tel.: 08143-8808 starnberg@lbv.de Geschäftsstelle Ingolstadt Rudolf Wittmann (Fr. 14-17 Uhr) Lindberghstr. 2a, 85051 Ingolstadt Tel.: 0841-684 82 info@lbv-ingolstadt.de Geschäftsstelle Bad Tölz/Wolfratshausen Dr. Sabine Tappertzhofen (Mo.-Fr., 9-12 Uhr) Bahnhofstr. 16, 82515 Wolfratshausen Tel.: 08171-273 03 geschaeftsstelle@lbv-toel.de Geschäftsstelle Landsberg Bettina Schöpe-Harant (Mi., Fr. vorm.) Ahornweg 8, 86931 Prittriching Tel.: 08206-46 69 768 landsberg@lbv.de Geschäftsstelle Chiemsee Naturpavillon Übersee (April-Okt.) Martina Mitterer Hochfellnweg 1, 83236 Übersee Tel.: 08642-1551 naturpavillon@lbv.de Kreisgeschäftsstelle Scheyern Theresa Leppelsack (Mo. und Mi. vorm.) Prielhof 1, 88298 Scheyern Tel.: 08441-809246 scheyern@lbv.de Bezirksgeschäftsstelle Oberfranken Umweltschutzinformationszentrum Lindenhof, Dr. Philipp Wagner Karolinenreutherstr. 58, 95448 Bayreuth Tel.: 0921-759 422 6 lindenhof@lbv.de Geschäftsstelle Bamberg Umweltgarten Fuchsenwiese Brigitte Pfister Hegelstr. 16a, 96052 Bamberg Tel.: 0951-326 26 bamberg@lbv.de Ökostation Helmbrechts Mario Wohlfahrt Ottengrüner Str. 100, 95233 Helmbrechts Tel.: 09252-358 781 service@lbv-hof.de Geschäftsstelle Coburg Alexander Ulmer Ziegelei 4b, 96487 Dörfles-Esbach Tel.: 09561-40797-10 coburg@lbv.de Bezirksgeschäftsstelle Schwaben Brigitte Kraft Vogelmannstr. 6, 87700 Memmingen Tel.: 08331-901 182 schwaben@lbv.de Gebietsbetreuung Allgäuer Hochalpen Henning Werth Burgweg 19, 87527 Sonthofen Tel.: 08321-619 036 h-werth@lbv.de Bezirksgeschäftsstelle Unterfranken Marc Sitkewitz Mainlände 8, 97209 Veitshöchheim Tel.: 0931-452 650 47 unterfranken@lbv.de Regionalgeschäftsstelle Untermain Umweltstation Naturerlebnisg. Kleinostheim Thomas Staab Dreizehnmorgenweg 8, 63801 Kleinostheim Tel.: 06027-409 079 6 untermain@lbv.de Bezirksgeschäftsstelle Niederbayern Umweltstation Straubing Ruth Waas Bahnhofstr. 10, 94315 Straubing Tel.: 09421-9892810 niederbayern@lbv.de Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz Umweltstation und Vogelauffangstation Christoph Bauer Masurenweg 19, 93128 Regenstauf Tel.: 09402 - 789 957 12 oberpfalz@lbv.de Geschäftsstelle Cham LBV-Zentrum „Mensch und Natur“ Markus Schmidberger Nößwartling 12, 93473 Arnschwang Tel.: 09977-8227 info@lbvcham.de Fledermaushaus Hohenburg Rudolf Leitl Marktplatz 32, 92277 Hohenburg Tel.: 09626/9299772 r-leitl@lbv.de

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Der LBV ist Bayerns ältester und größter Verband für Arten- und Biotopschutz mit 75.000 Mitgliedern und Förderern. Über 4.000 Aktive setzen sich seit über 100 Jahren in 350 Kreis-, Orts- und Jugendgruppen für Bayerns Natur ein. Kinder und Jugendliche entdecken mit der Naturschutzjugend des LBV, der NAJU, ihre Umwelt. Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. Landesgeschäftsstelle I Eisvogelweg 1 I 91161 Hilpoltstein I Tel.: 09174-4775-0 I Fax 09174- 4775-75 I E-mail: info@lbv.de I Internet: www.lbv.de