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Noch mehr Naturbelastung durch Landwirtschaft?

Kulturlandschaft - von der Reform bedroht (Bild: Fünfstück)

EU-Agrarreform droht ein Fehlschlag für die Natur zu werden

11. Oktober 11: Die neue gemeinschaftliche Agrarpolitik (GAP) droht für die Natur in Europa zu einem Fehlschlag zu werden, warnt der LBV. Mittwoch wird die EU-Kommission endlich die Vorschläge bekannt geben, die langfristige Auswirkungen auf bedrohte Arten haben werden. Der LBV hat ernste Befürchtungen, dass die neue GAP Vogel- und andere Arten der Kulturlandschaft einer erhöhten Gefährdung aussetzen wird. [zur Pressemeldung]

Bayerisches Agrarbündnis für Neuausrichtung der Agrarpolitik

(Bild: A. Pille)

sozial gerecht, bäuerlich, ökologisch und umweltschonend, EU- und weltweit

14.04.11: Die Debatte um die Reform der EU-Agrarpolitik ist in vollem Gang. Für die bayerische Landwirtschaft und Kulturlandschaft kommen wichtige Entscheidungen, denn die bayerische Agrarstruktur mit 113.000 Betrieben ist noch weitgehend kleinstrukturiert. Von einer „Begrünung“ der Agrarpolitik könnten Bayerns Bäuerinnen und Bauern, Natur und Kulturlandschaft profitieren. Dafür setzt sich das Agrarbündnis ein. >>Wer mitmacht und worum es geht

Landwirtschaftliche Projekte

Schafherde
Schafbeweidung im Gebiet Lange Berge

Im Rahmen verschiedener Projekte geht der LBV gemeinsam mit der Landwirtschaft neue Wege. Dies ist im Zuge des Rotviehprojekts sowie des ABSP-Projekts Lange Berge hervorragend gelungen. Aber auch die Lerchenfenster sind ein gutes Beispiel dafür.

Darüber hinaus schützen wir einzelne Arten, die "Aushängeschilder" für den Lebensraum Agrarlandschaft sind. Damit schaffen wir Beispiele für effektiven Naturschutz in intensiv genutzten Landschaften, z.B. bei der Wiesenweihe,  dem Ortolan oder dem Feldhamster.

Außerdem fördern wir mit dem Förderpreis Naturschutzhöfe Betriebe, die naturfreundlich wirtschaften.


Nein zu E 10!

Bayern vermaist, die Landschaft verödet. (Bild: Bria)

LBV fordert engültiges Aus der Spritsorte

10.03.11: Seit Februar ist die neue Spritsorte E10 mit 10 % Ethanolbeimischung im Handel. Sie wird von Regierungsseite als Zukunftslösung für den Klimaschutz und die Mobilität gepriesen - auch nach dem Bezingipfel und trotz anhaltender Kritik  der Umweltverbände. Die Mineralölkonzerne haben den Verkauf von E10 vorläufig ausgesetzt. Der LBV fordert das endgültiges Aus für die umstrittene Spritsorte. >> mehr

 

 

20.000 haben es satt

Der LBV war in Berlin dabei...
...für die Artenvielfalt! (Bilder: U. Dopheide)

LBV demonstriert für Ökolandbau und gegen Agrarindustrie

25.01.11: Natur- und Umweltschützer, Gentechnikgegner und Tierschützer, Eine-Welt-Aktivisten und Gewerkschafter hatten auf der Demonstration zum Brandenburger Tor hin im großen Stil den Schulterschluss mit den Landwirten gewagt. Diese waren vielfach mit ihren Familien und etwa 70 Traktoren aus allen deutschen Landen nach Berlin gekommen, um gemeinsam einen Systemwechsel in der Lebensmittelwirtschaft zu fordern. Bei dieser ersten deutschen Großdemonstration gegen die weitere Industrialisierung der Landwirtschaft wurden vor allem deren Missstände und Risiken in den Bereichen Massentierhaltung, Gentechnik, Klimabelastung, Dumpingexporte und natürlich auch der aktuelle Dioxinskandal thematisiert.

„Wir haben es satt, dass wir nicht mehr wissen, was wir essen!“ Mitglieder verschiedener Bürgerinitiativen wendeten sich gegen Hunderte geplante neue Großställe in ihren Heimatregionen. Der kilometerlange Demonstrationszug zeigte mit einem Meer an bunten Fahnen, beschrifteten Transparenten, Kostümierungen und kreativ gestalteten Fahrzeugen die vielfältigen Möglichkeiten, die den Weg hin zu einer zunehmend bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft schmücken würden. Und die LBV-Silbermöwen hatten die Wegweisung des Artenschutzes auf den Punkt gebracht: „Arten-Vielfalt anstatt Gen-Einfalt!“

LBV bemängelt Änderungen in der Agrarförderung

(Bild: T. Staab)

Landwirtschaftsministerium streicht wichtige Umweltschutz-Maßnahmen

18.01.11: Das bayerische Landwirtschaftsministerium streicht wesentliche Teile des so genannten KULAP (Kulturlandschaftsprogramm). Der LBV ist enttäuscht und fordert dringend ein Umsteuern. Denn Maßnahmen wie Blühstreifen oder Förderung für Obstbäume wurden gut angenommen. Andererseits werden Millionenbeträge ohne wirkliche Gegenleistung im Rahmen von Direktzahlungen vor allem den großen industriell ausgerichteten Agrarbetrieben überwiesen. 

Das Internationale Jahr der Biodiversität ist gerade zu Ende gegangen und da setzt das Landwirtschaftsministerium wesentliche Teile des KULAP aus, die für den Erhalt der Arten- und Lebensraumvielfalt in unserer Landschaft besonders wirksam sind.

Landwirte erhalten dafür Geld, dass sie bestimmte Auflagen auf ihren Flächen einhalten. In diesem Jahr wird aber nun die Förderung einer Reihe von Maßnahmen nicht mehr angeboten, beispielsweise für den Streuobstanbau oder die extensive Teichwirtschaft. Damit fallen wirksame Programme zum Erhalt vieler bedrohter Arten der Kulturlandschaft weg.

Noch gravierender sind die Einschnitte bei den Maßnahmen im Ackerland. Es ist nachgewiesen, dass alle Arten der Feldflur in den letzten Jahren stark rückläufig sind, das trifft insbesondere auf Vögel und Laufkäfer zu. Einstige Allerweltsarten wie die Feldlerche und Kiebitz haben enorm in ihren Beständen abgenommen. „Um hier wirksam gegen zu steuern, brauchen wir das KULAP, z.B. um Blühstreifen anzulegen, die der Landwirt aus der intensiven Bewirtschaftung nimmt“, betont der LBV-Vorsitzende Ludwig Sothmann. In den vergangenen Jahren konnten mit dem Einsatz solcher Maßnahmen Erfolge in verschiedenen Artenschutzprojekten erzielt werden.

Vom Venus-Frauenspiegel zum kalifornischen Schlafmützchen

Experten untersuchen die Vielfalt an Ackerwildkräuern auf einer LBV-Fläche.
So soll es aussehen: Vielfalt am Wegesrand. (Bilder: B. Raab)

Experten für Ackerwildkräuter besuchen LBV-Projektflächen

29.06.10: Vergangene Woche trafen sich 30 Experten von Universitäten, z.B. Uni Kassel, Greifswald oder Erlangen, aus  Stiftungen und Verbänden aus dem ganzen Bundesgebiet in Bad Rodach, um bei der Fachtagung „1.000 Äcker für die Vielfalt“ ihr Wissen und neueste Erfahrungen beim Erhalt einer artenreichen Ackerwildkrautflora auszutauschen.

Die Vorträge reichten vom Ackerprogramm des LBV bei Ahlstadt über die Einrichtung von so genannten Lerchenfenstern in Ackerflächen bis zur Förderung der Wildkräuter im Rahmen von Eingriffs- und Ersatzmaßnahmen.

Am Freitag wurde dann vor Ort am Bockstadter Weg in der Nähe von Ahlstadt das LBV-Projekt „Lange Berge /Bruchscholenkuppen“ vorgestellt. Die Jungbäuerin Nora Wölfert stand souverän den Expertenfragen Rede und Antwort. Hier wurden n vorbildlicher Kooperation von Naturschutz und Bio-Landwirten nicht nur seltenste Ackerwildkräuter erhalten, sondern auch alte Kultursorten wie Emmer, Einkorn, Dinkel oder auch schwarze Linse wieder angebaut. Aus einer Handvoll Emmersaatgut im Jahr 2000 wurde inzwischen über 15 Hektar Anbaufläche und 10 Hektar Linsenanbau. Ahlstadt ist damit überhaupt die Linsenhauptstadt Bayerns geworden. Ein  Höhepunkt des Tages war sicher die Verkostung von Linseneintopf, Emmerotto,  Emmerbier und Emmerbrot. „Noch regionaler geht Genuss nicht“ war die einhellige Meinung der Teilnehmer. Das ehrgeizige Programm der Regierung von Oberfranken stellte Stephan Neumann und H.Wolf von der Unteren Naturschutzbehörde im Raum Ottowind vor. Hier liegt der fränkische Schwerpunkt für eine Ackerextensivierung, um die biologische Vielfalt der Äcker zu fördern. Für über 250 Hektar sind hier inzwischen in Naturschutzprogramme  abgeschlossen worden. Als positives Signal für die Wirkung des Vorhabens wurde der Fund einer extrem seltenen Pflanzenart der Äcker, des Krähenfußes, gewertet, welcher die Experten begeisterte.

Am Samstag wurden Äcker im Staffelberggebiet besichtigt. Hier liegt noch immer ein Eldorado für Ackerwildkrautfreunde. Die bunte natürliche Fülle der Ackerflora mit Adonisröschen, Kornrade, etc. hat aber inzwischen einen bizarren Konkurrenten bekommen: bunte Blühmischungen mit Arten aus aller Herren Länder und Gärten, wie Bartnelken, algerischer Lein, kalifornischer  Mohn, Marienglockenblume usw. werden als „Blühstreifen“ eingesät. Sie erwecken bei dem unbedarften Wanderer ein völlig falsches Bild heimischer Flora und verwischen das Vermögen wahre Wildkrautschönheit zu erfahren. Abgesehen davon ist, eine invasive, schädigende  Wirkung in die Äcker der Umgebung ungeklärt. Die Ackerwildkrautexperten fordern daher ein Überdenken dieser Blühstreifenstrategie.

Online-Aktion gegen Bienengift

(Bild: A. v. Lindeiner)

Ministerin Aigner soll Zulassung für Insektizid "Santana" zurücknehmen

12.04.10: Ein Aufschrei ging durch die Reihen der Imker: Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicher­heit (BVL) hat eine Ausnahmegeneh­migung für die Anwendung des Pflanzenschutz­mittels "Santana" erteilt. Es dient zur Bekämpfung eines Maisschädlings. Doch das Insektizid wirkt verheerend, nicht nur auf Bienen. Länder wie Baden-Württemberg hatten nach das Mittel nach der letzten Saison verboten. In Bayern nicht.

Der ökologische Anbauverband Biokreis hat eine Online-Aktion mit einem direkten Brief an Ilse Aigner gestartet. Darin wird die Bundesagrarministerin um eine sofortige Aussetzung der Ausnahme­genehmigung gebeten. Zum Schutz des Bienenlebens und zur Existenz­erhaltung der Imker. Bereits in der ersten Woche gingen 500 Anschreiben an Ilse Aigner.

>>zur Online-Aktion auf den Seiten von Biokreis

Die Verlierer der Agrarpolitik – Feldvögel in Not

(Bild: H. Werth)

21.11.08: Aktuelle Meldungen aus Großbritannien bestätigen die neue Studie „Vögel in Deutschland 2008“: Einige der typischen Feldvogelarten weisen vielerorts in Europa den niedrigsten Bestand seit 1970 auf. Auch in Bayern sind die Bestände von Arten wie Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn seit Jahren rückläufig. Fakt ist: Die Feldvögel sind seit Jahren europaweit die am stärksten gefährdete Vogelgruppe! Der LBV sieht dringenden Handlungsbedarf und setzt dabei auf optimierte Förderprogramme und die Zusammenarbeit aller betroffenen Interessensgruppen.

[Zur Pressemitteilung] [Alle Pressemitteilungen]

Förderpreis Naturschutzhöfe 2008 – Landwirt schafft Vielfalt

20.11.08: Gestern wurden in Bonn die Gewinner des Förderpreises Naturschutzhöfe 2008 ausgezeichnet. Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig – auch für den einzelnen Landwirt. Gefragt waren daher dieses Jahr Ideen, mit denen die Betriebe ihre Naturschutzleistungen nach außen darstellen. Auf der Preisverleihung wurde auch das Buch "Landwirt schafft Vielfalt - Natur fördernde Landwirtschaft in der Praxis" vorgestellt, mit zahlreichen Beispielen und Erfahrungsberichten von LandwirtInnen aus den beiden Förderpreisrunden. >>mehr

LBV-Aktionsstand für nachhaltige Agrosprit-Erzeugung

Mit Infomaterialien, Unterschriftenlisten und einer Meinungsumfrage per Balkenwaage engagierten sich die Silbermöwen, eine öffentlichkeitsaktive LBV-Seniorengruppe, am 25.06.08 in der Münchner Fußgängerzone für eine Überprüfung und nachhaltige Gestaltung der derzeitigen Biospriterzeugung (präziser Ausdruck für Biosprit: Agrosprit). Die Forderungen der Unterschriftenlisten zielten auf sozial- und umweltverträgliche Effizienzsteigerungen im technischen Bereich UND auf Änderungen unseres Lebensstils, z.B. durch Tempolimit 120 km/h für Kraftfahrzeuge und Kerosinsteuer und Mehrwertsteuer für alle Flüge. Für den derzeitig zunehmenden Maisanbau in Monokulturen wird ein Stopp für weiteren Grünlandumbruch gefordert sowie präzise „ökologische Leitplanken“ für den hiesigen Anbau von Energiepflanzen. Auf den Klima belastenden, Regenwald zerstörenden und Sozialprobleme verursachenden Anbau von Energiepflanzen in der Dritten Welt wies die Meinungsumfrage per Meinungsklötzchen an der Balkenwaage hin: Was ist wichtiger: volle Teller in den armen Ländern oder volle Tanks für die Fahrzeuge in den Industrieländern? Genügend Nahrung wollten fast alle Infostandbesucher den Hungernden zugestehen, ein Tempolimit von 120 kmh würde aber nur die Hälfte der Befragten hierfür in Kauf nehmen wollen.    

LBV begrüßt Vorschläge zur Agrarreform

Die Pläne der EU-Kommission zur Agrarpolitik gehen in die richtige Richtung: Endlich sollen die Milliardensubventionen gerechter verteilt werden. Außerdem sollen sie für die Gesellschaft eingesetzt werden: im Artenschutz, im Klimaschutz, im Ländlichen Raum. Ein konkretes Beispiel: Blütenbestäuber finden viel weniger Blüten als bisher. Der Grund: Die Stilllegungsverpflichtung ist ausgesetzt, Blüten und Lebensräume verschwinden. Daher unterstützt der LBV die Forderungen des Netzwerks Blühende Landschaft, das Bundeslandwirtschaftsminister Seehofer einen offenen Brief überreichte (mehr).

Offener Brief an Seehofer: Flächenstilllegung ersetzen

Eine Hummel an Heilziest (Bild: C. Geidel)

Blütenbestäuber sind extrem wichtig für unsere eigene Existenz. Erst dank ihnen entstehen Erdbeeren, Äpfel und Paprika. Doch dieses Jahr werden Maja & Co weniger Blüten vorfinden als noch 2007. Der Grund: Bis Herbst 2007 waren jeder Landwirt verpflichtet, rund acht Prozent seiner Ackerfläche stillzulegen. Diese Stilllegungsflächen entwickelten sich zu wichtigen Rückzugsorten für viele Tierarten in unserer oft eintönigen Agrarlandschaft. Auch die Insekten profitierten von diesen meist blütenreichen Inseln. Doch nun wird das Getreide knapp, die Preise steigen. Daher wurde die Stilllegungsverpflichtung für 2008 ausgesetzt und es ist zu erwarten, dass sie komplett abgeschafft wird. Wichtige Nahrungsquellen und Nistplätze stehen somit den Insekten nicht mehr zur Verfügung.  

Daher unterstützt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern die Forderungen des Netzwerks Blühende Landschaft, dass jeder Landwirt 10% seiner Fläche naturverträglich bewirtschaften soll. Am 07. Mai 2008 überreichte das Netzwerk in Berlin einen offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer.  

Zum Netzwerk Blühende Landschaft

LBV: Natur in Bayern verliert in diesem Jahr 65.000 ha!

Viel Natur auf einer Flächenstilllegung (Foto: T. Staab)

Weil die Flächenstilllegung für 2008 ausgesetzt ist, gehen der Natur diese letzten Rückzugsflächen in den Agrarlandschaften verloren. Der LBV fordert daher ökologische Vorrangflächen in der Landwirtschaft. Das wäre im Jahr der großen Biodiversitätskonferenz in Bonn ein wichtiger Schritt zum Erhalt der Arten- und Biotopvielfalt (mehr). 

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