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Stromtoter Seeadler war nur Spitze des EisbergsLBV erhält laufend neue Meldungen über Stromopfer Nach Meldung eines an einem Strommast verunglückten Seeadlers gehen beim LBV beinahe täglich weitere Meldungen von verunglückten Vögeln aus ganz Bayern ein. Ein kurzer Blitz, ein Knistern im Gefieder, dann fällt der Mäusebussard tot vom Strommast. Wenn der Stromschlag nicht gleich zum Tod führt, sterben den Vögeln Beine oder Flügel durch die großflächigen, tiefen Brandverletzungen nach und nach ab. Flugunfähig humpeln sie noch einige Tage umher, bis sie qualvoll verenden. Vier Wochen nach dem Bericht über einen verunglückten Seeadler im Landkreis Schwandorf sind dem LBV bereits über 30 weitere Stromopfer gemeldet worden, und es werden täglich mehr: Uhus, Rotmilane, Weißstörche, Schwarzstörche, Turmfalken und viele andere Vögel kommen immer wieder an Stromleitungen zu Tode. Viele davon werden innerhalb weniger Stunden oder Tage von Beutegreifern weggeschleppt und ergeben so eine noch weitaus höhere Dunkelziffer. „Diese Meldungen sind ein deutliches Zeichen für ein erwachtes Bewusstsein in der Bevölkerung und wir werden sie aufgreifen und verstärkt Druck auf die Stromversorger machen, damit diese ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur flächendeckenden Sicherung aller gefährlichen Masten bis 2012 nachkommen“, so Oda Wieding und Günter Möbus, die Stromtodbeauftragten beim LBV. Hier ist jetzt auch das zuständige Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz gefordert, die eindeutigen Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetzes nachdrücklicher als bisher einzufordern.
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E.ON stoppt BundesadlerSeeadler stirbt an ungesichertem Strommast Wie erst jetzt bekannt wurde, verunglückte Anfang Mai ein männlicher Seeadler im Landkreis Schwandorf an einem ungesicherten Strommast. Die Ansiedlung des dritten Brutpaars in Bayern ist damit gestoppt, weil der Stromversorger das Naturschutzgesetz nur schleppend umsetzt. 2006 am Altmühlsee, dieses Frühjahr am Chiemsee: Deutschlands Wappenvogel, der Seeadler, versucht in Bayern Fuß zu fassen. Die Ansiedlung eines dritten Paares im Landkreis Schwandorf ist nun gestoppt. Das Männchen kam an einer ungesicherten Stromleitung um. Der Revierförster hatte den Seeadler wehrlos, fast bei lebendigem Leib verfault gefunden und in die LBV-Pflegestation Regenstauf gebracht. „Verbrennungen nacheinem Stromschlag”, ist die klare Aussage von Stationsleiter Karl Büchl. Zu Büchl in die Regenstaufer Vogelstation kommen jährlich unzählige Vögel, denen die ungesicherten Leitungen der Stromversorger zum Verhängnis werden. Ein für Oda Wieding unhaltbarer Zustand: „Einige Stromversorger nehmen ihre gesetzliche Verpflichtung zur flächendeckenden Sicherung aller gefährlichen Masten bis 2012 immer noch nicht ernst“, so die Stromtodbeauftragte beim LBV. In diesem Jahr sind bereits zwei Wanderfalken, zwei Uhus, ein Weißstorch, ein Rotmilan und mehrere Falken unter Strommasten gefunden worden. Die Dunkelziffer sei weitaus höher. Seit 2002 sind Stromversorger gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Strommasten zu sichern. Bis 2004 hatte der LBV ihnen die Bereiche gemeldet, in denen besonders gefährdete Vögel vorkommen oder Schutzgebiete liegen. Die Masten in diesen Bereichen sind jedoch noch längst nicht gesichert. So auch der Todesmast im Versorgungsgebiet der E.ON, an dem nun der Seeadler verunglückte. Dass Seeadler sich in Bayern erfolgreich ansiedeln, hatte vor zwei Jahren die N-ERGIE am Altmühlsee mobilisiert. Sie hatte umgehend alle gefährlichen Masten gesichert, um die Sensation nicht durch einen vermeidbaren Unglücksfall zu gefährden. Auch die Neuansiedlung im Landkreis Schwandorf hätte so eine gute Chance gehabt. Der LBV fordert die bayerischen Stromversorger auf, sämtliche Masten im Umfeld der gemeldeten Brutplätze von Wanderfalke, Uhu, Rotmilan, Weißstorch und Schwarzstorch umgehend zu überprüfen und bei Bedarf noch in diesem Jahr zu sichern und umzurüsten, um dann alle weiteren gefährlichen Masten, an denen bayernweit Mäusebussarde,Turmfalken und auch Zugvögel verunglücken, bis 2012 zu sichern! |
An ungesicherten Masten im Landkreis Landshut sind in den letzten zwei Jahren fünf Störche umgekommen. Auf die Unfallmeldungen hatte der zuständige Stromversorger E.ON nur zögerlich reagiert. Die LBV-Kreisgruppe hat sich nun direkt an Bayerns Umweltminister Bernhard gewandt. Artikel aus der Landshuter Zeitung.
Eon schlampt - 5 Wanderfalken sterben in der Fränkischen SchweizIm Landkreis Bayreuth sind Ende April zwei Wanderfalken tödlich verunglückt, die drei Jungvögel im Horst sind qualvoll verendet. Der Grund: Die E.on hatte einen Mittelspannungsmasten schlecht gesichert. Und das, obwohl hier schon mehrfach Todesfälle aufgetreten waren. Außerdem hat der LBV bereits 2003 eine Prioritätenkarte geliefert, wo die Eon ihre Leitungen am dringendsten sichern muss. Dies zeigt deutlich: Der Stromversorger nimmt das Bundesnaturschutzgesetz nicht ernst, wonach alle Masten bis 2012 gesichert sein müssen. Davon ist die Eon weit entfernt. Die Ereignisse: Am 2. Mai wurden das tote Wanderfalkenpaar gefunden, das Männchen hatte deutliche Verbrennungen von einem Stromschlag. Bei der anschließenden Kontrolle der Brutnische wurden die drei stark verwesten Jungvögel gefunden. Das Skandalöse ist, dass E.on die Problematik der unzureichend gesicherten Masten in diesem Bereich bereits seit langem bekannt war. Schon 2003 lieferte der LBV eine Prioritätenkarte, im letzten Jahr fanden mehrere Gespräche zwischen Behördenvertretern und E.on statt. Eine Umrüstung der Masten erfolgte zwar endlich im Februar 2008. Dabei wurde der „Killermast“ allerdings entgegen der Vereinbarungen nicht gesichert. Dieser Fehler wurde E.on umgehend gemeldet, am 1. April 2008 sagte E.on zu, in den nächsten Tagen zu sichern. Am 17. April war noch immer nichts geschehen. Auf Nachfrage wurde versichert, dass der Mast spätestens in der Woche vom 21. bis 25. April umgerüstet wird. Die Sicherung des Mastens erfolgte jedoch erst am 13. Mai - auf massivem Druck von LBV und Behörden und nachdem die zwei Wanderfalken tödlich verunglückt waren. Fazit: Bei rechtzeitiger Sicherung des Mastens hätte Eon die Tragödie mit 5 toten Wanderfalken verhindern können. |
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Der Hintergrund: Der LBV koordiniert seit über 25 Jahren mit Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt das Artenhilfsprogramm Wanderfalke. Neben vielen tausend unentgeltlichen Arbeitsstunden ehrenamtlicher Mitarbeiter wurden auch erhebliche finanzielle Mittel des Ministeriums für das Artenhilfsprogramm aufgebracht. Durch die Schlamperei bei E.on werden die Erfolge des Artenhilfsprogrammes in Frage gestellt. Interessanter Hintergrund: Eon will der Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung (ANU) in den nächsten Jahren für ein Umweltbildungsprojekt 26 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Wenn Eon tatsächlich ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für Natur und Umwelt gerecht werden möchte, kann sie ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommen und umgehend alle Mittelspannungsmasten in Bayern sichern. Außerdem kann sie die Fließgewässer, aus denen sie Wasser für ihre Kraftwerke bezieht, mit ausreichend Restwasser ausstatten. Und auf unnötige Trassenneuprojekte wie im Coburger Land verzichten. Der LBV fordert Eon auf, sämtliche Masten im Umfeld von Wanderfalkenhorsten und von Brutplätzen anderer Großvogelarten wie Uhu, Rotmilan, Weißstorch und Schwarzstorch umgehend zu überprüfen und bei Bedarf noch in diesem Jahr zu sichern und umzurüsten. |