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Winterolympiade 2018 in Südkorea06.07.11 Wieviel Wert haben Umweltkonzepte für den IOC? Die Entscheidung ist nun gegen München, Garmisch-Partenkirchen und Schönau als Austragungsorte gefallen. Das schlüssigste Umweltkonzept der drei Bewerber hat offensichtlich nicht den Ausschlag für die Vergabe gegeben. Das Internationale Olympische Komitee hat anscheinend andere Definitionen der Begriffe „umweltverträglich“ und „Nachhaltigkeit“ als wir. Damit bleibt zu hoffen, dass in Südkorea trotzdem Umwelt und Natur respektiert werden. Der Kelch ist vielleicht momentan vorübergegangen, aber vermutlich werden sich die deutschen Bewerber erneut um die Spiele bemühen. Das verschafft etwas Zeit über Grundsätzliches nachzudenken: Um den Nachhaltigkeits- und Umweltgedanken stärker in den Fokus der Entscheidungsfindung zu rücken, schlägt der LBV vor, dass nur noch Austragungsorte gewählt werden, die entweder in jüngerer Vergangenheit bereits Austräger waren oder bereits über mehr als 75% der erforderlichen Infrastruktur verfügen. Es ist auch zu überlegen, ob angesichts der Schwerpunkte der Wintersportaktivitäten in Europa und Nordamerika und des daraus resultierenden hohen Interesses der Bevölkerung die Winterspiele nicht ausschließlich an diese beiden Kontinente vergeben werden sollten. Wie das Konzept von PyeongChang zeigt, wird angesichts der abgelegenen Lage nur mit wenigen Zuschauern gerechnet. Die Anreise der meisten Besucher muss mit dem Flugzeug erfolgen. Das IOC sollte seine eigenen - in Turin 2006 bekräftigten - Grundsätze, Natur- und Umweltschutzaspekte bei der Auswahl der Austragungsorte zu berücksichtigen, konsequent umsetzen. Schon bei der Entscheidung für den Austragungsort 2014 Sotschi im Westkaukasus hatte das IOC hiervon allerdings nichts erkennen lassen.
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Fachkommissionsvertreter - Michael Schödl Tel. 0170/ 4926920
oder : Dr. Andreas von Lindeiner, LBV Artenschutzreferent
Tel. 09174/4775-30, Fax -75
e-mail a-v-lindeiner@lbv.de
Olympia 2018 - Erfolgreiche LBV Intervention29.10.10: Der LBV ist kein Befürworter der olympischen Spiele im Alpenraum, die für das sensible Ökosystem Alpen nicht verträglich sind. Falls die Olympischen Spiele nach Bayern vergeben werden, müssen die Auswirkungen auf die Umwelt ausreichend kompensiert werden. Der LBV erwartet vom DOSB eine zügige Entscheidung über die angestrebten Umweltprojekte, welche die von der Bewerbergesellschaft ausgerufenen „Grünen Spiele“ auch rechtfertigen. Für die vom LBV insbesondere geforderten Vernetzungsprojekte konnte der LBV eine finanzielle Zusage für deren Umsetzung erreichen. |
"Negative Auswirkungen der Olympiabewerbung auf die Natur minimieren"LBV-Haltung zur Olympiabewerbung 24.08.2010: Das Umweltkonzept der Bewerbergesellschaft, das durch das BidBook verbindlich gemacht werden muss, ist für den LBV ein Wechselbad der Gefühle. Durch verschiedene politische und gesellschaftliche Einflüsse werden die Planungen ständig verändert bzw. umgeworfen. Insgesamt gab es zwar gewisse Fortschritte in der Auswahl der Sportstättenstandorte und bei der Menge der naturschutzbezogenen Leitprojekte. Die Qualität dieser Leitprojekte, insbesondere des Projektes "Natur, Kulturerbe und Bildung" kann aber erst nach konkreter Ausarbeitung und Garantie für ihre Umsetzung beurteilt werden. Falls die Vergabe erfolgen sollte, hat der LBV das Ziel, die negativen Auswirkungen der olympischen Winterspiele auf den Naturhaushalt zu minimieren und die Ausgleichsmaßnahmen für Biodiversität und Landschaftsbild so effizient wie möglich zu gestalten. Für den LBV ist es essentiell, dass im Umweltkonzept folgende Maßnahmen nicht nur in das Umweltkonzept einfliessen sondern auch deren Finanzierung realisiert werden wird: |
KernforderungenFür das Umweltkonzept der Bewerbgesellschaft sieht der LBV die folgenden Punkte als essentiell an, deren Planung und Finanzierung sichergestellt sein muß:
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Wo sollen Umweltbelange in der Planung berücksichtigt werden?Die Bewerbungsgesellschaft hat sich für die Durchführung der Olympischen Spiele im Jahr 2018 hohe Ziele gesteckt: a) b.) Der LBV begleitet die Umsetzung dieser Ziele, die in einem Umweltkonzept festgelegt sind, kritisch. Schwerpunkt sind hierbei die Eingriffe zur Ausgestaltung der Sportstätten im Bereich Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau. Weitere Themen wie Verkehr und Klimaschutz können von uns nur hinsichtlich der Auswirkungen der auf die Natur beurteilt werden. |
LBV Geschäftsstelle Garmisch Partenkirchen:
Michael Schödl, Gsteigstr. 43. Tel.: 08821 73464, lbvgap@gaponline.de
Zwischenstand August 2010Durch den Ausbau des Classic-Skigebietes in den letzten Jahren (v.a. für die Ski-Weltmeisterschaft 2011) und durch die Planung von temporären Olympia-Anlagen (24% der sportlich genutzten Gesamtfläche) muss maximal nur ein Anteil von ca. 1% baulich umgestaltet (Infrastruktur) bzw. vorhandene genutzte Flächen erweitert werden. Das bedeutet 0,7 ha. Zum Vergleich: Allein auf den für die Ski-WM 2011 ausgebauten Skipisten befanden sich vor dem Umbau rund 10,5 ha 13d-Flächen. Wieviel davon noch übrig geblieben ist, werden erst die nächsten Biotopkartierarbeiten zeigen. |
Bewertung der Eingriffe im EinzelnenGudiberg Garmisch-Partenkirchen Hier wurde im Bescheid vom 12.10.2009 der Neubau eines Doppelsesselliftes inkl. Berg- und Talstation mit einem Ausgleichsbedarf von 5.000m² für Rodungen und Flächenverbrauch genehmigt (was übrigens im Verfahren vom LBV abgelehnt wurde, da der nun schon insgesamt entstandene Eingriff ins gesamte Gebiet in der Summationswirkung sehr groß ist). Die Planungen für 2018 sehen einen Eingriff in max. 0,63ha Waldbestand vor, wobei immer noch abzuklären ist, ob dieser Eingriff nicht minimiert werden kann. Im Falle Gudiberg gibt es eine karthographische Überlagerung mit dem FFH-Gebiet „Mittenwalder Buckelwiesen“. Hier wurde immer noch nicht geklärt, ob das Vorhaben letztendlich im FFH-Gebiet liegt. Wenn das so wäre, würde der LBV diesen Eingriff im Rahmen des durchzuführenden Genehmigungsverfahrens vehement ablehnen, da durch die Eingriffe für die WM 2011 die Summe an Eingriffen im gesamten Bereich ausgereizt ist. Im Olympiastadion wird eine neue „kleine Schanze“ benötigt, die am Standort der alten entstehen soll. Hornabfahrt und Kandahar Die Wettbewerbe sollen auf der bestehenden Skipiste durchgeführt werden. Eine Abstimmung mit Monitoring-Ergebnissen des LBV ist in der Detailplanung (inkl. Funktionsflächen für Lagerung etc.) dringend erforderlich. Im Bereich des Zielraums der Kandahar sollen 0,03ha Wald entfernt werden. Schwaiganger Da alle Pisten und Stadien bei Schweiganger temporär sein sollen, müssten sie nach den Olympischen Spielen wieder regeneriert und wiederhergestellt werden. Ein weiteres Problem stellt die Vorhaltung und Verteilung von Depot-Schnee sowie die Beschneiung zur Garantie der Schneesicherheit dar. Da das Umwelt-screening noch nicht vorliegt, können keine Detailwerte angegeben werden. Die erste Ansicht der Planungsunterlagen lässt aber vermuten, dass keine Schutzgebiete betroffen sind und aufgrund der großen zur Verfügung stehenden staatlichen Flächen kein schützenswerten Biotope genutzt werden müssen. Garmisch-Partenkirchen Hier findet die größte dauerhafte Flächeninanspruchnahme für das Olympische Dorf statt. Allerdings sind etwa 2/5 (2,2 ha) nur temporär geplant. Der Rest soll dann in der Folgenutzung als Eissportzentrum bzw. als (umweltgerechte) Wohngebäude zur Verfügung stehen. Das in diesem Zusammenhang zusätzlich benötigte Medienzentrum soll auf eine Fläche von 20ha temporär erbaut werden. Eine Erschließungsstraße ist vorhanden, eine Flächenerschließung ist nicht geplant. Hier besteht natürlich die Gefahr, dass diese „Funktionsfläche“ anschließend Baugebiet wird. Hier stehen mehr die Auswirkungen auf das Landschaftsbild und die Beeinträchtigungen der Landwirtschaft im Vordergrund, als die Biodiversität. Nichtsdestotrotz werden hier auch schöne Blumenwiesen betroffen. Aufgrund massiven Widerstandes der Grundstücksbesitzer wurden hier schon erste Minimierungen bzw. diverse Umplanungen für das Olympische Dorf vorgenommen. Es gibt noch keine abschließende Standortwahl für das Medienzentrum. Bobbahn Schönau am Königssee Eine Zufahrt zum Zielraum mit 0,13 ha soll ausgebaut werden. |
Welche naturschutzrelevanten Projekte wurden als Leitprojekte vorgeschlagen?1. Natur, Kulturerbe und Bildung - |
Warum beteiligt sich der LBV?Seit Beginn der Beteiligung wird eine Diskussion im LBV geführt. Der Landesvorstand legte am 16. 11. 2009 fest, den Bewerbungsprozess im momentanen Stadium kritisch zu begleiten. Genauso legitim wie der Ausstieg und die Ablehnung der umzusetzenden Maßnahmen ist der Versuch, diese im Sinne der Natur zu optimieren. Durch eine Mitwirkung hat man eine detaillierten Einblick in die Planungen und in gewissem Maß eine Möglichkeit zur Mitgestaltung. Die Bewerbung ist beschlossen. Hier stellt sich die Frage, ob eine Beteiligung des LBV die Bewerbung zwangsläufig zum Erfolg führt. Mit einer kritischen Begleitung kann man als Nebeneffekt die Optimierung der Bewerbung vorantreiben und so einen Zuschlag fördern. Abgesehen davon, dass die Optimierung ja genau der gewünschte Effekt wäre, besteht natürlich immer die Gefahr, dass am Ende für die Naturschutzprojekte z.B. aus Finanzierungsgründen nicht verwirklicht werden. Eine kleine Sicherheit besteht allerdings für die Umsetzung: Die Ergebnisse sind der Prozess einer Umweltkommission, die eine größere Interessensgruppe umfasst, als die Naturschutzverbände. Zusätzlich geben die Bewerber eine Garantieerklärung für ihre Bewerbung ab, die in gewissem Maße auch eine Umsetzung gewährleistet. Und noch ein Punkt, der die Beteiligung des LBV notwendig macht: Umweltschutz ist nicht automatisch mit Naturschutz gleich zu setzen. Klimaschutz- und Verkehrskonzepte können auch negative Auswirkung auf die Biodiversität haben. Der LBV verspricht sich auch von den begleitenden Leitprojekten einen intensiven Diskussionsprozess über die Zukunft des Landkreises und eine Gewinn für die Natur. Solange die Chance dafür besteht – und die Arbeit daran beginnt ja jetzt erst mit der Ausgestaltung der Leitprojekte und der Detailplanung der Sportstätten – solange kann der LBV den Prozess guten Gewissens begleiten. |