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Hilft der Kormoran Fischen und Fischerei?

Hilft er der Fischerei? (Bild: A.H. Klein)

Unterstützung bei der Bekämpfung von aggressiven Neozoen

08.03.10: Die Schwarzmundgrundel ist laut Landesfischereiverband eine echte Gefahr für die heimischen Fischbestände. Aus dem Schwarzen Meer eingewandert, verdrängt sie die hiesigen Arten. Ein neuer Aspekt kommt nun aus der LBV-Vogelpflegestation Regenstauf: Ein dort mit einer Schussverletzung eingelieferter Kormoran hatte 41 Schwarzmundgrundeln im Magen. Kormorane helfen also durchaus, dieses Problem in den Griff zu bekommen. >>mehr über den Kormoran

Gemeinsame Kormoranzählung von Fischern und Naturschützern

Bildautor: M. Altemüller

Wo Kormorane im Mittelpunkt kontroverser Diskussionen stehen, liegen Zahlenangaben über ihr tatsächliches Vorkommen oftmals weit auseinander. Gemeinsame Zählungen durch Vogelkundler, Fischer und Angler haben sich bewährt, um verlässliche Bestandszahlen zu ermitteln – und sie schaffen gegenseitiges Vertrauen. Synchrone Zählungen an Schlafplätzen der Kormorane liefern die zuverlässigsten Ergebnisse. Sie sind an verbindlich festgesetzten Terminen in der Morgen- oder Abenddämmerung durchzuführen. Werden dabei farbberingte Kormorane entdeckt, lassen sich sogar wertvolle Informationen über die Herkunft der Vögel gewinnen.

Der LBV führt diese Zählungen in Bayern bereits seit vielen Jahren zusammen mit Fischern und Anglern durch.

Schutz von Teichwirtschaften durch Überspannung

Überspannung. Bildautor: Andreas von Lindeiner

Kormorane brauchen zum Starten einen Anlaufweg von etwa 12 Metern. Dies macht man sich unter anderem in einem Gemeinschaftsprojekt des Landesfischereiverbands Bayern und des LBV in der Oberpfalz zunutze. In einer Teichanlage für die Satzfischproduktion wurden acht Karpfenteiche mit einer Gesamtfläche von 3,1 Hektar mit weitmaschigen Drähten überspannt. Die Maschenweite betrug zwischen fünf und zehn Meter, der Abstand zur Wasseroberfläche 40 bis 50 Zentimeter. Während der Projektlaufzeit kam es nicht zu einer einzigen Landung eines Kormorans auf den überspannten Teichen. Damit konnte die Wirksamkeit dieser Vergrämungsmethode an einem sensiblen Gewässertyp getestet und demonstriert werden.

Lebendige Teiche in Oberfranken

Dass Naturschutz und Fischerei keine Gegensätze sein müssen, zeigt ein erfolgreiches Pilotprojekt in Oberfranken. Im Jahr 2006 wurden an ausgewählten Fischteichen im Landkreis Bayreuth der Zusammenhang zwischen Bewirtschaftung, Strukturreichtum und Artenvielfalt untersucht. Die Projektpartner:

  • Fachberatung für Fischerei beim Bezirk Oberfranken,
  • Bezirksfischereiverband Oberfranken,
  • Landkreis Bayreuth,
  • Teichgenossenschaft Oberfranken und
  • der LBV

Gemeinsam haben die Akteure Möglichkeiten aufgezeigt, wie Naturschutz (Fische, Amphibien und Libellen als Leitarten) und Fischerei die Artenvielfalt verbessern und gleichzeitig die Nutzung beibehalten können. Naturschutz und Fischerei können erfolgreich und vertrauensvoll zusammenarbeiten. >>zum Projekt