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Wiesenweihe: erste Daten der Brutsaison 2010
23.08.10: Schon zu Beginn der Brutsaison hofften die bayerischen Wiesenweihenschützer auf ein gutes Brutjahr, gab es doch deutlich mehr Feldmäuse als in den beiden Vorjahren. Und tatsächlich: 109 Paare haben diesen Sommer zwischen Steigerwald, Rhön-Grabfeld und dem Ochsenfurter Gau gebrütet. Damit hat der Bestand gegenüber dem Vorjahr nochmals zugenommen. Eine erstaunliche Entwicklung, denn in Bayern stand die Wiesenweihe in den 80ger Jahren kurz vor dem Aussterben. 1997 gab es gerade mal zwei Brutpaare in der Region. >>mehr |
Erstmals brüteten in Mainfranken jedoch leider auch mehrere Paare in Grünroggen. Grünroggen wird als Biogas-Substrat bereits im Mai geerntet – zu diesem Zeitpunkt beginnt das Brutgeschäft der Wiesen- weihen gerade erst. Das bringt nicht nur erhebliche Gefahren für die jeweiligen Wiesenweihenbruten mit sich, sondern stellt auch die Mitarbeiter des Programms vor große Probleme, bleiben ihnen doch manchmal nur wenige Tage, um die Brutpaare und die Standorte eventueller Horste ausfindig zu machen. Die Biomassenutzung wird so zu einem großen und weiter wachsenden Problem für den Schutz der Wiesenweihe. |
Juli 2010: Wiesenweihenausstellung zieht durch den Landkreis Neustadt/AischDas „fränkische Wunder" kann anhand einer sehr anschaulichen Ausstellung für Groß und Klein im Landkreis Neustadt an der Aisch bestaunt werden. Neben Erläuterungen zur Brutbiologie und Bestandsentwicklung erfährt man Spannendes über die effektive Zusammenarbeit des Naturschutzes und unseren Partnern aus der Landwirtschaft. Zu sehen ist die Ausstellung in folgenden Sparkassenfilialen:
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Februar 2010: Bilanz der Brutsaison 2009Im Jahr 2009 ist die Anzahl der brütenden Wiesenweihen in Bayern mit 155 Paaren auf dem erstaunlich hohen Niveau der beiden Vorjahre geblieben. Ein hervorragendes Ergebnis. Betrachtet man jedoch den Bruterfolg relativeren sich die Zahlen, denn fast 40 Prozent der Paare hatten gar keinen flüggen Nachwuchs. Das ist aber nicht ungewöhnlich, da in diesem Jahr nur wenig Feldmäuse vorkamen. Von Feldmäusen ernähren sich nämlich viele große Beutegreifer der Feldflur, wie z.B. Rohrweihen und Füchse. Treten nur wenige Feldmäuse auf, suchen diese Beutegreifer verstärkt andere Beute, wie eben auch Eier oder Jungvögel der Wiesenweihe. In dieser Saison konnte eine Rohrweihe sogar zweimal direkt dabei beobachtet werden, wie sie ein Nest der Wiesenweihe plünderte. Aber natürlich ist der Bestand der Wiesenweihe in Bayern durch Beutegreifer keineswegs gefährdet. Denn es kann damit gerechnet werden, dass der Bruterfolg in feldmausreichen Jahren wieder deutlich ansteigen wird. |
August 2009: Flügge Jungvögel lernen jagenObwohl die Nahrung knapp war und Beutegreifer wie Rohrweihen und Füchse immer wieder Eier oder Jungvögel der Wiesenweihen erbeuteten, gelang es in Mainfranken doch recht vielen Jungvögeln auszufliegen. Die jungen Wiesenweihen sind nun dabei das Jagen zu erlernen. Im Alter von 5 Wochen machen die Jungvögel noch atemberaubende Bruchlandungen und man fragt sich wie diese tollpatschigen Tiere jemals überleben können. Doch einige Tage später können sie den Beobachter bereits mit einer eleganten, gezielten Punkt-Landung überraschen. |
Juli 2009: Wenig Mäuse, leerer MagenDie Hauptbeute der Wiesenweihen in Mainfranken ist dieses Jahr knapp: es gibt wenig Feldmäuse. So kommt es, dass sie vermehrt andere Beute wie Heuschrecken, Eidechsen und Kleinvögel jagen müssen. Trotz Nahrungsmangel gibt es unerwartet viele Brutpaare in Mainfranken. Dieses Jahr tauchen Wiesenweihenpaare auch abseits bisher bekannter Brutregionen auf. Eine große Herausforderung für die Wiesenweihenschützer! |
März 2009: Jäger und LBV-Wiesenweihenschützer an einem Tisch03.03.09: „Die fressen uns die ganzen Hasen und Rebhühner…“ Solche entrüsteten Stimmen waren zunächst im großen Saal von Gaukönigshofen im Ochsenfurter Gau deutlich zu hören. Etwa 150 Jagdpächter waren der Einladung von Claudia Pürckhauer, der Koordinatorin des Artenhilfsprogramm Wiesenweihe vom LBV, und Gerhard Klingler, Vorsitzender der Kreisgruppe Ochsenfurt des Bayerischen Jagdverbandes zur Diskussionsveranstaltung gefolgt. Zunächst stellte Claudia Pürckhauer die Hintergründe und Entwicklungen des Artenhilfsprogramm Wiesenweihe dar: „Gerade durch die enge Kooperation mit Landwirten und Behörden ist unser Programm so erfolgreich. Der Bestand der Wiesenweihe ist von 2 Paaren 1994 auf nun 134 Paare in Mainfranken angewachsen.“ Ceara Elhardt von der Universität Würzburg präsentierte die neuesten Ergebnisse ihrer Analyse der Nahrung der Wiesenweihen in Mainfranken: „Wiesenweihen sind sehr anpassungsfähig. Normalerweise fressen sie circa 60% Kleinsäuger (v.a. Feldmäuse), 20% Kleinvögel und 20% Insekten und andere kleine Beutetiere. Unter 1500 Beutenachweisen aus Gewöllen und Beteresten fand ich nur einen einzigen Nachweis eines jungen Hasen und keinen eines Rebhuhns.“ Unterstützt von Eric Imm von der Wildland Stiftung appellierte Gerhard Klingler an die Jäger, den Einfluss der Wiesenweihe auf Hasen und Rebhühner nicht zu überschätzen. „Es sollte verkraftbar sein, dass der ein oder andere Junghase dran glauben muss“, betonte Imm. Er unterstrich: „Seit der Verabschiedung der Bayerischen Biodiversitäts-Strategie ist es an der Zeit, dass Naturschutz, Landwirtschaft und Jagd gemeinsame Sache machen und sich zusammen für Artenvielfalt und das Niederwild in der Agrarlandschaft einsetzen.“ Ein Jäger aus dem Publikum hob hervor: „Ich freue mich schon darauf, wenn ich die Wiesenweihen wieder da sind und bin stolz darauf, dass ich in meinem Revier Brutpaare habe.“ Gerhard Klingler fassten die Veranstaltung in einem treffenden Schlusswort zusammen: „Es ist an der Zeit heute umzudenken: statt Konfrontation sichert nur die Kooperation mit dem Naturschutz die Zukunft der Jagd.“ |
Februar 2009: Fränkische Wiesenweihe im SenegalNun haben wir endlich den sicheren Nachweis: Unsere fränkischen Wiesenweihen überwintern auch im Senegal. Seit vielen Jahren versehen die ehrenamtlichen Wiesenweihenschützer einen Teil der unterfränkischen Jungvögel mit Flügelmarken. Jetzt erreichte uns eine ganz aktuelle Meldung aus Holland. Ben Koks, ein holländischer Wiesenweihen-Experte hat unsere "Blaue 92" fotografiert und abgelesen. In den Weiten des Sahel und den ausgedehnten Überwinterungsgebieten der Wiesenweihen ist das extrem unwahrscheinlich und ein großes Glück! Das junge Männchen befand sich in der Nähe eines der großen Wiesenweihen-Schlafplätze bei Touba Khelcom im Landesinneren des Senegal. Dort wurden von den holländischen Kollegen bis zu 5.000 Wiesenweihen gesehen. Gerade Senegal und Mali scheinen sehr wichtige Überwinterungsregionen für unsere mittel- und westeuropäischen Wiesenweihen zu sein. Unser Vogel wurde übrigens im Landkreis Kitzingen am 12.Juli 2008 im Alter von 28 Tagen markiert. Die Anbringung der Flügelmarken an den mainfränkischen Wiesenweihen wird von der Sparkasse Mainfranken unterstützt. |
Oktober 2008: erstaunlich gute Bilanz dieser BrutsaisonZu Beginn der Brutsaison 2008 war der Mangel an Feldmäusen in den wichtigsten bayerischen Brutgebieten der Wiesenweihe deutlich spürbar. Die Männchen benötigten häufig viele Stunden um mit einer Beute für das Weibchen zum Nest zurückzukehren. Im Vorjahr hatte es dagegen eine massenhafte Vermehrung der Feldmäuse gegeben, woraufhin der Brutbestand der Wiesenweihen in Bayern deutlich anstieg. Normalerweise beginnen in Jahren mit nur wenigen Mäusen auch deutlich weniger Weihen mit einer Brut. Nicht jedoch in diesem Jahr! Denn 2008 siedelten sich schließlich fast genauso viele Paare wie im Vorjahr an. 153 Paare begannen in Bayern mit einer Brut. Der Bruterfolg war dieses Jahr hingegen erheblich geringer als im Jahr zuvor. Viele Nester wurden bereits in der Brutphase ausgeplündert und auch in der Kükenphase traten zahlreiche Verluste auf. Insgesamt konnten aber immerhin 278 Jungvögel in Bayern flügge werden. |
September 2008: Auf nach AfrikaDie meisten bayerischen Wiesenweihen sind nun aus ihren Brutgebieten abgezogen. Sie sind auf den Weg ins Winterquartier nach Afrika aufgebrochen. Aber auf ihrem langen Zugweg in die nahrungsreichen Überwinterungs-Regionen südlich der Sahara lauern viele Gefahren. Umso erstaunlicher ist es, dass es ihnen gelingt, Jahr für Jahr in großer Zahl wieder in ihr mainfränkisches Brutgebiet zurückzukehren. Warum Wiesenweihen gerade in Mainfranken in großer Zahl brüten und warum nicht in anderen Regionen Bayerns, soll eine Diplomarbeit der Studentin Sabine Schmidt der Universität Würzburg klären. Wir erwarten mit Spannung ihre Ergebnisse. Die diesjährigen Brutergebnisse aus Bayern werden zur Zeit zusammengestellt und ausgewertet. |
Juli 2008: Die Brutsaison neigt sich dem Ende zu
Die Wiesenweihen-Brutsaison nähert sich ihrem Ende. In diesem Jahr gab es in Mainfranken fast so viele Brutpaare wie im letzten Jahr, aber unter den geschlüpften Jungvögeln müssen wir im Moment fast täglich neue Verluste feststellen. Die Jungvögel fallen häufig Räubern, wie zum Beispiel Füchsen, zum Opfer. In den seltensten Fällen können wir mit Sicherheit sagen, welcher Räuber die Jungvögel getötet hat, denn sie hinterlassen wenig Spuren. Schon jetzt kann man sagen, dass die Anzahl der ausgeflogenen Jungvögel weit hinter den Ergebnissen vom Vorjahr zurückbleiben wird. |
Juni 2008: Größter privater Naturschutzpreis an Wiesenweihenschützer!Die ehrenamtlichen LBV-Wiesenweihenschützer haben gestern in Frankfurt den Schubert-Preis erhalten. Einige Preisträger vor ihnen: Jaques Cousteau, Klaus Töpfer, Jochen Flasbarth. Den größten privaten Naturschutzpreis Deutschlands erhielten sie für ihr herausragendes Engagement für die mainfränkischen Wiesenweihen. Denn ohne den außergewöhnlichen jahrelangen Einsatz dieser kleinen Gruppe von LBVlern gäbe es heute die größte zusammenhängende Wiesenweihen-Population Mitteleuropas in Mainfranken nicht. (>>zur Laudatio von Carl-Albrecht von Treuenfels) „Ich flieg mal schnell da `rüber “ Herbert Klein deutet auf einen entfernten Hügel mitten in der weitläufigen Agrarlandschaft Mainfrankens. Am Ende jeder Brutsaison „fliegen“ die Wiesenweihenschützer um Ralf Krüger, Edgar Hoh, Gudrun Pauldrach und Otmar Leuchs nur noch. Täglich von früh bis spät sind sie im Gelände mit dem Auto unterwegs um die versteckten Nester der Wiesenweihen am Boden der Ackerflächen ausfindig zu machen. Mit großer Erfahrung und geradezu detektivischem Gespür entdecken sie schließlich die unauffälligen Horste. Doch damit ist es nicht getan. Es folgen lange Gespräche mit den Landwirten, die überzeugt werden müssen, eine Restfläche bei der Getreideernte um die Nester stehen zu lassen, damit die kleinen Jungvögel geschützt erwachsen werden können. Denn meist kommt die Ernte zu früh und die kleinen Wiesenweihen-Küken können noch nicht fliegen. Zusätzlich betreibt die Gruppe der Wiesenweihen-Schützer Grundlagenforschung zur Biologie dieser seltenen, grazilen Greifvogelart und arbeitet eng mit den Behörden zusammen z.B. bei Eingriffen, wie Windenergie-Planungen im Wiesenweihen-Brutgebiet. So hat sich das mainfränkische Wiesenweihen-Schutz-Programm zu einem international bedeutsamen Schutzprojekt entwickelt. Wir gratulieren den Preisträgern! |
Juni 2008: Wiesenweihenausstellung zieht durch die Landkreise Würzburg und KitzingenDas „Wunder von Mainfranken“ kann seit kurzem anhand einer sehr anschaulichen Ausstellung für Groß und Klein in den Landkreisen Würzburg und Kitzingen bestaunt werden. Neben Erläuterungen zur Brutbiologie und Bestandsentwicklung erfährt man Spannendes über die effektive Zusammenarbeit des Naturschutzes mit unseren Partnern aus der Landwirtschaft. Zu sehen ist die Ausstellung noch in folgenden Filialen der Sparkasse Mainfranken:
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Mai 2008Nun sind sie wieder da! Die Wiesenweihen sind aus dem Winterquartier in ihre bayerischen Brutgebiete zurückgekehrt. Auffalllend ist jedoch in diesem Jahr, dass sie sich Zeit lassen mit dem Beginn des Brütens. Erst wenige Weibchen sitzen jetzt - Mitte Mai - bereits auf den Eiern. Zur Zeit sind die aktiven Wiesenwiehenschützer von früh bis spät im Gelände unterwegs, um die Brutpaare aufzuspüren. Denn gerade jetzt sind die Paare noch gut zu finden: die Weibchen sitzen an den Brutflächen und die Paare machen spektakuläre, weithin sichtbare Balzflüge. Wir sind schon sehr gespannt auf den weiteren Verlauf der Brutsaison. |
März 2008: Bericht aus dem WinterquartierDie Koordinatorin des Artenhilfsprogramms, Claudia Pürckhauer, ist zur Zeit im Winterquartier der Wiesenweihen. Dort erhebt sie wichtige Daten über das Jagdhabitat und evtl. Gefährdungen der Vögel. Ihren interessanten Bericht lesen Sie hier. |
November 2007: Sehr gute Ergebnisse!Nun stehen die Zahlen fest: in diesem Jahr gab es außergewöhnlich viele Brutpaare in Bayern. 158 Paare traten auf und insgesamt flogen in Bayern 445 Jungvögel aus. Ein großer Erfolg! Seit Beginn des Artenhilfsprogramms in Bayern gab es noch nie so viele Paare und ausgeflogene Junge. Sicherlich hat die Massenvermehrung der Feldmäuse viel zu diesem Ergebnis beigetragen. Die Untersuchungen der Studentinnen der Universität Würzburg zeigten, dass sich unsere Wiesenweihen in diesem Jahr zum weitaus größten Teil von Feldmäusen ernährt haben. |
September 2007: Erfolgreichste Saison?Die Auswertungen laufen auf Hochtouren und noch sind nicht alle Gebiete in Bayern ausgewertet, noch nicht alle Daten übertragen, noch nicht jedes Brutpaar im Geografischen Informationssytem digitalisiert. Dennoch können wir uns schon über eines freuen: 2007 war die erfolgreichste Saison seit Beginn des Wiesenweihenschutzes in Bayern! Noch nie gab es bei uns mehr Brutpaare des hochbedrohten Greifs. Ob auch die Zahl der Jungvögel die Marke des Jahres 2005 überschreitet, ist noch nicht sicher. |
August 2007: Saison bald vorbeiDie Wiesenweihen-Saison geht zu Ende: Ende letzter Woche haben wir die letzten Jungvögel beringt und markiert. Nun sind viele schon dabei abzuziehen und beginnen sich auf den Weg nach Afrika zu machen. Der häufige und langandauernde Regen hat kaum zu Ausfällen geführt. Einige Jungvögel haben aber unter dem Nahrungsmangel gelitten, denn bei Regen können die Altvögel schwer jagen. Der Mäusebestand war in Mainfranken unerwartet hoch. Nicht nur die Wiesenweihen hatten daher viel Nahrung zur Verfügung, sondern auch deren natürliche Feinde wie Raubsäuger und Rohrweihen, die ebenfalls Mäuse fressen. Daher wurden in diesem Jahr in Unterfranken auffallend wenig Bruten ausgeräubert. Nach den relativ niedrigen Brutergebnissen des Vorjahres hatten wir nicht gehofft so rasch wieder auf so hohe Zahlen ausfliegender Jungvögel zu kommen. Insgesamt scheinen nun aber fast soviele Jungvögel wie in unserem besten Jahr 2005 auszufliegen. Das wurde sicher auch dadurch begünstigt, dass es im Juni/Juli immer wieder länger regnete, so dass sich die Getreideernte verzögerte. So mussten nicht soviele Jungvögel in den unsicheren Restflächen ausharren, die bei der Ernte zum Schutz der Bruten stehengelassen werden. |
Juli 2007: Es sieht gut aus!
Es geht gut weiter, bis jetzt verläuft die Wiesenweihensaison wirklich erfolgreich. Die Verluste an Nestern und Jungvögeln sind nach wie vor sehr gering. Durch die vielen, vielen Mäuse können die Altvögel ihre Jungen hervorragend versorgen. Ob so viele Jungvögel ausschlüpfen werden wie in unserem bisher besten Jahr 2005? Durch die lange Regenperiode und das wechselhafte Wetter hat sich die Ernte jetzt doch noch verzögert. So werden die Restflächen nun doch nicht so lange frei stehen, wie noch im Juni befürchtet. Die Jungvögel sind dann sicherer und für einige Landwirte verringert sich der Aufwand. Allerdings haben sie ja auch unter dem schlechten Wetter zu leiden, denn die Gerste steht reif auf dem Halm und kann nicht eingebracht werden. Dadurch verliert sie natürlich an Wert. Mit Spannung verfolgen wir die Arbeiten von Studentinnen der Universität Würzburg. Sie machen eine Nahrungsanalyse und werten Hunderte von Gewöllen aus, die sie an ganz unterschiedlichen Standorten im Wiesenweihengebiet sammeln. Damit erhoffen wir uns z.B. Aussagen über die wichtigsten Nahrungsquellen in den einzelnen Teilgebieten. Und natürlich über deren Sicherung. |
Juni 2007: FrühstartWir sind früh dran in diesem Jahr, die ersten Küken sind schon seit 2 Wochen geschlüpft! Allerdings beginnt auch die Ernte bald. Denn das Wetter war jetzt so gut und das Frühjahr so warm, dass die Wintergerste schon sehr weit entwickelt ist. Vor der Ernte müssen alle Nester gefunden sein. Besonders gefährlich sind die Flächen, die als GPS (GanzPflanzenSilage) für Biogasanlagen geerntet worden sind. Denn sie werden besonders früh beerntet. Ansonsten freuen wir uns aber, dass wir bisher so wenige Verluste zu verzeichnen haben. Zumindest in Mainfranken gibt es so viele Mäuse, dass auch die anderen Mäusejäger genug zum Fressen haben - und nicht stattdessen Eier oder Jungvögel der Wiesenweihen fressen! Und auch das macht Freude: dieses Jahr sind wieder hier geschlüpfte Vögel nach Mainfranken zurückgekehrt! Wir konnten schon einige Vögel ablesen, die wir 2005 und 2006 markiert hatten. Schön, dass sie den gefährlichen Flug nach Afrika und zurück überlebt haben. |
Mai 2007: Mäuse und Sonne
Die Saison in Mainfranken läuft gut an: Es scheint bereits jetzt mehr Feldmäuse als 2006 zugeben. So sind im Moment schon mehr Paare im Gebiet als im Vergleichszeitraum 2006. Nach dem warmen Frühjahr steht das Getreide außerdem so hoch, dass auch genügend Brutraum vorhanden ist. Sogar der Winterweizen steht bereits sehr hoch und wir finden viel mehr Paare als sonst, die in Winterweizen brüten. Wird die Zeit knapp? Das gute Wetter erleichtert uns zwar, die Wiesenweihen zu finden. Das ist aber auch notwendig, denn die Ernte könnte schon Ende Juni losgehen. Das wäre ein sehr früher Erntebeginn. Bis dahin müssen wir alle Paare gefunden und die Landwirte informiert haben. Je länger das Wetter nun so gut bleibt, desto größer wird der Zeitdruck |