So wird's gemacht - Faltblatt Lerchenfenster

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Eurpäische Fledermausnacht [...mehr]
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Muhr am See
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04.09.2010
Fürth
Flora und Fauna entlang der Pegnitz zwischen der Brückenstraße und Stadtgrenze [...mehr]
04.09.2010
Fürth
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Allersberg
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07.09.2010
Miesbach
"Spinner & Schwärmer, unsere Nachtfalter" [...mehr]
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10.09.2010
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Scheyern
Kartoffeln – leckere Knollen im Boden! [...mehr]
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Scheyern
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Hilfe für den Himmelsvogel: Ökolandwirte legen 600 Lerchenfenster an

Lerchenfenster als Landebahn für die Feldlerche
Eine Landebahn für die Feldlerche

Kaum eine Vogelart hat in den letzten Jahrzehnten in Bayern solche Bestandseinbußen erlitten wie die Feldlerche. Von 1975 bis heute ist die Zahl der Brutpaare auf etwa die Hälfte zurückgegangen. Zu leiden hat die wegen ihres in luftiger Höhe vorgetragenen Gesangs auch Himmelsvogel genannte Vogelart vor allem unter Pestizideinsatz und häufigen maschinellen Arbeitsgängen beim Getreideanbau. Jetzt haben Bayerns Ökolandwirte, die ohnehin auf Pestizide und Kunstdünger verzichten, eine Initiative zum Schutz der gefährdeten Tierart gestartet und über 600 Lerchenfenster angelegt.

Was ist ein Lerchenfenster?

Die Methode des Lerchenfensters wurde in Großbritannien entwickelt. Der Landwirt stellt dafür bei der Getreideaussaat seine Sämaschine einige Meter lang ab. Dadurch entsteht inmitten des Getreideackers eine etwa zwanzig Quadratmeter große Stelle ohne Aussaat. Dort wachsen für eine Saison nur Wildkräuter wie Klatschmohn oder Acker-Rittersporn auf. „ Das war es schon. Mehr ist nicht zu tun, um der Feldlerche entscheidend zu helfen. Die Vögel legen dann ihr Bodennest im Fenster an. Auf den Ertrag der Lerchenfenster muss der Landwirt allerdings zugunsten der Vögel verzichten“, erläutert Dr. Heinz Sedlmeier vom Landesbund für Vogelschutz.

Kooperation von Bauern, Bäckerei und Naturschutz

Der Ertragsverzicht für den Vogelschutz hat aber die Vertragslandwirte von Hofpfisterei und Naturland nicht abschrecken können. Insgesamt 65 Ökohöfe haben über 600 Lerchenfenster angelegt. Da alle Felder ökologisch bewirtschaftet sind, müssen die Vögel dort auch keine Giftdusche fürchten. Ein erster Schritt, die Feldlerche wieder von der Roten Liste gefährdeter Tierarten zu holen, ist getan. Margaretha Stocker, Firmenchefin der Hofpfisterei, ist zufrieden. „ Wir haben uns konsequent der ökologischen Brotproduktion verschrieben. Ich bin froh, dass die ökologische Landwirtschaft im internationalen Jahr der biologischen Vielfalt, einer so schönen Vogelart wie der Feldlerche wirksam helfen kann.“

Über die gelungene Kooperation zwischen Bauern, Öko-Bäckerei und Vogelschutz freut sich Dr. Peter Manusch von Naturland. „Wir haben nur ein Gespräch gebraucht und sofort haben alle begeistert mitgemacht.  Das hat mich wirklich beeindruckt.“

Hofpfisterei, Naturland und LBV wollen jedenfalls das so erfolgreich gestartete Projekt in den nächsten Jahren fortführen.

Weitere Informationen gibt es bei:

Dr. Heinz Sedlmeier, Klenzestr. 37, 80469 München, Tel.: 089/200270-71 Fax: 089/200270-88, Email: h-sedlmeier@lbv.de

Frohe Ostern: 600 Lerchenfenster von Bayerns Landwirten

Lerchenfenster in der Wintergerste
Landebahn im Acker

01.04.2010 Bayerische Landwirte haben der Feldlerche ein Ostergeschenk bereitet: Sie haben „Lerchenfenster“ zum Schutz des Frühlingsboten angelegt. Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) und Bayerischer Bauernverband (BBV) hoffen für die kommende Maisaussaat auf weitere Beteiligung.

Bei der Aussaat des Wintergetreides im Herbst 2009 hatten Landwirte in ganz Bayern an die Feldlerche gedacht. Auf über 160 Äckern haben sie rund 600 sogenannte Lerchenfenster angelegt. „Wir haben von Landwirten aus fast ganz Bayern Rückmeldungen bekommen“, erzählt Frauke Lücke vom LBV. LBV und BBV hatten zur Anlage der Fenster in Raps und Wintergetreide aufgerufen. „Die Rückmeldungen zeigen, dass diese Form der Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz jenseits des Ordnungsrechtes gerne von den Landwirten genutzt wird“, sagt Georg Wimmer, Stellv. Generalsekretär des BBV.

Nun soll erstmals auch die Wirkung der Lerchenfenster in Mais untersucht werden. „Wir hoffen, dass die Landwirte auch bei der kommenden Maisaussaat weitere Fenster anlegen. Auf ausgewählten Flächen wollen wir dann mit Einverständnis des Landwirtes den Lerchenbestand beobachten“, so Lücke.

Die Feldlerche hat in Bayern seit 1975 um 50% abgenommen. Ein Grund für den Rückgang der Lerchen ist das dicht stehende Wintergetreide, in dem sie nur noch einmal anstatt zwei- bis dreimal brüten können. Sie können in den dichten Beständen nicht mehr landen. Ab Mai muss die Lerche daher auf Weg- und Feldränder und offene Flächen ausweichen, wo sie doppelt so häufig Opfer von Katzen, Füchsen oder Mähmaschinen wird. So gibt es in einigen Gegenden Bayerns heute schon fast keine Lerchen mehr. Doch Landwirte können mit den Lerchenfenstern einfach und kostengünstig helfen.  Dank dieser bereits bei der Aussaat angelegten Leerstellen kann die Feldlerche wieder in den Äckern landen, dort brüten und nach Nahrung für ihre Jungen suchen.


Faltblatt Lerchenfenster zum Herunterladen

Lerchenfenster für Bayern

Feldlerche beim Sandbad (Bild: Z. Tunka)

Erstmals gemeinsames Projekt von LBV und Bayerischem Bauernverband

13.08.09:  Zur Förderung der Feldlerche haben der Bayerische Bauernverband (BBV) und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) erstmals ein gemeinsames Projekt vereinbart. Die sogenannten "Lerchenfenster" (s.u.) sollen die Bedingungen für Feldlerche & Co. spürbar verbessern. LBV und BBV rufen daher alle Landwirte mit geeigneten Flächen zur Teilnahme auf.

Das bayerische Projekt ist eingebettet in das bundesweite Projekt „1000 Äcker für die Feldlerche“ von NABU und Deutschem Bauernverband, das bundesweit die symbolische Summe von 1.000 „lerchenfreundlichen“ Äckern zum Ziel hat. Die Projektpartner NABU, LBV und Bauernverbände versprechen sich davon zudem eine neue Form der Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Naturschutz jenseits des Ordnungsrechts. Auf diese Weise können sich Landwirte freiwillig, unbürokratisch und schnell im kooperativen Naturschutz engagieren. Die Anlage der Lerchenfenster soll bereits mit der Herbstaussaat 2009 beginnen.

Das Projekt-Faltblatt zum Download finden Sie >>hier (pdf)

[zur gemeinsamen Pressemeldung]

Lechenfenster-Projekt in "Unser Land"

(Bild: D. Lundgreen)

Innovativer Naturschutz von LBV und Scheller-Mühle im BR

26.06.09: Die Getreidemühle Scheller, ihre landwirtschaftlichen Lieferanten aus der Region und der LBV schützen die Feldlerche. In einem gemeinsamen Projekt werden Lerchenfenster angelegt, um die Brutmöglichkeiten der Feldlerche zu erhöhen. Im ersten Jahr machen 17 Landwirte mit. . >>mehr

Lerchenfenster – 1. Hilfe für die bedrohte Feldlerche

Mehr Leben im Acker! Ein Lerchenfenster im Juli (Bild: Pille)

18.09.08: Die Feldlerche hat in Bayern seit 1975 um 50% abgenommen. Doch Landwirte können einfach und kostengünstig helfen: Sie legen die so genannten „Lerchenfenster“ im Wintergetreide an. Denn ein wesentlicher Grund für den Rückgang der Lerchen ist das dicht stehende Wintergetreide, in dem sie nur noch einmal anstatt zwei- bis dreimal brüten kann. Sie kann in den dichten Beständen nicht mehr landen. Ab Mai muss die Lerche daher auf Weg- und Feldränder und offene Flächen ausweichen, wo sie doppelt so häufig Opfer von Katzen, Füchsen oder Mähmaschinen wird. So gibt es in einigen Gegenden Bayerns heute schon fast keine Lerchen mehr, wie im Landkreis Bad Tölz.  

Die Lerchenfenster bestechen durch ihre Einfachheit: Der Landwirt hebt die Sämaschine zwei- bis dreimal pro Hektar für einige Meter aus, so dass nicht eingesäte „Lücken“ von je ca. 20m² entstehen. Danach kümmert er sich nicht weiter um diese künstlichen Fehlstellen und behandelt sie wie den restlichen Schlag. Die Feldlerche sucht auf den Fenstern nach Nahrung und nutzt sie als Landebahn, um von dort im dichten Bestand zu brüten. Diese 40 – 60 m² pro Hektar (=10.000 m²) vermindern den Ertrag um weniger als 5 Euro pro Hektar, können den Bruterfolg der Lerche jedoch verdoppeln. Auch Goldammer, Rebhuhn, Wachtel und Feldhasen profitieren.  

Die Idee der "Lerchenfenster" wurde von Landwirten und Naturschützern in England entwickelt. 2006 erprobte der LBV die Lerchenfenster deutschlandweit zum ersten Mal. Seitdem engagieren sich zahlreiche Landwirte in Bayern für die Feldlerche und legen freiwillig und unentgeltlich Lerchenfenster an. „Und es werden immer mehr“, freut sich Frauke Lücke vom LBV Hilpoltstein über den Einsatz der Landwirte. Auch die Zusammenarbeit mit dem Fachverband Biogas in Niederbayern verspricht dieses Jahr zahlreiche neue Lerchenfenster. Dieser startete die Aktion 1000 Lerchenfenster [mehr].

Doch auch außerhalb Bayerns finden die Fenster viele Nachahmer. „Wir erhielten bereits Anfragen aus Hessen, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Sogar eine tschechische Version unseres Infoflyers ist derzeit in Vorbereitung.“

Hier geht's zum >>NABU-Lerchenfenster-Projekt in Baden-Württemberg.

Schwere Zeiten für Bodenbrüter

Heutiges Wintergetreide steht sehr dicht. Das liegt an neuen Sorten und verbesserter Pilzbekämpfung. Doch die dichten Bestände haben zur Folge, dass hier nur noch eine von zwei bis drei Bruten stattfinden kann. Ab Mai muss die Lerche auf Weg- und Feldränder und offene (Hackfrucht-)flächen ausweichen. Dort ist ihr Bruterfolg aber geringer. Denn Bewirtschaftung und Feinden (Marder, Fuchs, Hauskatze, einige Grefivögel) suchen besonders diese Stellen nach Beute ab. Das Risiko, die Brut zu verlieren, steigt um über 50%!

So werden die Feldlerchen weniger. Das fällt zuerst gar nicht auf, solange überhaupt noch eine Lerche singt. Aber in einigen Gegenden Bayerns gibt es heute schon keine Lerchen mehr!

Einfach und genial

Die Sämaschine wird bei der Aussaat angehoben. So ensteht ein Lerchenfenster. (Bild: Pille)

Die "Lerchenfenster" wurden von Landwirten und Naturschützern in England entwickelt. Dabei werden pro Hektar 2 - 3 künstliche Fehlstellen á 20 m² angelegt, z.B. durch Ausheben der Sämaschine oder durch Fräsen. Ansonsten behandelt man diese Stellen wie den restlichen Schlag. Das ist einfach und betrifft nur 40 von 10.000 m². Aber die britischen Studien zeigen: Lerchenfenster verdreifachen den Bruterfolg in Wintergetreide!

So haben unsere Feldlerchen wieder ein Chance!

Das Pilotprojekt in Bayern 2006

Die neuartigen Lerchenfenster haben sich in England bewährt. Doch dort ist die Agrarstruktur eine völlig andere. Deswegen hat der LBV 2006 im Landkreis Kitzingen ein GlücksSpiralenProjekt durchgeführt und die Fenster auch bei uns getestet.

Ergebnisse

Jagte in den Lerchenfenstern nach den zahlreichen Insekten: Neuntöter (Bild: Tunka)

Die wichtigsten Ergebnisse des Lerchenfenster-Projekts in Unterfranken:

  • Die Lerchen können Wintergetreideäcker mit Fenstern besser für eine zweite Brut nutzen. Sie müssen ihre Reviere nicht verschieben.
  • Sie legen ihre Nester verstärkt in der Nähe der Fenster an. Dabei nutzen sie die Fenster als "Landebahnen", um dann zum Nest im Bestand zu laufen.
  • Sie nutzen die Fenster zur Nahrungssuche.
  • Auch andere Arten nutzen die Fenster: Feldhase, Neuntöter, Turmfalke, Wiesenweihe, Rebhuhn...
  • Auf den Fenster kommen mehr Insekten vor als im Bestand.

Die teilnehmenden Landwirte hatten keine Probleme mit den Fenstern. Es liefen kaum unerwünschte Beikräuter auf.

Die Unkosten für die Landwirte liegt zwischen 2,50 und 5,00 € je Hektar.

Zusammen mit den Landwirtschaftsämtern

Die Lerche hat viele Freunde, ganz besonders auch bei den Landwirten. Deshalb hat das Amt für Landwirtschaft und Forsten Würzburg die Untersuchung tatkräftig unterstützt.  Das Amt für Landwirtschaft und Forsten Roth wirbt für die kommende Aussaat für Lerchenfenster und informiert die Landwirte über das Projekt, z.B. bei seinen Informationsabenden "Rat zur Saat" und auf seiner homepage. Auf im Landkreis Traunstein unterstützt uns das Landwirtschaftsamt tatkräftig.