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Der Konflikt um den Kormoran |
Von der Roten auf die Abschuss-ListeKormorane werden wieder abgeschossen, europaweit mehr als 80.000 pro Jahr, davon rund 15.000 in Deutschland. Bejagt werden entweder die winterlichen Bestände – in Bayern sterben hierbei regelmäßig zwischen 3.000 und 8.000 Kormorane – oder es finden massive Eingriffe in Brutkolonien statt. Zu den bisher größten Bekämpfungsaktionen zählten das „Kormoran-Massaker von Anklam“ im Juni 2005, wo Jungvögel in den Nestern geschossen wurden, und die Nacht-und-Nebel-Aktion im Radolfzeller Aachried (Bodensee) im April 2008, bei der die brütenden Vögel mit Scheinwerfern von ihren Nestern vertrieben wurden. Viele der Eier starben in der kalten Nacht ab. Die Verfolgung hat jedoch oftmals den gegenteiligen Effekt, denn
Nicht zuletzt beeinträchtigen solche Aktionen wahllos andere, störungsempfindliche Arten. Mit dem Natur- und Artenschutz (§ 44 Abs. 1 Nr. 1 Bundesnaturschutzgesetz) sind solche Praktiken nicht vereinbar. |
Gemeinsame Lösungen von Naturschutz und FischereiWenig bekannt ist, dass Kormorane den Nährstoffgehalt von Seen positiv beeinflussen. Diese sind oftmals mit Stickstoff und Phosphor überdüngt. Dann bildet sich viel Plankton. Dieses Plankton belastet zwar das Gewässer, von ihm leben jedoch viele Kleinfische, die sich stark vermehren. Kormorane lockt dies an. Fressen sie einen Teil der Fische, werden Nährstoffe im Gewässer wieder reduziert. Das Wasser wird wieder besser, die übrigen Fische haben bessere Entwicklungschancen. |