So wird's gemacht - Faltblatt Lerchenfenster

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19.03.2010
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Lerchenfenster für Bayern

Feldlerche beim Sandbad (Bild: Z. Tunka)

Erstmals gemeinsames Projekt von LBV und Bayerischem Bauernverband

13.08.09:  Zur Förderung der Feldlerche haben der Bayerische Bauernverband (BBV) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) erstmals ein gemeinsames Projekt vereinbart. Die sogenannten "Lerchenfenster" (s.u.) sollen die Bedingungen für Feldlerche & Co. spürbar verbessern. LBV und BBV rufen daher alle Landwirte mit geeigneten Flächen zur Teilnahme auf.

Das bayerische Projekt ist eingebettet in das bundesweite Projekt „1000 Äcker für die Feldlerche“ von NABU und Deutschem Bauernverband, das bundesweit die symbolische Summe von 1.000 „lerchenfreundlichen“ Äckern zum Ziel hat. Die Projektpartner NABU, LBV und Bauernverbände versprechen sich davon zudem eine neue Form der Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz jenseits des Ordnungsrechts. Auf diese Weise können sich Landwirte freiwillig, unbürokratisch und schnell im kooperativen Naturschutz engagieren. Die Anlage der Lerchenfenster soll bereits mit der Herbstaussaat 2009 beginnen.

Das Projekt-Faltblatt zum Download finden Sie >>hier (pdf)

[zur gemeinsamen Pressemeldung]

Lechenfenster-Projekt in "Unser Land"

(Bild: D. Lundgreen)

Innovativer Naturschutz von LBV und Scheller-Mühle im BR

26.06.09: Die Getreidemühle Scheller, ihre landwirtschaftlichen Lieferanten aus der Region und der LBV schützen die Feldlerche. In einem gemeinsamen Projekt werden Lerchenfenster angelegt, um die Brutmöglichkeiten der Feldlerche zu erhöhen. Im ersten Jahr machen 17 Landwirte mit. . >>mehr

Lerchenfenster – 1. Hilfe für die bedrohte Feldlerche

Mehr Leben im Acker! Ein Lerchenfenster im Juli (Bild: Pille)

18.09.08: Die Feldlerche hat in Bayern seit 1975 um 50% abgenommen. Doch Landwirte können einfach und kostengünstig helfen: Sie legen die so genannten „Lerchenfenster“ im Wintergetreide an. Denn ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Lerchen ist das dicht stehende Wintergetreide, in dem sie nur noch einmal anstatt zwei- bis dreimal brüten kann. Sie kann in den dichten Beständen nicht mehr landen. Ab Mai muss die Lerche daher auf Weg- und Feldränder und offene Flächen ausweichen, wo sie doppelt so häufig Opfer von Katzen, Füchsen oder Mähmaschinen wird. So gibt es in einigen Gegenden Bayerns heute schon fast keine Lerchen mehr, wie im Landkreis Bad Tölz.  

Die Lerchenfenster bestechen durch ihre Einfachheit: Der Landwirt hebt die Sämaschine zwei- bis dreimal pro Hektar für einige Meter aus, so dass nicht eingesäte „Lücken“ von je ca. 20m² entstehen. Danach kümmert er sich nicht weiter um diese künstlichen Fehlstellen und behandelt sie wie den restlichen Schlag. Die Feldlerche sucht auf den Fenstern nach Nahrung und nutzt sie als Landebahn, um von dort im dichten Bestand zu brüten. Diese 40 – 60 m² pro Hektar (=10.000 m²) vermindern den Ertrag um weniger als 5 Euro pro Hektar, können den Bruterfolg der Lerche jedoch verdoppeln. Auch Goldammer, Rebhuhn, Wachtel und Feldhasen profitieren.  

Die Idee der "Lerchenfenster" wurde von Landwirten und Naturschützern in England entwickelt. 2006 erprobte der LBV die Lerchenfenster deutschlandweit zum ersten Mal. Seitdem engagieren sich zahlreiche Landwirte in Bayern für die Feldlerche und legen freiwillig und unentgeltlich Lerchenfenster an. „Und es werden immer mehr“, freut sich Frauke Lücke vom LBV Hilpoltstein über den Einsatz der Landwirte. Auch die Zusammenarbeit mit dem Fachverband Biogas in Niederbayern verspricht dieses Jahr zahlreiche neue Lerchenfenster. Dieser startete die Aktion 1000 Lerchenfenster [mehr].

Doch auch außerhalb Bayerns finden die Fenster viele Nachahmer. „Wir erhielten bereits Anfragen aus Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Sogar eine tschechische Version unseres Infoflyers ist derzeit in Vorbereitung.“

Hier geht's zum >>NABU-Lerchenfenster-Projekt in Baden-Württemberg.

Faltblatt Lerchenfenster zum Herunterladen

Schwere Zeiten für Bodenbrüter

Heutiges Wintergetreide steht sehr dicht. Das liegt an neuen Sorten und verbesserter Pilzbekämpfung. Doch die dichten Bestände haben zur Folge, dass hier nur noch eine von zwei bis drei Bruten stattfinden kann. Ab Mai muss die Lerche auf Weg- und Feldränder und offene (Hackfrucht-)flächen ausweichen. Dort ist ihr Bruterfolg aber geringer. Denn Bewirtschaftung und Feinden (Marder, Fuchs, Hauskatze, einige Grefivögel) suchen besonders diese Stellen nach Beute ab. Das Risiko, die Brut zu verlieren, steigt um über 50%!

So werden die Feldlerchen weniger. Das fällt zuerst gar nicht auf, solange überhaupt noch eine Lerche singt. Aber in einigen Gegenden Bayerns gibt es heute schon keine Lerchen mehr!

Einfach und genial

Die Sämaschine wird bei der Aussaat angehoben. So ensteht ein Lerchenfenster. (Bild: Pille)

Die "Lerchenfenster" wurden von Landwirten und Naturschützern in England entwickelt. Dabei werden pro Hektar 2 - 3 künstliche Fehlstellen á 20 m² angelegt, z.B. durch Ausheben der Sämaschine oder durch Fräsen. Ansonsten behandelt man diese Stellen wie den restlichen Schlag. Das ist einfach und betrifft nur 40 von 10.000 m². Aber die britischen Studien zeigen: Lerchenfenster verdreifachen den Bruterfolg in Wintergetreide!

So haben unsere Feldlerchen wieder ein Chance!

Das Pilotprojekt in Bayern 2006

Die neuartigen Lerchenfenster haben sich in England bewährt. Doch dort ist die Agrarstruktur eine völlig andere. Deswegen hat der LBV 2006 im Landkreis Kitzingen ein GlücksSpiralenProjekt durchgeführt und die Fenster auch bei uns getestet.

Ergebnisse

Jagte in den Lerchenfenstern nach den zahlreichen Insekten: Neuntöter (Bild: Tunka)

Die wichtigsten Ergebnisse des Lerchenfenster-Projekts in Unterfranken:

  • Die Lerchen können Wintergetreideäcker mit Fenstern besser für eine zweite Brut nutzen. Sie müssen ihre Reviere nicht verschieben.
  • Sie legen ihre Nester verstärkt in der Nähe der Fenster an. Dabei nutzen sie die Fenster als "Landebahnen", um dann zum Nest im Bestand zu laufen.
  • Sie nutzen die Fenster zur Nahrungssuche.
  • Auch andere Arten nutzen die Fenster: Feldhase, Neuntöter, Turmfalke, Wiesenweihe, Rebhuhn...
  • Auf den Fenster kommen mehr Insekten vor als im Bestand.

Die teilnehmenden Landwirte hatten keine Probleme mit den Fenstern. Es liefen kaum unerwünschte Beikräuter auf.

Die Unkosten für die Landwirte liegt zwischen 2,50 und 5,00 € je Hektar.

Zusammen mit den Landwirtschaftsämtern

Die Lerche hat viele Freunde, ganz besonders auch bei den Landwirten. Deshalb hat das Amt für Landwirtschaft und Forsten Würzburg die Untersuchung tatkräftig unterstützt.  Das Amt für Landwirtschaft und Forsten Roth wirbt für die kommende Aussaat für Lerchenfenster und informiert die Landwirte über das Projekt, z.B. bei seinen Informationsabenden "Rat zur Saat" und auf seiner homepage. Auf im Landkreis Traunstein unterstützt uns das Landwirtschaftsamt tatkräftig.