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Weißstorch-Bestand 2010

Die aktuell besetzten Nester finden Sie auf der Verbreitungskarte, weitere Informationen hierzu unter dem Punkt "Aktuelles".

Weißstorch-Bestand in Bayern 2009

2009 war wiederum ein mäßig gutes Weißstorchjahr! Zwar stieg der Gesamtbestand weiter an auf rund 187 besetzte Nester (hier wird sich bei der letzten Datenkontrolle nur noch geringfügig etwas ändern).
Aber leider gab es dieses Jahr wieder bedingt durch viele kleinere Regenereignisse einen nicht so guten Bruterfolg mit rund 321 Jungen (auch noch nicht letzter Stand, aber wir erwarten nur noch einzelne Korrekturen).

Nach wie vor gibt es Todesfälle an Strommasten zu beklagen, so starben in Mittelfranken gleich zwei  Störche an bisher als weniger gefährlich eingestuften Abspannmasten! Dies ist eine Todesursache, die durch das Bundesnaturschutzgesetz bis 2012 flächendeckend ausgeschlossen werden soll, die Umsetzung in Bayern erfolgt jedoch leider teilweise nur zögerlich (weitere Infos hierzu finden Sie unter "Sicherung von Freileitungen").

An mehreren Nestern (z.B. Steppach) wurden Anflüge von Schwarzstörchen gemeldet, dieser scheue Verwandte scheint also häufiger und zutraulicher zu werden...

Wir bemühen uns, die Daten für das Jahr 2009 zügig abzuschließen und zusammen mit weiteren interessanten Informationen Ihnen wieder als Rundbrief zur Verfügung zu stellen.

Die ersten frühen Rückkehrer werden schon gesichtet, vermutlich sind dies Vögel, die z.B. nur eine Winterflucht gemacht und evtl. am Bodensee oder woanders in nicht allzuweiter Entfernung ausgeharrt haben.

Unten stehend sehen Sie die Verbreitungskarte der Weißstörche in Bayern aus dem Jahr 2009.

 

 


Weißstorch-Verbreitung in Bayern 2009

Entwicklung des bayerischen Weißstorchbestandes 1900 – 2007

Der Weißstorch ist in Europa, Nordafrika und Asien zu finden.
In Deutschland liegt sein Verbreitungsschwerpunkt in den ostdeutschen Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.
Innerhalb Bayerns konzentriert sich der Bestand auf die größeren Flußläufe, Feucht- und Weihergebiete. Schwerpunkte sind Altmühl, Wörnitz und Aisch-Regnitzgrund innerhalb Mittelfrankens, die Naab mit ihren Zuflüssen innerhalb der Oberpfalz sowie die durch mehrere Regierungsbezirke fliegende Donau mit den schwäbischen Flüssen Mindel, Zusam und Lech, das Donaumoos und die Paar im Bereich Oberbayern sowie Abens und große und kleine Laaber in Niederbayern.

Der Weißstorch ist einer der meistuntersuchten Vögel, zu dem es seit Beginn des 19-ten Jhds. Bestandserhebungen gibt, seit 1934 auch deutschlandweit flächendeckend. So konnte eindrucksvoll ein erheblicher Bestandsrückgang bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts festgestellt werden, eine wichtige Grundlage für die Einleitung von Schutzmaßnahmen. Seitdem erholt sich der Bestand langsam wieder. Ursachen sind wohl bessere Überwinterungsbedingungen in Westafrika sowie landwirtschaftliche Veränderungen in Osteuropa. 

Weitere Daten finden Sie im aktuellen Weißstorchrundbrief.

Weißstorch-Bestand in Bayern 1900 bis 2007

Adebar wird das Wasser abgegraben

Weißstorch-Lebensraum (Wieding)
Grasacker (LBV-Archiv)

Hauptgrund für den erschreckenden Rückgang der Weißstorchzahlen ist der Nahrungsmangel. Feuchtwiesen, die der Mensch einst erschloß, waren ideale Nahrungsquellen. Heute nimmt er sie dem Vogel durch stetige Intensivierung der Landwirtschaft wieder weg.

Mit Einführung der Technik, also Motorisierung in der Landwirtschaft mit immer größeren Traktoren, Mähmaschinen etc., Erfindung von Kunstdünger, Durchführung von Flurbereinigungen und Flussbegradigungen gingen ganze Landstriche für den Weißstorch verloren, so z.B. das Maintal mit Einzugsbereich.

Eine verfehlte Agrarpolitik fördert die Überschußproduktion, begünstigt so die Trockenlegung von Feuchtgebieten und zerstört die Lebensgrundlage der Störche. Viele sattgrüne Wiesen täuschen: Was wie naturnahe Landschaft erscheint, ist nur noch ein Grasacker aus fetten Kulturgräsern. Die ursprüngliche Vielfalt der Nahrungstiere für den Storch sucht man hier vergebens. Zudem werden auch noch die letzten Flußauen und Überschwemmungsgebiete eingedeicht und trockengelegt - die Kulturlandschaft kann eine Storchenfamilie nicht mehr ernähren.

Wenn den Storch der Schlag trifft...

Luft hat keine Balken. Aber für den Storch hat sie die lebensgefährlichen Freileitungen der Überlandstromnetze. Mehr als zwei Drittel aller Todesfälle beim Storch gehen auf das Konto von Stromstößen und Leitungsanflügen, bei denen sich die Vögel die Knochen brechen. Gut 10% der Jungstörche sterben noch im ersten Lebensjahr an diesen Leitungen. Und die "Verdrahtung" unserer Landschaft nimmt weiterhin zu...
Zwar schreibt das neue Bundesnaturschutzgesetz jetzt endlich eine Entschärfung aller gefährlichen Leitungen bis 2012 vor, dies zieht sich jedoch hin, wird von den meisten Energieversorgungsunternehmen nur zögernd und unvollständig umgesetzt. Weitere Infos zum Thema Stromtod finden Sie hier.

Doch nicht nur hier bei uns droht dem Storch Gefahr. Auf seinem Weg ins Winterquartier wird er selbst gejagt, wenn er Rast macht, um nach Nahrung zu suchen. Ein weiteres Problem ist die Trockenheit im Sahelgürtel, wodurch zu wenig Nahrung für durchziehende Störche zur Verfügung steht.