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Lösung für Teichwirtschaften gefunden?
Pilotprojekt von LBV und Teichwirten zur Abwehr von Kormoranen 17.02.11: Der LBV setzt am Kauerlacher Weiher im Landkreis Roth ein europaweit einmaliges Pilotprojekt um. Mit Schutzkäfigen, Strauchmaterial und Renaturierungsmaßnahmen werden Verstecke für Karpfen angelegt. Damit sollen die Schäden durch Kormorane deutlich reduziert werden. Die Projektidee wurde von LBV, Teichwirten, Jägern und Behörden am Runden Tisch Kormoran unter Vorsitz des Landrates Herbert Eckstein entwickelt. Vor dem Frühjahrsbesatz werden 110 Käfige im Gewässer ausgebracht. Das Prinzip ist einfach: Der von einem Kormoran verfolgte Karpfen schwimmt in die Käfige. Dort ist er in Sicherheit. Im Käfig liegen Weihnachtsbäume, die der Karpfen als natürliche Struktur erkennt. In England konnten die Kormoranschäden so um bis zu 80% reduziert werden. Gleichzeitig wird die Strukturvielfalt in der Schilfzone des Weihers erhöht. So können die Karpfen auch in natürlichen Strukturen Schutz suchen. Gleichzeitig wird das Gebiet naturschutzfachlich aufgewertet. Das Verhalten der Kormorane wird über die nächsten 3 Jahre beobachtet. Wenn die Methode erfolgreich ist, soll sie Bestandteil der europäischen Fördermaßnahmen werden. [zur Pressemeldung] [>>Bilder] |
Wie viele Kormorane bevölkern Bayerns Flüsse, Teiche und Seen?
Gemeinsame Zählung von LBV und Fischern Seit kurzem liegt der Abschlussbericht zu den Kormoran-Zählungen des Winterhalbjahrs 2009 / 2010 vor. Mit den aktuellsten Bestandszahlen und einer Rückschau auf deren Entwicklung seit Ende der 1980er Jahre. Unter anderem zeigen diese Zahlen, welch geringen Einfluss der von Fischereivertretern immer wieder geforderte und seit Jahren intensivst betriebene "Vergrämungs"-Abschuss des Kormorans tatsächlich auf dessen Bestände in Bayern entfaltet. Wie viele Kormorane gibt es in Bayern? Dieser Frage geht der LBV schon seit mehr als 20 Jahren auf den Grund. Denn viele Zahlen, die in die öffentliche Diskussion geworfen werden, sind eher Fantasie als harte Fakten. Seit Winter 1988/89 zählen ehrenamtliche LBV-Mitarbeiter systematisch alljährlich von September bis April die Winterbestände des Kormorans flächendeckend in ganz Bayern. Seit einigen Jahren beteiligt sich zudem auch der Landesfischereiverband Bayern e.V. an den vom Bayerischen Landesamt für Umwelt finanzierten Schlafplatzzählungen. Er leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um die Winterbestände des Kormorans in Bayern und deren Auswirkung auf die Fischfauna unserer Gewässer. [zum Abschlussbericht (pdf)] |
LBV weist Kormoran-Forderungen zurück
Bezirkstag der Oberpfalz will Kolonien auflösen 22.12.10: Der LBV weist die Kormoran-Forderungen des Bezirkstags der Oberpfalz zurück. Eine Auflösung der beiden bestehenden Kolonien in den ausgewiesenen Vogelschutzgebieten lehnen wir strikt ab. Eine Ausweitung der Abschussregelungen ist ebenfalls nicht erforderlich. Denn in ganz Bayern darf z.T. ganzjährig auf Kormorane geschossen werden. Einer Bestandsreduktion auf EU-Ebene hat die EU-Kommission bereits eine Absage erteilt. Die Bestände sind zudem schon rückläufig. Insofern geht auch diese Forderung ins Leere. Die beiden Kormorankolonien in der Oberpfalz liegen in Schutzgebieten. Eine Auflösung kommt demnach nicht in Frage, zumal der Kormoran im Charlottenhofer Weihergebiet sogar zu den Erhaltungszielen gehört. Alle Maßnahmen würden die weiteren Vogelarten massiv schädigen, was nicht zulässig ist. Die bayerischen Regelungen zum Kormoranabschuss sind die weitestgehenden in ganz Deutschland. In Bayern werden mehr als die Hälfte aller Kormorane in Deutschland geschossen. Im vergangenen Winter waren es 8724, ein neuer „Rekord“! Diese Abschüsse haben jedoch keinen Einfluss auf die Kormoran-Winterbestände in Bayern. Das belegen die seit 1988 durchgeführten Schlafplatzzählungen. Aus den Ostseeküstenkolonien ging der Brutbestand von 13.360 Paaren 2009 um 20% auf 10.624 Paare im Jahr 2010 zurück. Aus Dänemark wird berichtet, dass ein Rückgang um fast 35 % von maximal 42.500 Paaren im Jahr 2000 auf jetzt 27.900 Paaren (2010) zu verzeichnen ist. Hier sind offensichtlich schon natürliche Vorgänge zu beobachten, die die Bestände begrenzen. In Bayern laufen derzeit verschiedene Aktivitäten, um Ziel führender Probleme in den Griff zu bekommen. [zur Pressemeldung] |
"Perverses Gewinnspiel" gestoppt
LBV-Erfolg für den Kormoran 28.09.10: Das „Kormoran-Gewinnspiel“ ist gestoppt. Nach dem Bezirksverband Schwaben hat sich nun auch der Landesfischereiverband Bayern von der Aktion distanziert. LFV-Präsident Roese nannte sie „außerbayerisch“ und „geschmacklos“. Auch der Bayerische Jagdverband begrüßt das Aus für das Gewinnspiel mit Kopfprämie. Damit sei in der Kormoran-Frage nichts zu gewinnen - weder für Fischer noch für Jäger. Auslöser für die klaren Worte: der offene Brief des LBV.
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Allianzen im Gewässerschutz wichtiger als billige PolemikLBV weist Forderung nach „Regulierung“ der Kormoranbestände zurück 01.09.10: Der LBV weist die Forderung des Deutschen Fischerei-Verbands (DFV) zurück, die Hälfte aller Kormorane in Deutschland solle „von der Bildfläche verschwinden“. Denn diese Forderung der Angler und Fischer lenkt nur von den wirklichen Problemen im Gewässerschutz ab. Und verbaut den Weg zu Allianzen zwischen den Fischerei und Naturschutz, in denen sich die drängenden Probleme im Gewässerschutz wirkungsvoll angehen ließen. [zur Pressemeldung] [alle Meldungen] |
NABU und LBV: Seriöse Debatte statt Panikmache
20.3. Berlin/Ulm/Hilpoltstein – Bilder: Henning Werth <<mehr |
Ficherei giesst Öl ins Feuer„Die Reaktion des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg, der anlässlich unserer Jahresvogeltagung zu dieser Gegenveranstaltung aufgerufen hat, ist für uns nicht nachvollziehbar. Vertreter der Fischerei sind offiziell eingeladen und werden bei unserer Tagung sprechen, doch draußen wird lautstark demonstriert. Das passt nicht recht zusammen. Dialog sieht anders aus.“ Auch der LBV-Vorsitzende Ludwig Sothmann reagierte mit Unverständnis auf den Konfrontationskurs der Demonstranten vor dem Ulmer Stadthaus: „Anstatt die Gelegenheit zu nutzen, den jahrelangen Streit um Kormorane zu versachlichen, wird hier von Seiten der Fischerei Öl ins Feuer gegossen“. Mit einer Aufklärung der Öffentlichkeit über den richtigen Umgang mit dem fischfressenden Vogel habe die Demonstration leider wenig zu tun. In ihrer Auffassung bestätigt sehen sich NABU und LBV aktuell durch die am Dienstag von der Bundesregierung erteilte Antwort auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Danach geht die Regierung nicht davon aus, dass sich die Zahl der zurzeit 24.000 Kormoranbrutpaare in den nächsten Jahren weiter erhöhen wird. Ihrer Aussage nach deute jetzt vieles darauf hin, „dass der Kormoran in Deutschland die Kapazitätsgrenze seines Lebensraumes inzwischen erreicht hat“, heißt es in der Antwort. Gleichzeitig nehme die „innerartliche Konkurrenz“ zu, so dass nicht mit relevanten Wachstumsraten zu rechnen sei, so die Einschätzung der Bundesregierung. NABU-Vizepräsident Opitz: „Das immer wieder hervorgebrachte Gerede von ‚Überpopulationen‘ des Kormorans sollte damit endlich ein Ende haben.“ Die Bundesregierung hatte ferner darauf verwiesen, dass die Europäische Kommission die Erarbeitung eines „Kormoranmanagementplans“ auf europäischer Ebene für „nicht verhältnismäßig“ erachte. Vertreter von NABU und LBV präsentierten auf der gemeinsamen Fachtagung auch Zahlen zur Bestandsentwicklung des Kormorans in den einzelnen Bundesländern. Danach sind Zuwächse schon seit längerem nur noch in Mecklenburg-Vorpommern festzustellen. NABU und LBV setzten auch den Fischartenschutz auf die Tagesordnung ihrer Veranstaltung. Ihr Fazit: Kormorane rotten keine Fischarten aus. „Als Nahrungsopportunist erbeutet der Kormoran die Fische, die am häufigsten und am leichtesten zu erbeuten sind. Seltene Arten sind daher auch in seiner Nahrung nur selten zu finden“, erläuterte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow. Wer es mit dem Schutz selten gewordener Fische wie der Äsche ernst meine, der solle sich konsequent für die Erhaltung und Wiederherstellung naturnaher Fließgewässer stark machen. Stattdessen seien z.B. Schonmaßnahmen für den Äschenbestand im Rhein von Seiten der Jagd- und Fischereiverwaltung im schweizerischen Thurgau unlängst wieder gelockert worden, nachdem sich der Bestand dieser Rote-Liste-Art von seinen immensen Verlusten im Hitzesommer 2003 gerade erst etwas erholt hatte. „Hier wünschen wir uns darum auch mehr Redlichkeit seitens der Angler“, so Nipkow. Deren Interesse am Angeln sei zweifellos legitim, bundes- und europarechtliche Vorgaben des Artenschutzes dürfe man jedoch nicht aus den Augen verlieren. Der Kormoran bleibe eine zu schützende Vogelart. |
Dialog über einen FischjägerEinladung zum NABU/LBV Artschutzsymposium am 20. März in Ulm Kaum hatten NABU und LBV den Kormoran zum „Vogel des Jahres 2010“ erklärt, schlug den Verbänden heftiger Protest entgegen. Angler und Berufsfischer sprachen von einer Provokation, der Verband Deutscher Sportfischer in seiner Pressemitteilung gar von einem „Schlag in das Gesicht aller Demokraten und wirklichen Naturschützer“. NABU und LBV bewegten sich damit „außerhalb jeglicher Vernunft“. Unsere „Jahresvogeltagung“ am 20. März 2010 in Ulm soll dazu beitragen, mehr Verständnis für die Anliegen des Naturschutzes wie auch für berechtigte Interessen von Teichwirten und Berufsfischern zu wecken. NABU und LBV suchen dazu den Dialog und wollen gemeinsam über Lösungen diskutieren, die den Ansprüchen aller Seiten gerecht werden können. << zum Programm |
Bitte melden Sie sich mit dem Anmeldeformular auf dem Programm an, das Sie hier herunterladen können oder bei Angelika Richter/NABU Veranstaltungsmanagement (angelika.richter@nabu.de ) oder Tel. 030 - 28 49 84 1577. Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro, die vor Ort entrichtet wird.
Veranstaltungsort: Stadthaus Ulm, Münsterplatz 50, 89073 Ulm
Der Kormoran und die Demokratie - vielfältige Reaktionen auf den Vogel des Jahres 201012. 10. Selten war die Presseresonanz so groß wie nach der Verkündung des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010. Selten war auch die Presse so gut informiert. Während sich NABU und LBV anfänglich wunderten, dass vergleichsweise wenige Presseanfragen kamen, stellte sich bald nach der Pressekonferenz heraus, dass der Bayerische Landesfischereiverband nach der ersten Schrecksekunde gleich eine Minute nach der Sperrfrist um 11 Uhr die Kürung des Kormorans zum Vogel des Jahres als gelungene Provokation bezeichnete. Immerhin ging er nicht so weit wie der Sportfischerverband, der NABU und LBV gleich mangelnde Demokratiefähigkeit unterstellte <<mehr |
Tote Aale im Briefkasten kein kreatives Gesprächsangebot3.11. Am Sonntag fanden einige LBV-Aktive Aale und Schleien mit einem "Danke" Schildchen im Maul in ihrem Briefkasten. Geschäftssführer Gerhard Koller: "Anstelle uns anonym die Fische in den Briefkasten zu stopfen wäre es mir lieber gewesen, die Leute hätten mir die Fische persönlich überreicht und wir hätten Argumente austauschen können." Auf Inititiative vom LBV-Vorsitzenden Ludwig Sothmann hat der Oberste Naturschutzbeirat der Regierung beschlossen, einen Kormoran- Managmentplan zu erarbeiten. "Gemeinsam die berechtigten Anliegen aller Beteiligten zu einem Kompromiss zu führen erscheint mir sinnvoller, als mir eine Schleie in den Briefkasten zu stecken", so der LBV Vorsitzende. |
Verbände reden miteinanderDas war nicht wirklich nett! Desto mehr Zeit ins Land ging, desto sachlicher wurden dann aber die Artikel. So stellte die SZ in ihrer Wochenendausgabe die Positionen der Kormoranfreunde- und Gegner gegenüber, der SWR wies darauf hin, dass alle Vergrämungsversuche bislang nicht den Erfolg zeitigten, die sich die Fischer erhofft hatten. Auch dass die EU Vogelschutzrichtlinie, auf die sich viele der Gegner berufen, dazu geführt hat, den Kormoran in Deutschland wieder heimisch werden zu lassen, wurde immer öfter erwähnt. Der Brandenburger und der Baden-Württembergische Fischereiverband begrüßten im Sinne einer notwendigen Diskussion über den Kormoran die Ausrufung des Kormorans zum Vogel des Jahres. Deren Vertreter bemühen sich gerade im Diskussionsforum von www.kormoranfreunde.de um eine Versachlichung der Diskussion. Leider wimmelt es darin von „Nur ein toter Kormoran ist ein guter Kormoran“ Kommentaren. Dass dieser Stil den Anliegen der Kormorangegner nicht dienlich sein dürfte, scheint den Kommentatoren nicht klar zu sein. Der LBV hat auf die Pressemitteilung des Bayerischen Fischereiverbandes reagiert und fasst sie als Einladung zum Dialog auf. Gegenseitig haben sich beide Seiten mittlerweile versichert, weiter miteinander in den verschiedenen Projekten zusammenzuarbeiten.
Fortsetzung folgt. |
Bodenseefischer mit Saison zufrieden15.10. Aus einer Pressemitteilung der Fischereigenossenschaft Lindau: Für den LBV zeigt dies einmal mehr: den Kormoran zum Sündenbock gerade auch der Bodenseefischerei zu machen, greift zu kurz. <<mehr |
Jubiläumsauftritt der Wellküren wichtiger Beitrag zur Befriedung der Gemüter19.10. Am vergangenen Freitag traten die Wellküren im LBV Umweltzentrum in Muhr am See auf. Während des Konzerts hatten sie noch versprochen, nix zum Kormoran zu sagen. In ihrer Publikumskritik unter www.wellkueren.de aber wurden sie umso deutlicher: "Die Wahl des KORMORANS zum Vogel des Jahres 2010 führt aktuell landesweit zu Unruhen, Ausschreitungen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen rund um die bayerischen Fischweiher [..] Unser Jubiläumsauftritt war ein wichtiger Beitrag zur Befriedung und Beruhigung der Gemüter. Freunde des Kormorans und Angler feierten gemeinsam mit uns....... |