Birdlife Newsletter

Der BirdLife Newsletter auf deutsch. >>Jetzt abonnieren!

LIFE-Projekt

LBV Newsletter

Erscheint in Kürze. Jetzt noch abonnieren!

Spenden Sie jetzt!

Aktuelle Termine

Karte auf welcher die anstehenden Termine markiert sind.

Folgen Sie uns auf

LBV Jahresbericht 2010/2011

Hier als e-paper lesen.

Stimmen und Steckbriefe

Wo ist der Storch?

Alle aktuellen Storchennester und -infos in Bayern

Aktuelle Termine

Die Dohle- Vogel des Jahres 2012

LBV Magazin

LBV - Stiftungsbroschüre

Die LBV Stiftung "Bayerisches Naturerbe" wird immer beliebter. Hier unsere Broschüre bestellen! [zur Stiftung]

LBV-Füllanzeigen können Sie einfach hier herunterladen und dann bitte veröffentlichen.
Vielen Dank!

Sie sind hier: Artenschutz > Vögel > Kormoran > Vorurteile und Fakten 

„Der Kormoran ist kein einheimischer Vogel.“

Historische Aufnahme aus Naumanns Vogelbuch

Tatsache ist: Die Art ist heimisch. Wegen des lateinischen Namens der Festlandsrasse Phalacrocorax carbo sinensis („aus China“) wird gelegentlich behauptet, der Kormoran sei zugewandert und gehöre nicht zur heimischen Tierwelt. Tatsächlich aber haben Kormorane seit der Eiszeit hier gelebt und im Mittelalter und in der frühen Neuzeit nahezu überall in Mitteleuropa gebrütet. Der Name sinensis beruht auf einer alten Abbildung gezähmter Kormorane, die in China traditionell bis heute für den Fischfang gehalten und abgerichtet werden. Siehe auch >>Steckbrief

„Der Kormoran hat keine natürlichen Feinde.“

Seeadler; Bildautor: Z. Tunka

Tatsache ist: Fast jede Vogelart hat natürliche Feinde, die ihren Bestand beeinflussen können. Beim Kormoran ist das zum Beispiel der Seeadler. Wo dieser brütet, haben Kormorane kaum noch Bruterfolg, weil Seeadler ihnen permanent die Beute abjagen. Auch Waschbären, die auf Bäume klettern und Eier wie auch Jungvögel fressen, haben schon ganze Kolonien ausgelöscht.

„Der Kormoran ist für den Rückgang von Fischereierträgen verantwortlich.“

Ein Beispiel: Gewässergüte am Bodensee verantwortlich für Rückgang der Fischpopulation, nicht der Kormoran

Tatsache ist: Da Kormorane dort fischen, wo es für sie am leichtesten ist, erbeuten sie viele der häufigen, nicht marktfähigen Fische wie Rotaugen, Brachsen oder Kaulbarsche. Ihr Einfluss auf wirtschaftlich interessante Fische ist je nach Gewässer und dessen Zustand unterschiedlich. In großen Seen oder Flüssen und entlang der Küsten ist er vernachlässigbar. 2005 konnte die Küstenfischerei trotz der Kormorane sogar den zweitbesten Fangertrag seit der Wende vermelden. Rückläufige Erträge an Binnengewässern beruhen vielmehr auf geringeren Nährstoffeinträgen durch eine bessere Gewässerreinhaltung. Denn damit gehen auch das pflanzliche und tierische Plankton zurück – die wichtigste Fischnahrung. Nur an Teichwirtschaften können größere Verluste auftreten, wenn Kormorane dort regelmäßig fischen. Hier gibt es jedoch Möglichkeiten, den Kormoran zu vertreiben. >>Gemeinsame Lösungen

„Der Kormoran gefährdet seltene Fischarten wie die Äsche.“

Lechstau bei Ellgau. Autor: Dr. E. Pfeuffer

Tatsache ist: Strömungsliebende und im Kies laichende Kaltwasserfische wie die Äsche sind an Gewässern mit zunehmender Temperatur und Verschlammung, mit aufgestauten Gewässerabschnitten, verbauten Ufern und fehlender Deckung auf Dauer nicht überlebensfähig. Der Rückgang der Äsche hat daher wenig mit dem Kormoran, jedoch viel mit dem schlechten ökologischen Zustand der Flüsse zu tun. Eine ökologische Verbesserung der Fischlebensräume, besonders von Laichplätzen, ist deshalb dringend geboten. Dafür setzen sich Fischerei und Naturschutz gemeinsam ein. >>Gemeinsame Lösungen

„Kormorane verletzen regelmäßig Fische, die zu groß für sie sind und richten dadurch erheblichen Schaden an.“

Bildautor: A. H. Klein

Tatsache ist: Verletzungen zu großer Fische kommen naturgemäß vor, jedoch nur selten. Untersuchungen an sechs bayerischen Gewässern ergaben unter 26.000 Fischen eine Verletzungsrate von 0,1 bis 0,8 Prozent. In Teichwirtschaften ohne Abwehrvorrichtungen wie zum Beispiel weitmaschigen >>Drahtüberspannungen kann sie lokal höher liegen. 

„Der Kormoranbestand steigt immer weiter an.“

Tatsache ist: Nach einem rasanten Bestandsanstieg in den 1980er und 1990er Jahren haben sich die Kormoranzahlen heute stabilisiert. In ganz Europa ist nur noch ein regionaler Zuwachs zu beobachten. Wie alle Arten stößt auch der Kormoran nach schnellem Wachstum an eine natürliche Kapazitätsgrenze, die er in Deutschland offenbar erreicht hat. Dies belegen unter anderem synchrone Zählungen der Vögel an Schlafplätzen, die von Vogelkundlern und Vertretern der Fischerei auch immer öfter gemeinsam durchgeführt werden. >>Gemeinsame Lösungen